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Stadt Peine Igudesman und Joo interpretieren Klassik neu
Stadt Peine Igudesman und Joo interpretieren Klassik neu
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13:56 09.09.2019
Auch irische Folkloremusik können die beiden. In Ermangelung von Stepptänzern schwang Joo den Besen. Quelle: Grit Storz
Peine

Igudesman und Joo und „Die musikalische Hintertreppe“: Ein fantastisches Konzert mit zwei Ausnahmekünstlern hat in den Peiner Festsälen stattgefunden. Dem Kulturring und den niedersächsischen Musiktagen als Veranstalter ist damit ein ganz großer Wurf gelungen, füllen die beiden Virtuosen doch sonst riesige Hallen und spielen mit den bedeutendsten Orchestern unserer Zeit. Dass die Kenner und Liebhaber des weltweit erfolgreichen Duos die Festsäle nur zur Hälfte füllten, tat dem Genuss keinen Abbruch.

Mozart, Rachmaninow, Beethoven, Vivaldi: Das klingt nach einem stilvollen Abend mit klassischer Musik und Künstlern im dunklen Anzug, die konzentriert auf ihren Instrumenten die berühmten Stücke der bedeutenden Komponisten interpretieren. Dass dies durchaus ein Trugschluss sein kann, bewies die atemberaubende Konzertshow von Aleksey Igudesman und Hyung-Ki Joo.

Klassik eher unklassisch

Klassik und Virtuosität in höchster Ausprägung ja – getragene Atmosphäre, seriöse Kleiderordnung und Spielweise eher nicht. Da standen die beiden in lächerlich bunten Hemden, mit der Schiebermütze und später dem Bauarbeiterhelm auf dem Kopf und spielten so ergreifend schön berühmte Stücke auf ihre eigene unnachahmliche Art und Weise. Mozarts „Türkischer Marsch“ auf Asiatisch-Türkisch-Jüdisch in a-Moll statt Dur und mit ausgetauschtem h statt b – auch jeder Nichtmusiker hörte sofort, dass dies eine totale Neuinterpretation des Altmeisters war.

Grandios wurde es, als Igudesman seinen preisverdächtigen Hüftschwung zusätzlich zum Geigenspiel zelebrierte und scheinbar nervös den Anweisungen seines kongenialen Partners Joo zu seiner Spielweise folgte. Damit waren die musikalische Richtung und die Stimmung des Abends vorgegeben.

Schräge Töne und unorthodoxer Musikmix

Die Stilmischungen des Duos sind so extravagant und witzig, dass sich dem niemand entziehen konnte. Während Joo am Flügel sitzend Werke alter Klassiker mit „Staying Alive“ von den Bee Gees rasant verband und dazu lustigen Sitztanz kombinierte, schwang Igudesman tabledanceverdächtig seine Hüften beim Geige spielen. Dass dorthinein auch noch Tonfolgen des russischen „Katjuscha“ perfekt passten, die beiden sehr schräg sangen und dem unorthodoxen Musikmix damit die besondere Würze gaben, ist bei diesen beiden Ausnahmekönnern in Spiel, Komposition und Arrangement kein Wunder.

Zauberflöte mit Milchaufschäumer

Die Zuschauer waren zwischen andächtigem Hören, nach Luft schnappendem Lachen und begeisterndem Klatschen hin- und hergerissen. Die Leichtigkeit, mit der die Musiker zwischen Klassik, Slapstick und Moderne hin- und herglitten, ist Ausdruck großen Könnens und machte diese Konzert-Show zu einem wahren Erlebnis für Ohr und Auge. Dass Rimski-Korsakows „Hummelflug“ mit griechischen Klängen genauso harmoniert wie Mozarts „Zauberflöte“ mit Gloria Gaynors „I will survive“ und einem Milchaufschäumer wunderte nach diesem Musikerlebnis keinen mehr.

Zugabe mit Publikumschor

Mit einem gemeinsamen Zeitlupentanz und einem „Sir-Wife“-Publikumschor ging es in die Zugaberunde, die schließlich mit violinengestütztem Beatboxing und Breakdance endete. Ein großartiger Abend!

Von Grit Storz

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