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Stadt Peine Kreis Peine: Freiwilliges Homeschooling ab Montag möglich
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Kreis Peine: Freiwilliges Homeschooling ab Montag möglich

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19:17 10.12.2020
Ab Montag können Schüler ins Homeschooling wechseln. Quelle: dpa
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Kreis Peine

Um einen Beitrag zur allgemeinen Kontaktreduzierung zu leisten, hat das Niedersächsische Kultusministerium entschieden, Eltern und Erziehungsberechtigten ab Montag, 14. Dezember, die Möglichkeit zu bieten, ihre Kinder vom Präsenzunterricht in den Schulen befreien zu können. Damit werde die bislang für den 17. und 18. Dezember geltende Regelung auf die gesamte kommende Woche ausgedehnt, erklärte Kreissprecher Fabian Laaß am Donnerstag. Unterdessen hat die plötzliche Entscheidung des Kultusministers die Schulen im Kreis Peine doch recht überraschend getroffen und für organisatorischen Wirbel gesorgt.

Hin-und-Her-Wechsel zwischen Homeschooling und Präsenzunterricht ist nicht möglich

„Angesichts der Kurzfristigkeit der Entscheidung müssen Eltern oder volljährige Schüler der Schule keinen Nachweis vorlegen. Sie sind aber verpflichtet, gegenüber der Schule anzuzeigen, ab wann sie von der Befreiung Gebrauch machen und ins Homeschooling wechseln möchten. Ein Hin-und-Her-Wechsel zwischen Homeschooling und Präsenzunterricht ist nicht möglich“, führte Laaß weiter aus. „Die Befreiung vom Präsenzunterricht stellt keine Aussetzung der Schulpflicht dar. Für alle Schüler, die von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch machen, sind die Schulen ganz normal geöffnet.“ Weitere Informationen sind unter www.mk.niedersachsen.de zu finden.

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„Wir haben 1200 Schüler und wissen nicht, wer Montag in die Schule kommt“

„Wir sind fassungslos über die Kurzfristigkeit der Entscheidung, aber wir werden auch dies natürlich organisatorisch bewältigen“, sagte die Peiner IGS-Leiterin Ulla Pleye. Die Mitteilung des Kultusministers erreichte die Schule um 9.12 Uhr. Das Problem: „Wir haben 1200 Schüler und wissen nicht, wer Montag in die Schule kommt und wer zu Hause bleibt.“ Pleye hat sich mit ihrem Schulleitungs-Team daher sofort daran gemacht und einen Elternbrief mit einem Rücklaufzettel verfasst, auf dem bis diesen Freitag mitgeteilt werden muss, falls ein Kind die Schule nicht besuchen wird. Telefonisch sei das nicht leistbar, wer soll denn die 1200 Anrufe annehmen?, so die IGS-Leiterin. Über die genaue Ausgestaltung der letzten Schulwoche – insbesondere der zu schreibenden Klausuren und Klassenarbeiten – werden die Eltern umgehend nach Sichtung der Rückmeldungen und Absprache im Leitungsteam der Schule informiert.

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Pleye hätte sich eine klare Entscheidung gewünscht: „Entweder alle Kinder kommen in die Schule oder alle bleiben zu Hause.“ Die Belastbarkeit der Lehrkräfte stoße an ihre Grenze, „und ich habe auch eine Verantwortung meinen Kollegen gegenüber“. Für die Schüler im Homeschooling werde es Aufgaben über IServ geben, Hybrid-Unterricht sei nicht leistbar. „Auf Basis der Rückmeldungen werden wir natürlich die letzte Schulwoche vor den Ferien in verantwortungsvoller Weise gestalten“, sagt Pleye.

Ratsgymnasium: „Die Klausuren der Oberstufe finden statt“

Auch der Schulleiter des Peiner Ratsgymnasiums, Manfred Filsinger, wurde von Entscheidung überrascht, aber für solche Dinge sei man mittlerweile trainiert. „Es ist grundsätzlich richtig, dass der Kultusminister auf die Sorgen und Nöte der Eltern reagiert“, sagte Filsinger. Er begrüße es auch, dass nicht zwingend notwendige Klassenarbeiten verschoben werden können. Dies betreffe die Jahrgänge 5 bis 11. „Die Klausuren der Oberstufe finden statt.“ Die Corona-Pandemie belaste die Lehrkräfte sehr stark, er stelle es seinen Kollegen frei, ob sie digitalen Unterricht anbieten oder Aufgaben über IServ stellen wollen.

„Weniger Kinder in der Schule bedeuten auch weniger Ansteckungsmöglichkeiten“

„Ich begrüße das grundsätzlich, denn weniger Kinder in der Schule bedeuten auch weniger Ansteckungsmöglichkeiten“, sagt Dirk Brandes, Leiter der Grundschule Drachenstark in Edemissen. Er könne aber auch verstehen, dass es für viele berufstätige Eltern schwer sei, eine zusätzliche Betreuungswoche zu Hause zu organisieren. „Die Schule wird ganz normal weiterlaufen“, kündigt Brandes an. Für Kinder, die zu Hause bleiben, gibt es Aufgaben über IServ oder „offline zum Abholen“. Klassenarbeiten werden in der kommenden Woche nicht stattfinden.

Von Jan Tiemann