Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Stadt Peine Körperverletzung: Angeklagter nach Urteil auf freiem Fuß
Stadt Peine Körperverletzung: Angeklagter nach Urteil auf freiem Fuß
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:59 12.12.2019
Der Angeklagte (gepixelt) folgte der Urteilsbegründung sehr aufmerksam und entschuldigte sich im Gericht mit Hilfe seines Dolmetschers (l.) für seine Taten. Quelle: Grit Storz
Hildesheim/Peine

Gleich für mehrere Taten hat sich ein 35-Jähriger vor dem Landgericht Hildesheim verantworten müssen. Nach zwei langen und intensiven Verhandlungstagen sprach der Vorsitzende Richter am Donnerstag das Urteil. Der Flüchtling kommt mit einer Bewährungsstrafe von neun Monaten davon und muss für die ihm zur Last gelegten Taten der „Körperverletzung und der gefährlichen Körperverletzung mit einem Gegenstand“ auch die Kosten des Verfahrens tragen.

Vom Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung mit einem Messer und vom Vorwurf des versuchten Totschlags mit einer Hantelscheibe wurde der Angeklagte dagegen frei gesprochen. Die Anordnung der Untersuchungshaft durch das Amtsgericht Peine wurde mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Der Verurteilte durfte den Gerichtssaal unter Auflage der Bewährung als freier Mann verlassen.

Günstige Prognose

Das Gericht geht von einer günstigen Prognose aus und hat deshalb eine Bewährungsstrafe ausgesprochen. Der Angeklagte selber entschuldigte sich im Gericht für seine Taten und ließ durch seinen Dolmetscher erklären, dass „so etwas nicht mehr vorkommt“ und er bereits Deutsch lerne, einen Kurs besuchen und sich einen Arbeitsplatz suchen werde. Die Bewährungsauflagen streng einzuhalten, sei der erste Schritt, gab ihm das Gericht als Mahnung mit auf den Weg. Zukünftig wird er nicht mehr in Peine wohnen.

Das war passiert: Im Mai 2017 hat der Angeklagte während eines Streits einen Mitbewohner einer Flüchtlingsunterkunft in Peine mit Schlägen verletzt. Ein hinzukommender zweiter Mann wollte schlichten und wurde durch den Angeklagten ebenfalls verletzt. Dabei benutzte der Täter einen Stock, der durch die Schlagwucht zerbrach.

Messer zum Schutz

Später suchte der Angeklagte nach eigener Aussage das klärende Gespräch mit dem von ihm vorher verletzten „Schlichter“. Dabei befürchtete er, körperlich unterlegen zu sein und nahm zu seinem Schutz ein Messer mit. Bei dem Klärungsgespräch kam es erneut zum Streit. Der Angeklagte wurde laut seiner Aussage angegriffen und konnte sich aus dieser Lage nur durch den Einsatz des Messers befreien.

Dieser Tathergang ließ sich durch das Gericht und die Zeugenaussage nicht eindeutig klären. Laut Vorsitzendem Richter konnte der Angeklagte der Kammer glaubhaft versichern, in Notwehr gehandelt zu haben. Das vermeintliche Opfer konnte dagegen nicht vernommen werden. Dieser Mann sei untergetaucht und für deutsche Behörden nicht mehr greifbar, so der Richter.

Außerdem wäre er kein „Traumzeuge“, da er sich schon bei der polizeilichen Vernehmung in Widersprüche verstrickt hätte und wohl auch in dubiose Drogengeschäfte verwickelt sei. Daher sprach das Gericht den Angeklagten von diesem Tatvorwurf frei.

Hantelscheibe geworfen

Ein mit dieser Tat nicht in Zusammenhang stehender Vorwurf kam ebenfalls zur Verhandlung. Der Angeklagte habe einem anderen Mitbewohner der Flüchtlingsunterkunft in Peine nach einem Streit um Frauen eine Hantelscheibe aus dem zweiten Stock des Hauses als Drohung nachgeworfen. Auch hier ließ sich der Tathergang durch die laut Gericht sehr widersprüchlichen Zeugen- und Opferaussagen nicht genau rekonstruieren und das Gericht folgte den Angaben des Angeklagten.

Er habe das vermeintliche Opfer mit dem Wurf nur erschrecken wollen und habe so gezielt, dass er ihn nicht treffen würde, sagte er aus. Auch der Vorwurf, er habe dem unten stehenden Mann mit dem Tode gedroht, ließ sich nicht erhärten.

Lesen Sie auch

Von Grit Storz

Unbekannte haben vier Sommerreifen auf Stahlfelgen gestohlen. Sie waren in einer Tiefgarage gelagert.

12.12.2019

Unbekannte haben auf dem Autohof in Stederdorf die Planen von drei Lkw aufgeschlitzt. Jetzt sucht die Polizei Zeugen.

12.12.2019

Lassen sich Präsente ansprechend verhüllen, ohne zusätzlichen Abfall zu produzieren? Ein Selbstversuch.

12.12.2019