Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Stadt Peine Kein Naturschutz-Status? Das sagt der Kreis zum Zweifel des PHSV
Stadt Peine Kein Naturschutz-Status? Das sagt der Kreis zum Zweifel des PHSV
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:07 11.09.2019
Der Streitpunkt: Das Vereinsheim des PHSV am Goltzplatz. Quelle: Archiv
Peine

Übergabe einer Unterschriftenliste, Demo vor dem Rathaus: Im Kampf um den Erhalt seines Vereinsheims am Goltzplatz hat der Polizeihundesportverein (PHSV) am Dienstag mächtig Dampf gemacht. Vom Landkreis Peine kommt jetzt hingegen ein Dämpfer: Der Verein hatte angezweifelt, dass es sich bei dem Vereinsgelände um ein schützenswertes Gelände im Sinne eines Naturschutzgebietes handelt – doch die Kreisverwaltung sieht das anscheinend anders.

Ortsfremder Boden?

Rückblick: Wegen einer fehlenden Baugenehmigung hatte die Stadt Peine den Abriss des PHSV-Vereinsheims verfügt, dagegen setzt sich der Verein nun zur Wehr. Eine nachträgliche Baugenehmigung kann nicht erteilt werden, da das Vereinsgelände mittlerweile in einem Naturschutzgebiet liegt. Doch genau daran hegt der Verein nun Zweifel (PAZ berichtete).

Bohrprofile hätten gezeigt, dass der schützenswerte Moorboden größtenteils nicht mehr existiert und mit einer Auffüllung aus ortsfremdem Boden, Bauschutt sowie abfallartigen Hinterlassenschaften des ehemaligen Kreiskrankenhauses an der Sundernstraße ersetzt worden sei.

„Werden Angelegenheit nachgehen“

Die PAZ fragte bei der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde des Landkreis Peine nach, wie dort die Situation eingeschätzt wird. „Aktuell befinden sich die Flächen des PHSV im Naturschutzgebiet BR 065 Fuhsetal“, erläutert Landkreis-Sprecher Fabian Laaß.

Ein Ersetzen des ursprüngliche Moorbodens durch ortsfremden Boden sei für die Flächen des PHSV bislang nicht bekannt. Informationen über Auffüllungen in der Umgebung würden jedoch vorliegen. „Wir werden der Angelegenheit nachgehen“, versichert der Sprecher. Er macht dem Verein jedoch wenig Hoffnung.

Kreistagsbeschluss notwendig

„Der Schutzstatus des Naturschutzgebietes hängt nicht vordringlich von der Bodenbeschaffenheit ab, sondern vielmehr von den darin vorkommenden Vegetation, der Biotoptypen und der Vernetzung dieser sowie der Bedeutung der Flächen für die Tierwelt. Schutzzweck konkret ist die Erhaltung einer für ein Feuchtgebiet typischen Vegetation und Tierwelt“, so Laaß. „Derzeit ist nicht davon auszugehen, dass etwaige Auffüllungen oder Bodenbelastungen allein eine Entlassung aus dem Naturschutzgebiet zur Folge hätten. Hierfür wäre im Übrigen ein Kreistagsbeschluss notwendig.“

Das macht ein Naturschutzgebiet aus

Gemäß Paragraf 23 des Bundesnaturschutzgesetzes handelt es sich bei Naturschutzgebieten (NSG) um rechtsverbindlich festgesetzte Gebiete, in denen ein besonderer Schutz von Natur und Landschaft in ihrer Ganzheit oder in einzelnen Teilen erforderlich ist:

1. zur Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung von Lebensstätten, Biotopen oder Lebensgemeinschaften bestimmter wild lebender Tier- und Pflanzenarten,

2. aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen oder landeskundlichen Gründen oder

3. wegen ihrer Seltenheit, besonderen Eigenart oder hervorragenden Schönheit.

Nach Feststellung entsprechender Schutzwürdigkeit und Schutzbedürftigkeit, werden NSG von der zuständigen Naturschutzbehörde ausgewiesen. Dies war zur Zeit der Ausweisung des Naturschutzgebietes BR 065 „Fuhsetal“ im Jahr 1984 noch die Bezirksregierung Braunschweig. Inzwischen sind für die Ausweisung von NSG in Niedersachsen die Unteren Naturschutzbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte zuständig. Bevor eine NSG-Verordnung durch einen Beschluss des Kreistages bei den Landkreisen beschlossen wird, erfolgt ein Verfahren mit Beteiligung der betroffenen Gemeinden, der Träger öffentlicher Belange und der Öffentlichkeit.

Von Tobias Mull

Im März mussten die Räume der Kreisvolkshochschule im Haus Garbe geschlossen werden. Nun wurde am Echternplatz ein neuer Raum offiziell eröffnet. Es gibt dort Neuerungen.

11.09.2019

In der Fontanestraße in Peine ist in der Nacht zu Mittwoch ein BMW in Flammen aufgegangen. Wie die Polizei Peine mitteilt, ist derzeit weder die Schadenshöhe noch die Ursache bekannt. Fest steht lediglich, dass das Fahrzeug einen Totalschaden hat. Die Ermittlungen wurden aufgenommen.

11.09.2019

Erneut hat es einen schweren Verkehrsunfall auf der A 2 gegeben. In der Zufahrt zur Raststätte Zweidorfer Holz fuhr ein Kleintransporter auf einen geparkten Lkw auf. Der Verkehr staute sich anschließend in Richtung Hannover über mehrere Kilometer. Am Stau-Ende ereignete sich ein weiterer Auffahrunfall. Ein Mensch wurde schwer verletzt.

11.09.2019