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Stadt Peine Im Landkreis Peine ist die Jagd ein zunehmend beliebtes Hobby
Stadt Peine

Im Landkreis Peine ist die Jagd ein zunehmend beliebtes Hobby

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20:00 05.12.2021
18 Frauen und Männer haben 2021 bei der Jägerschaft Peine ihr Grünes Abitur gemacht.
18 Frauen und Männer haben 2021 bei der Jägerschaft Peine ihr Grünes Abitur gemacht. Quelle: Birthe Kußroll-Ihle
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Kreis Peine

In dieser Zeit sieht man sie häufig – Frauen und Männer, die auf der Jagd sind. Das Hobby wird immer beliebter, auch in der Region Peine. Derzeit hat die Jägerschaft Peine 990 Mitglieder, davon sind 120 Jägerinnen, das sind rund zwölf Prozent.

Das Jagdjahr beginnt am 1. April und endet am 31. März des Folgejahres. Mit jedem Jahr fängt in der Natur der Kreislauf des Lebens aufs Neue an. Im Verlauf der Jahreszeiten ändern sich die Vegetation, das Verhalten des Wildes und damit auch die Aufgaben und Herausforderungen der Jäger. Von Oktober bis Januar beginnt für die Jäger die Hauptsaison. Denn im Herbst und frühen Winter finden Bewegungsjagden statt – auch Treib- oder Drückjagden genannt.

Jäger bei einer Drückjagd. Quelle: Kaufmann/DJV

„Mit den Bewegungsjagden erfüllen Jägerinnen und Jäger einen Großteil der Abschusspläne und produzieren dabei Wildfleisch, ein hochwertiges Nahrungsmittel aus nachhaltiger Nutzung. Ohne Bejagung würden sich beispielsweise Pflanzenfresser wie Reh- oder Rotwild in unserer Kulturlandschaft stark vermehren und Bäume im Wald schädigen. Besonders beim Wildschweinbestand wird in dieser Zeit zur Vermeidung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) stark eingegriffen“, sagt Steffen Bartels, Vorsitzender der Jägerschaft Peine. Das Schwarzwild ist in diesem Jagdjahr die häufigste Wildart im Landkreis Peine, gefolgt vom Rehwild. Der Bestand an Damwild ist eher klein.

„Beim Haarwild machen mir die Streckenzahlen im Vergleich von Hasen zu denen des Raubwildes mit Fuchs und den Marderartigen mit einem Verhältnis von eins zu drei vermehrt Sorgen. Rebhühner und Fasanen sind in der Region nur noch in gepflegten Biotopen nachhaltig bejagbar. Beim Wasserwild zeigen die Besätze der Stockente mit einer deutlichen Tendenz nach unten“, berichtet Kreisjägermeister Hans Werner Hauer. „Ganz im Gegenteil dazu verhält es sich mit der Population von Grau- und Nilgänsen, die auf einzelnen Agrarflächen von bis zu 300 Tieren und mehr einen erheblichen Schaden verursachen. Auch die Rabenkrähen kommen sehr häufig vor und besiedeln fast jeden Lebensraum.“

Kreisjägermeister Hans Werner Hauer. Quelle: Birthe Kußroll-Ihle

Einen zuverlässigen Überblick über den Wildbestand liefert die Wildtiererfassung in Niedersachsen (WTE), die seit 1991 besteht. Niedersachsenweit beträgt die Beteiligungsrate der Revierinhaber 80 Prozent, in Peine fast 100 Prozent. Die WTE wurde von der Landesjägerschaft Niedersachsen in enger Kooperation mit dem Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung initiiert und ist bundesweit Vorbild für viele Monitoringprogramme. Weitere Infos dazu unter: https://www.youtube.com/watch?v=Ni3oqdm-qtQ

An Nachwuchs mangelt es den Jägern im Kreis Peine nicht. Die Jägerschaft führt seit Jahrzehnten erfolgreich die Ausbildung der Jungjäger durch. Wegen des umfassenden theoretischen und praktischen Wissens, das vermittelt werden muss, dauert die Ausbildung mehrere Monate. In dieser Zeit werden vom August bis zur Jägerprüfung im Mai, die angehenden Jungjäger sorgfältig und gewissenhaft in den einzelnen Fachgebieten geschult. Die Teilnehmer haben durch diese Zeitspanne die Möglichkeit, an Jagden teilzunehmen. Die Mitgliedschaft in der Jägerschaft und der Klassenverband helfen, gemeinsam Thematiken zu erlernen und auch für das spätere Jägerleben weitergehende Kontakte zu knüpfen.

Die Jungjäger-Ausbildung ist jedes Jahr ausgebucht, es werden etwa 20 Anmeldungen zugelassen und eine Warteliste für das Folgejahr besteht bereits. Die Jagd liegt vor allem bei jungen Leuten im Trend. Immer mehr junge Menschen streben danach, den Jagdschein zu machen und die Jagd aktiv auszuüben.

Steffen Bartels, Vorsitzender der Jägerschaft Peine. Quelle: Birthe Kußroll-Ihle

„Stand früher überwiegend die Trophäenjagd im Vordergrund, sind es heute eher die Landnutzung in Form der Fleischbeschaffung, das Naturerlebnis und die Geselligkeit in der Natur, die junge Leute dazu animieren, den Jagdschein machen“, erklärt Bartels. Ein weiteres Phänomen des Anstiegs der Jagdscheinanwärter sei das weitgehende Fehlen der Kontakte der Jungjägerinnen und Jungjäger in die etablierten Jägerschaften. „War der Jungjäger ohne jagdlichen Anhang früher unter den Jagdscheinanwärtern die Ausnahme, ist er heute eher die Regel. Damit die Integration des jungen Nachwuchses gelingen kann, nimmt die Aufgabe, dem frisch gebackenen Jungjäger über die bloße Jägerprüfungsvorbereitung hinaus eine Jagdmöglichkeit zu besorgen, einen immer größeren Raum ein“, erläutert Bartels. Hierzu bestehe in der Jägerschaft Peine die Jungjäger AG. Infos gibt es unter www.jagdverband.de im Internet.

Eine Jägerin auf dem Hochsitz bei einer Erntejagd. Quelle: DJV

Eine Männerdomäne ist die Jagd schon länger nicht mehr. Der Anteil der Jägerinnen in Deutschland steigt stetig an. Vor 25 Jahren war nur ein Prozent der Jagdscheininhaber Frauen, heute sind es im Bundesdurchschnitt sieben Prozent. In den Jägerkursen liegt ihr Anteil bereits bei 25 Prozent. Die Gründe, warum Frauen zur Jagd gehen wollen, sind dabei so vielfältig wie die Jagd selbst. Viele kommen über das Hundewesen zur grünen Zunft, andere wollen Natur erleben, wie sie ist. Wieder andere wollen vor allem wissen, woher ihr Sonntagsbraten kommt.

Wildrücken mit Maccaire, Rosenkohl und Kräuterseitlingen

Tobias Meyer, Koch im Woltorfer Landkrug, hat ein passendes Rezept für Wild parat. Im Woltorfer Landkrug gibt es auch frisches Wildfleisch zu kaufen – Chef Michelle Reiter ist selbst passionierter Jäger.

Etwa 800 Gramm Wildrücken am Stück in einer Pfanne scharf anbraten und dann je nach Größe 15 bis 20 Minuten im vorgeheizten Ofen bei 160 Grad Umluft garen.

Maccaire: 800 Gramm mehlig kochende Kartoffeln schälen, in Salzwasser kochen und ausdampfen lassen. Durch eine Kartoffelpresse drücken. 80 Gramm Speck und eine gewürfelte Zwiebel in etwas Butter anschwitzen. Beides mit zwei Eigelb, Salz und Muskat sowie etwas gehackter Petersilie zu den Kartoffeln geben und gut durchmischen. Die fertige Masse zu einer Rolle formen und in Klarsichtfolie im Kühlschrank durchkühlen lassen. Dann in Taler schneiden, in Mehl wälzen und in der Pfanne goldbraun braten.

Rosenkohl und Kräuterseitlinge: 600 Gramm Rosenkohl in Salzwasser kochen. Einige Speckwürfel und eine gewürfelte Zwiebel in etwas Butter anschwitzen. Den Rosenkohl zugeben und mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. 400 Gramm Kräuterseitlingen klein schneiden und in einer Pfanne in etwas Öl anbraten. Gewürfelte Zwiebel und Frühlingslauch in Ringen zugeben und nach Geschmack mit Salz und Pfeffer würden.

Dazu passen Wildpreiselbeeren.

Wer sich für die Jagd interessiert, kann sich gerne an die örtlichen Jäger, Jagdpächter, Hegeringleiter, den Vorstand der Jägerschaft Peine, den Landesjagdverband oder den Deutschen Jagdverband wenden.

Informationen über die Kreisjägerschaft Peine gibt es auch auf der Seite www.ljn.de im Internet.

Von Nicole Laskowski