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Stadt Peine „Illegaler“ Hund: „Rose“ hat neues Zuhause
Stadt Peine „Illegaler“ Hund: „Rose“ hat neues Zuhause
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15:22 30.04.2019
Der Kreis Peine hat die Französische Bulldogge „Rose“ verkauft. Quelle: Privat
Peine

Die fünf Monate alte „Rose“ ist eine Französische Bulldogge. Nachdem sie durch den Landkreis sichergestellt worden war, verbrachte die „illegale“ Hündin zunächst einige Wochen in Quarantäne – zur Sicherheit. Dann wurde sie vom Kreis für 700 Euro zum Verkauf angeboten. In ihrem neuen Zuhause wird das Tier laut Kreissprecher Fabian Laaß „mit zwei weiteren Artgenossen und Zugang zu einem großen Garten nun endlich all das im Leben eines Junghundes nachholen können, was ihr während der Quarantäne-Haltung zum Teil vorenthalten werden musste. Die Mitarbeiter des Fachdienstes Veterinärwesen freuen sich sehr und wünschen ,Rose’ und ihrem neuen Halter alles Gute!“

Die Hündin "Rose" hat ein neues Zuhause gefunden. Quelle: Landkreis Peine

Ein Verkauf behördlich sichergestellter Tiere stoße manchmal auf Verwunderung in der Öffentlichkeit. Dabei handele es sich bei der im Verwaltungsdeutsch so kalt klingenden „Verwertung“ um eine Verpflichtung der zuständigen Behörden. „Zunächst ist auch dem Halter die Gelegenheit zu geben, sein Tier selbst abzuholen. Holt der Halter sein Tier nicht innerhalb einer angemessenen Frist ab, oder kann oder will dieser die Voraussetzungen für eine angemessene Haltung nicht erfüllen, so kann die Behörde das betreffende Tier entweder einer gemeinnützigen Organisation übereignen oder das Tier verkaufen“, erklärt Veterinäramtsleiterin Dr. Tatjana Shobeiry Fard.

Amtstierärztin Dr. Tatjana Shobeiry Fard Quelle: Archiv

Ein Verkauf sei immer dann anzustreben, wenn ein Verkaufserlös mit vertretbarem Aufwand möglich ist. Das sei zum Beispiel bei Tieren einer begehrten Rasse, Sportpferden oder auch landwirtschaftlichen Nutztieren manchmal möglich. Sei ein Verkauf in einer angemessenen Zeitspanne nicht möglich, kann auch ein Tier, das auf dem Markt einen gewissen Wert hat, einer gemeinnützigen Organisation übertragen werden, wenn die Unterbringungskosten einen möglichen Erlös übersteigen. „Ein illegaler Welpenhändler profitiert dabei nicht von dem erzielten Erlös – die Kosten, die eine behördliche Sicherstellung mit allen notwendigen Maßnahmen wie Quarantäne, Impfungen und Untersuchungen verursacht, liegen häufig um ein Mehrfaches höher als ein Erlös. Dazu kommt ein Bußgeld- oder in einigen Fällen sogar ein Strafverfahren mit empfindlichen Strafen“, so die Amtstierärztin.

Fabian Laaß, Pressesprecher des Landkreises Peine. Quelle: Janine Kluge

Bei den Fällen, in denen ein nicht zahlungsfähiger Tierhalter eine behördliche Sicherstellung verursacht habe, würden die Kosten der Sicherstellung vom Landkreis und damit letztlich vom Steuerzahler getragen werden müssen. Eine Behörde sei daher im Sinne eines vernünftigen Umgangs mit Steuergeld bei notwendigen Verkäufen immer verpflichtet, wenn mit verhältnismäßigem Aufwand möglich, einen Erlös zu erzielen, ob nun von Tieren oder Sachen. „Wenn Welpenkäufer einige einfache Ratschläge befolgen würden, wie zum Beispiel Welpen nicht ohne sich von der Herkunft der Elterntiere überzeugt zu haben zu kaufen, wäre der illegale Welpenhandel nicht so ein florierendes Geschäft. Wenn Menschen auf der Suche nach vermeintlich „billigen“ Rassetieren diese nicht auf Parkplätzen oder sonstigen öffentlichen ,Übergabestellen’ übernehmen würden oder sich nach Hause „liefern“ lassen, würde sowohl den Elterntieren als auch den oft zu jung verbrachten Welpen unnötiges Leid erspart“, berichtet Dr. Shobeiry Fard.

Tipps für den Hundekauf

Auch müsse ein zukünftiger tierischer Hausgenosse nicht immer ein Rassehund oder eine Rassekatze oder ein kleiner Welpe sein – „viele liebenswürdige Tiere warten in den Tierheimen auf ein neues Zuhause“. Gerade für Familien mit Kindern, die so gerne Welpen für die Kinder kaufen, könne ein ruhigeres auch älteres Tier die bessere Wahl und das perfekte Familientier sein.

Von Thomas Kröger

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