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Stadt Peine Heinz Rudolf Kunze: „Ich war oft zur richtigen Zeit am richtigen Ort!“
Stadt Peine Heinz Rudolf Kunze: „Ich war oft zur richtigen Zeit am richtigen Ort!“
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06:00 23.05.2019
Heinz-Rudolf Kunze
Heinz-Rudolf Kunze Quelle: Martin Huch
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Peine

Heinz Rudolf Kunze kommt am 26. Mai nach Peine. Der Auftritt im Rahmen der aktuellen Tour unter dem Titel „Wie der Name schon sagt“ beginnt um 19 Uhr im Peiner Forum. Die PAZ hat vorab mit dem Ausnahme-Künstler gesprochen.

Herr Kunze, Sie haben Ihre Laufbahn bei einem Nachwuchs-Wettbewerb begonnen. Aktuell sind medienwirksame Casting-Shows beliebt, an denen auch immer wieder Menschen aus dem Peiner Land teilnehmen. Bieten solche Formate tatsächliche realistische Chancen für Talente?

Nein, das sind kommerzielle Unternehmungen, bei denen nur der Erfinder des Konzepts und die Juroren fettes Geld verdienen. Die Künstler sind arme Hanseln, die nach einem Fehlversuch weggeworfen werden. Der Wettbewerb, an dem ich teilgenommen habe, war eine sehr seriöse Angelegenheit von den Deutschen Rundfunkanstalten und der Deutschen Phono-Akademie mit einer hochkarätigen Jury. Dort wurden ausschließlich Gesamtkünstler gesucht, die ihr eigenes Material schrieben und sangen – keine Marionetten, die Fremdtitel trällern.

Bei Ihnen lief es ja überwiegend gut. Ihr aktuelles Album heißt „Schöne Grüße vom Schicksal“. Wie viel Schicksal macht eine Karriere wie Ihre aus? Wie viel ist Talent? Und wie viel ist harte Arbeit?

In meinem Leben hat das Schicksal eine beträchtliche Rolle gespielt. Mir ist in einem kurzen Zeitfenster Anfang der 80er Jahre so vieles passiert, dass es mir schwer fällt, das für Zufall zu halten. Ich war oft im richtigen Moment am richtigen Ort, die richtigen Leute haben mich gehört, und auf einmal gingen Fenster und Türen auf. Es hat aber auch mit Hartnäckigkeit, mit Arbeitswut, Ehrgeiz und Fleiß zu tun. Und es ist sehr leicht möglich, in diesem Geschäft durchzudrehen und vom Weg abzukommen, wenn man nicht einigermaßen geerdet ist. Aber das deutsche Publikum ist recht treu. Wenn man nicht bescheißt, sich Mühe gibt und ehrliche Angebote macht, dann bleiben die Leute bei der Stange. Sie mögen gerne mit ihren Stars altern. Dafür gibt es viele Beispiele.

Sie wurden schon vor mehr als zehn Jahren für Ihr Lebenswerk geehrt. Wie hat sich das angefühlt? Es macht bis jetzt absolut nicht den Eindruck, dass der Schaffensprozess in absehbarer Zeit abgeschlossen ist...

Das Wort Lebenswerk hat sich in den Sprachgebrauch eingeschlichen, das war nicht so gemeint und steht auch nirgendwo, und ich wollte das auch nicht so sehen. Ich wurde ausgezeichnet für das, was ich bis dahin gemacht habe, als eine Art Zwischenbilanz. Seither habe ich eine Unzahl an weiteren Platten gemacht und denke noch lange nicht ans Aufhören.

Sie werden ja am 26. Mai in Peine zu Gast sein. Man kennt Sie hier natürlich gut. Wie ist es anders herum: Verbinden Sie etwas mit Peine?

Nein, nicht direkt. Wenn man – wie ich – in der Region Hannover wohnt, ist Peine ein Ort, den man eher aus dem Augenwinkel wahrnimmt. Meistens fährt man auf der Autobahn daran vorbei. Aber ich habe in Peine vor vielen Jahren mal eine Lesung gehalten und freue mich sehr auf das Konzert.

Die Ankündigung für Ihren Auftritt klingt ein wenig geheimnisvoll. „Persönlicher war Kunze noch nie“, heißt es. Worauf darf das Publikum gespannt sein?

Kurz gesagt bin ich bewaffnet mit drei Gitarren, einem Flügel und einer Mundharmonika und das ist es. Das Programm ist ungefähr die Mitte zwischen Bruce Springsteens Solo on Broadway und Harald Schmidt. Es ist kein normales Konzert, denn zwischen den Liedern werden viele Sprechtexte vorgetragen. Dabei handelt es sich weniger um Autobiographisches als um poetische Texte aus meiner Feder. Aber es wird keine trockene akademische Vorlesung, sondern es gibt viel zu lachen. Dabei bleibt es dem Publikum überlassen zu erraten, wie viel erlebt ist und wie viel ausgedacht.

Für das Konzert gibt es noch Tickets. Erhältlich sind sie unter anderem bei der Konzertkasse der PAZ, Werderstraße 49 in Peine, und im Kartenbüro des Kulturrings im Peiner Forum, Winkel 30.

Von Kerstin Wosnitza