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Stadt Peine Kaufhaus Brunsviga: Anfeindung, Deportation
Stadt Peine Kaufhaus Brunsviga: Anfeindung, Deportation
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00:18 20.06.2018
Das Publikum lauschte gespannt dem Vortag von Dr. Binner über die jüdische Familie Herzfeld.
Das Publikum lauschte gespannt dem Vortag von Dr. Binner über die jüdische Familie Herzfeld. Quelle: Nicole Laskowsi
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Peine

Der Vortrag fand im Rahmen einer Veranstaltungsreihe des Israel-Jacobsen-Netzwerkes statt. Parallel dazu läuft im Museum Schloss Salder in Salzgitter eine Ausstellung über das Jahr 1938. „Darin wird gezeigt, was den Juden in diesem Jahr alles angetan wurde. Trauriger Höhepunkt war die Reichspogromnacht am 9. November 1938, in deren Zuge auch in Peine alle jüdischen Männer verhaftet wurden, unter ihnen auch Max Herzfeld.

Dr. Jens Binner hielt im Peiner Kreismuseum einen Vortrag über die jüdische Familie Herzfeld. Quelle: Nicole Laskowsi

Seine Wohnung am Markt über seinem ehemaligen Kaufhaus wurde verwüstet“, schilderte Dr. Binner die damaligen Ereignisse.

In Peine ansässiges Familienunternehmen

Das Warenhaus der Familie Herzfeld war ein seit Jahrzehnten in Peine ansässiges Familienunternehmen. Allerdings stand es schon vor 1933 in der Kritik, weil man damals befürchtete, dass große Kaufhäuser den Einzelhandel ruinieren. Die Nationalsozialisten nutzten diese Haltung geschickt aus, um antisemitische Vorurteile zu platzieren und für sich zu nutzen.

Immer größere offene Feindschaft

Von 1933 an wurde der Familie Herzfeld eine immer größere offene Feindschaft entgegengebracht. Es gab Verleumdungen, die Schankkonzession und der Verkauf von Lebensmitteln sollten verboten werden, städtischen Angestellten wurde verboten, im Kaufhaus Brunsviga einzukaufen und sogar in der Zeitung wurde veröffentlicht, dass Peiner Bürger, die dort einkauften, sich dafür verantworten sollten.

Max und Käthe Herzfeld wurden deportiert

Bis 1936 hielt Herzfeld diesen Anfeindungen stand, sah dann aber nach mehreren Klagen und Verboten gegen ihn keine andere Möglichkeit, das Kaufhaus zu vermieten. Die Immobilie am Markt behielt er aber, in dem Glauben, mit dem Verkauf das Schlimmste überstanden zu haben. Das war nicht der Fall. 1942 wurde er zusammen mit seiner Frau Käthe deportiert und im Warschauer Ghetto ermordet. Sein Sohn Hans-Hermann war bereits 1939 mit einem Kindertransport nach England entkommen.

Von Nicole Laskowski