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Stadt Peine Kindesmissbrauch: Täter zu zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt
Stadt Peine Kindesmissbrauch: Täter zu zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt
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06:00 26.02.2019
Amtsgericht Wolfsburg: Hier wurde verhandelt.
Amtsgericht Wolfsburg: Hier wurde verhandelt. Quelle: Archiv
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Peine/Wolfsburg

Der Nürnberger saß bereits fast acht Jahre lang wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in Straubing und Bayreuth im Gefängnis, inklusive Therapie. Teilweise soll er sich an Kindern seiner eigenen Familie vergangen haben. Nach der Haftstrafe bekam er einen Job als Kraftfahrer in Peine. Übergangsweise wohnte er bei seiner Nichte in Fallersleben. Deren Tochter (damals 13) hat er zweimal sexuell missbraucht: Einmal hat er ihr beim Film schauen in der Wohnung an die Brust gefasst, ein anderes Mal hat er sie im Fallersleber Freibad erst gestreichelt, dann unsittlich berührt und geküsst. Zeugen meldeten den Vorfall den Bad-Angestellten und riefen die Polizei. „Die beiden Zeugen haben sich vorbildlich verhalten und eben nicht weggeschaut“, betonte die Richterin.

Vertrauensverhältnis ausgenutzt

Der Angeklagte stand zu der Zeit im Sommer 2018 unter Bewährung – „ich durfte mich Kindern untern 14 Jahren nicht nähern“, gab er zu. Zunächst versuchte er die Vorkommnisse zu verharmlosen, doch die Richterin im Amtsgericht Wolfsburg sah das ganz anders: Er sei „der liebe Onkel“ gewesen und habe das Vertrauensverhältnis zur 13-Jährigen ausgenutzt: „Sie haben Grenzen bei weitem überschritten! Sie haben sich nicht im Griff. Haft und Therapie haben nichts gebracht.“ Deshalb brauche der Angeklagte eine „längere therapeutische Behandlung“. Das Jugendschöffengericht verurteilte ihn zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft. Weil er gegen Bewährungsauflagen verstoßen hat, muss er zudem die Reststrafe der vorherigen Verurteilung absitzen.

Von Sebastian Schröder