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Stadt Peine Handy-Streit unter Brüdern eskaliert: Bewährungsstrafe für jungen Peiner
Stadt Peine Handy-Streit unter Brüdern eskaliert: Bewährungsstrafe für jungen Peiner
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18:14 19.12.2019
Vor dem Jugendschöffengericht Peine musste sich ein 20-Jähriger wegen des Vorwurfs der Körperverletzung verantworten. Quelle: Eckhard Bruns
Peine

Zu neun Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung sowie 300 Stunden gemeinnütziger Arbeit hat das Jugendschöffengericht am Donnerstag einen 20-jährigen Peiner verurteilt. Er war wegen Körperverletzung angeklagt worden.

Streit wegen Handy ist eskaliert

Was ist passiert? Am 5. August 2018 forderte der Angeklagte – in der Wohnung der Familie – das Handy von seinem jüngeren Bruder, da er sein eigenes Telefon gerade verkauft hatte. Als der Bruder sein Handy nach rund zwei Stunden wieder zurückhaben wollte, gab er ihm das Gerät nach einem verbalen Streit nur widerwillig zurück. Zugleich war der 20-Jährige über die Rückgabeforderung derart verärgert, dass er seinen Bruder mit Faustschlägen und Kniestößen im Gesicht verletzte.

Der jüngere Bruder erlitt dadurch eine stark blutende Nase sowie geschwollene Lippen. Die Mutter versuchte vergeblich, den Streit der Söhne zu schlichten. Dabei schubste der Angeklagte sie einfach mehrmals zur Seite und drohte seiner ebenfalls anwesenden Schwester: „Wenn ich dich auf der Straße erwische, dann bringe ich dich um!“ Als der Vater nach Hause kam und den Streit bemerkte, trennte er die beiden Streithähne. Während das Opfer seine Wunden pflegte, verließ der ältere Bruder wütend die gemeinsame Wohnung.

Unerlaubter Zutritt zur Wohnung

Die Familie zeigte den Vorfall bei der Peiner Polizei an und erwirkte am 7. August 2018 ein sogenanntes Betretungs- und Näherungsverbot gegen den Angeklagten (20), das ihm den Zutritt zur Wohnung verbot. Trotzdem stieg der Angeklagte bereits wenige Tage später unerlaubt durch ein Fenster in die elterliche Wohnung ein, um sich ein paar Bekleidungsstücke zu holen.

Seine 19-jährige Schwester informierte daraufhin die Polizei, die den Angeklagten unter seinem Bett versteckt fand. Dem Mann wurde die verhängten Verbote nochmals erläutert und er wurde der Wohnung verwiesen. Am gleichen Abend verschaffte er sich jedoch erneut Zutritt in die Räume. Die Schwester rief wieder die Polizei zu Hilfe.

Der Angeklagte und seine Eltern äußerten sich nicht zu den Anklagepunkten, die Schwester bestätigte weitgehend die Vorkommnisse. „Sie haben alles richtig gemacht und dabei sehr viel Courage gezeigt“, lobte der Richter die Schülerin.

Neigung zu schädlichem Verhalten

Seitens der Jugendgerichtshilfe wurde dem Angeklagten die Neigung zum Lügen, eine hohe Aggressivität sowie seine mangelnde Konfliktfähigkeit bescheinigt. Eine positive Sozialprognose sei daher nicht möglich. Es liege eine Neigung zum schädlichen Verhalten vor, die eine gezielte Therapie zum Drogenentzug und die Schaffung von Tagesstrukturen erfordere.

„Struktur fürs Leben ist dringend erforderlich. Sie zeigen eine bemerkenswerte schlechte Einstellung. Man arbeitet hier für sein Auskommen. Sie müssen ebenfalls arbeiten, sonst gehen sie in Haft“, gab der Richter dem Angeklagten nach der Verkündung des Urteils mit auf den Weg.

Von Eckhard Bruns

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