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Stadt Peine „Kein Platz kann es sich mehr leisten, kein WLAN anzubieten“
Stadt Peine „Kein Platz kann es sich mehr leisten, kein WLAN anzubieten“
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06:06 19.07.2019
Dirk Dunkelberg, stellvertretender Geschäftsführer beim Deutschen Tourismusverband (DTV) Quelle: Jan Sobotka/DTV
Peine

Dirk Dunkelberg vom Deutschen Tourismusverband erklärt im Interview, wie der Camping-Boom funktioniert.

Herr Dunkelberg, erlebt das Camping gerade eine Blütezeit?

Absolut! Im letzten Jahr hatten wir in Deutschland über 32 Millionen Übernachtungen auf Campingplätzen – so viele wie noch nie. Beim Camping sind deutsche Plätze im Vergleich mit anderen europäischen Ländern recht günstig. Außerdem ist Camping naturnah und wird schon deshalb in letzter Zeit stark nachgefragt.

Wo liegen die aktuellen Trends, worauf kommt es den Gästen an?

Der heutige Camping-Urlauber legt Wert auf Komfort und Qualität. Die meisten Campingplätze haben darauf reagiert und tummeln sich schon im Vier- bis Fünf-Sterne-Bereich. Außerdem wollen die Leute gern unterhalten werden, so wie man es zum Beispiel von Campingplätzen mit Animationsprogramm in Frankreich oder Spanien kennt. Und: Die Nachfrage nach Mietobjekten steigt, sei es nun ein Wohnwagen oder eine Blockhütte.

Reisemobile werden auch generell immer beliebter, oder?

Ja. Im letzten Jahr gab es bei den zugelassenen Reisemobilen in Deutschland einen Zuwachs im zweistelligen Prozentbereich. Darauf sollten nicht nur Campingplätze, sondern auch Städte und Gemeinden reagieren: Der Reisemobilist als solcher campiert gern zentral, dafür braucht es Stellplätze.

Was hat es mit dem sogenannten „Glamping“, der Kombination aus Glamour und Camping auf sich?

Das ist aus meiner Sicht nicht unbedingt ein Trend, aber ein beliebtes Nischenprodukt. Für das ganz besondere Campingerlebnis bieten manche Plätze zum Beispiel Beduinenzelte zur Miete an, allerdings ausgestattet mit Boxspringbett und Kühlschrank.

In unserer Region dominieren die Dauercamper die Campingplätze – touristische Besucher hingegen sind in der Unterzahl. Haben diese Plätze trotzdem eine Zukunft?

Das ist tatsächlich eine Herausforderung, denn die Zahl der Dauer-Camper ist rückläufig. Früher wurden die Dauerstellplätze von Generation zu Generation weitergegeben, aber heute will die Jugend lieber mobil sein und die Welt erkunden. Campingplätze sollten also eher ihr touristisches Angebot stärken. Wir empfehlen, dabei nicht einen großen Blumenstrauß an Angeboten aufzufahren, sondern sich auf Zielgruppen zu spezialisieren und ein Alleinstellungsmerkmal zu entwickeln, mit E-Bikes oder Wassersport zum Beispiel.

Und wie sieht es mit der Digitalisierung aus?

Die ist eine Grundvoraussetzung für Campingplätze, die in Zukunft bestehen wollen. Kein Platz kann es sich mehr leisten, kein WLAN anzubieten – deshalb ist der Breitband-Ausbau auch so wichtig. Und die Plätze müssen zukünftig online buchbar sein, darauf legen die Reisenden zunehmend Wert. Aber leider haben immer noch einige Plätze nur Telefon und Fax und allerhöchstens noch eine Internetseite, auf der man aber nicht direkt buchen kann.

Von Frederike Müller

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