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Stadt Peine Jede dritte Wasserprobe war belastet
Stadt Peine Jede dritte Wasserprobe war belastet
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23:06 27.07.2017
Ausgebrachte Gülle ist mitverantwortlich für hohe Nitratbelastung. Der Diplom-Physiker Harald Gülzow nimmt im Labor eine Wasserprobe.
Ausgebrachte Gülle ist mitverantwortlich für hohe Nitratbelastung. Der Diplom-Physiker Harald Gülzow nimmt im Labor eine Wasserprobe.  Quelle: VSR-Gewässerschutz e.V.
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 Weitere Proben mit einer deutlich erhöhten Belastung kamen aus Bülten, Groß und Klein Ilsede, Oberg, Schmedenstedt, Meerdorf, Bortfeld, Wendezelle und Alvesse. Durchgeführt hat die Untersuchung der VSR-Gewässerschutz, der mit seinem Labormobil und Diplom-Physiker Harald Gülzow am 4. Juli auf dem Friedrich-Ebert-Platz in Peine zu Gast war.

142 Bürger aus Stadt und Landkreis haben Proben ihres Brunnenwassers abgegeben, jede dritte sei mit Nitrat belastet, so der Verein. Gülzow erklärt: „Der zulässige Grenzwert liegt bei 50 Milligramm.“

Der Verein warnt davor, diese belasteten Proben als Trinkwasser zu verwenden oder Fischteiche damit zu befüllen, da eine mögliche Algen-Vermehrung zum Absterben der Fische führen könne.

Ebenso weist der Verein darauf hin, dass es beim Bewässern mit belastetem Grundwasser zu einer zusätzlichen Nitrat-Zufuhr komme, was bei der Düngung dringend beachtet werden müsse, um eine unnötige Nitrat-Anreicherung zu vermeiden. „Da die Wasseraufbereitung für die Wasserversorger immer aufwendiger wird , muss man mit dem Anstieg der Trinkwasser-Preise rechnen, befürchtet Gülzow.

In Anbetracht der immer wiederkehrenden erhöhten Nitrat-Werte fordert der Experte: „Gerade bei den starken Belastungen im Grundwasser muss in der Landwirtschaft eine noch höhere Effizienz beim Düngen erfolgen als in den nicht belasteten Regionen.“ Des Weiteren wünscht sich VSR einen noch höheren Druck auf die Landwirte seitens der Politik, was die Dünger-Ausbringung betreffe. Dazu fordert er einen gesetzlichen Rahmen, der genaue Messungen der Bodenstickstoffwerte auf Ackerland verankere. Für den Verein bedarf es eines Umdenkens bei den Landwirten und deren Verbänden.

Von Antje Ehlers