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Stadt Peine Frauenklinik-Aus: Peiner Hebammen kritisieren Informationsfluss
Stadt Peine Frauenklinik-Aus: Peiner Hebammen kritisieren Informationsfluss
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00:22 10.05.2019
Peiner Hebammen sind enttäuscht über den Informationsfluss beim Frauenklinik-Aus. Quelle: Antje Ehlers
Peine

Auch knapp einen Monat nach dem Aus für die Frauenklinik im Peiner Klinikum ist das Thema präsent. Nicht nur vor dem Hintergrund, dass am kommenden Samstag um 10 Uhr eine Demonstration am Peiner Rathaus startet. Unsere Redaktion erreichte am Dienstag ein Schreiben von Peiner Hebammen, die den Informationsfluss beim Frauenklinik-Aus scharf kritisieren.

Licht aus im Kreißsaal - Eine fast (un)endliche Geschichte für die Peiner Hebammen

„Eine Spontan-Geburt war es nicht, dennoch kam das Ende überraschend schnell und auf indiskutable Weise“, heißt es in dem Schreiben. Die Mitarbeiter seien kurzfristig für den 20. Februar zu einer Mitarbeiterversammlung einbestellt worden, auf der das Aus für die Frauenklinik zum 30. Juni verkündet wurde. „Schulden machten ein straffes Sparkonzept notwendig. Obwohl diese Entscheidung Spekulationen zur Station beendete, tat sie mehr als weh. Keine Geburten mehr in Peine? Und vor allem: Was wird aus den etwa 20 Mitarbeitern?“, steht geschrieben.

Kalkül oder verwaltungstechnische Schlamperei?

Sechs Tage später seien die Mitarbeiter erneut eingeladen worden. „Die Zukunft liegt in den Händen der AKH-Gruppe. Man werde andernorts Ersatzarbeitsplätze anbieten“, hieß es. Dass die Teilnehmer davon erfuhren wäre „ohne Buschfunk“ nicht möglich, da die Einladungen auf den 22. datiert, teilweise erst am 27. zugestellt worden wären. Kalkül oder verwaltungstechnische Schlamperei, fragen die Schreibenden.

Informationspolitik glänze durch Kurzfristigkeit

Die Informationspolitik der Klinikleitung glänze weiterhin durch Kurzfristigkeit. So seien Gesprächsangebote am 19. März erst am 12. verschickt worden. Änderungskündigung langjährig beschäftigter Hebammen erreichten diese Ende März. „Die Mitarbeiter gaben weiter ihr Bestes, leisteten Zwölf-Stunden-Dienste. Bis am 8. April bekannt wurde: am 12. April ist vorzeitig Schluss.“ Laut des Hebammenschreibens wurde diese Mitteilung vor allem durch ein in der Klinik kursierendes Schreiben, Mundpropaganda und WhatsApp publik.

Am 16. April sollen dann einige Hebammen von ihrer Versetzung nach Celle zum 1. Mai erfahren haben. „Für manche war es das erste Schriftstück, das sie in der gesamten Zeit erhielten.“ Der Termin der Verabschiedungsveranstaltung sei ebenfalls per Telefon bekannt gegeben worden. Teilgenommen habe fast niemand.

Wie viele Hebammen gehen nach Celle?

Die Schreibenden fragen sich, wie viele Hebammen nach Celle gehen und vermuten, niemand. „Die Hebammen fallen dem Konzern nicht weiter zur Last - sehr schade aber für alle Mütter, die ihre Babys nun nicht mehr in Peine zur Welt bringen können. Das Licht im Kreißsaal ist aus“, endet das Schreiben über große Enttäuschungen.

Kliniksprecher Ralf Kuchenbuch zu den Vorwürfen

Ralf Kuchenbuch, Klinikumsprecher, äußert sich zu den Vorwürfen. Er geht davon aus, dass vorliegendes Schreiben Stimmung erzeugen soll und er daher ich seinem Grundsatz bliebe: „Polemik wird nicht kommentiert – ich bleibe bei den Tatsachen.“

Kuchenbuch gibt weiter an, dass der Betriebsrat von Anfang an eingebunden war. „Zudem wurden die Hebammen durch den Chefarzt, den stellvertretenden Pflegedirektor und die Betriebsratsvorsitzende persönlich informiert. Diejenigen, die am 8. April nicht anwesend waren, wurden telefonisch kontaktiert.“ Weiter wies er darauf hin, dass Änderungen von Arbeitsorten arbeitsvertraglich ausschließlich entweder durch Versetzung oder durch Änderungskündigungen praktiziert werden können.

„Tatsache ist, dass die Betroffenen in einer Mitarbeiterversammlung von der Schließung zum 30. Juni informiert wurden, zeitnah folgten Einladungen zu persönlichen Gesprächsangeboten und die Mitarbeiter wurden persönlich über die frühere Schließung der Geburtshilfe informiert. Ferner wurde auch persönlich eine Einladung zu einer Verabschiedung ausgesprochen.“

Kuchenbuch gibt weiter an, dass hier wohl kritisiert wird, dass es zu wenig Schreiben gab. „Ich stelle mir die Frage, wie würde diese Geschichte wohl klingen, wenn die Betroffenen eben nicht persönlich informiert worden wären, sondern nur schriftlich?“

Von Kathrin Bolte

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