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Stadt Peine Forschergruppe sucht ehemalige Mitarbeiter der Peiner AG
Stadt Peine Forschergruppe sucht ehemalige Mitarbeiter der Peiner AG
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20:45 04.09.2019
Historiker wollen anhand von alten Dokumenten und Berichten von Zeitzeugen die Humanisierung in der Arbeitswelt aufarbeiten. Quelle: Arne Schott
Peine/Heidelberg

Für ein Forschungsprojekt sucht eine Forschergruppe der Universität Heidelberg ehemalige Mitarbeiter der Peiner Maschinen- und Schraubenwerke AG (Arbeiter, Meister, Betriebsräte, Abteilungs- und Werksleiter), die an einem Humanisierungsprojekt mitgewirkt und Interesse haben, über ihre Erfahrungen zu sprechen.

Schon früher öffentliche Debatte über „Gute Arbeit“

Zwischen 1974 und 1989 initiierte die Bundesregierung, unter Federführung des „Humanisierungsministers“ Hans Matthöfer (SPD) im Bundesministerium für Forschung und Technik, das Programm „Humanisierung des Arbeitslebens“. Die zentralen Themen des Programms waren Arbeitsbedingungen, Unfallverhütung, aber auch Möglichkeiten der Demokratisierung des Arbeitsplatzes. Hierfür gab es Einzelprojekte in verschiedenen Unternehmen.

Modell-Projekte in Peine

Zwei dieser Projekte mit Modellcharakter fanden zwischen 1975 und 1982 in der Peiner Maschinen- und Schraubenwerke AG (Peiner AG) statt. Eine Forschergruppe der Friedrich-Ebert-Stiftung wollte ermitteln, ob im Betrieb Instrumente geschaffen werden können, die es auch den ungelernten Arbeiter erlauben, ihre Arbeitsbedingungen zu gestalten und zu verbessern. Die Besonderheit dieses Projekts war, dass es sowohl von der Unternehmensleitung, wie auch dem Betriebsrat mitgetragen wurde.

Dies ist ein Grund, weshalb es im Gegensatz zu vergleichbaren Initiativen relativ erfolgreich war. So wurde in der Abteilung Zerspanung II eine neue Maschine angeschafft, die das Arbeiten erleichterte, Lärmschutzmaßnahmen getroffen und Arbeitsabläufe verbessert. Innerhalb des Projekts entstand auch eine filmische Dokumentation, in der die verschiedenen beteiligten Akteure auftreten und Szenen gemeinsam nachstellten. Sie wurde im WDR-Fernsehen ausgestrahlt.

Neue Forschungen zur Humanisierung

Seit Januar 2018 befasst sich ein Forschungs-Projekt der Universität Heidelberg mit dem Titel „Aushandlung und Teilhabe im Programm Humanisierung des Arbeitslebens“ erneut mit den damaligen Vorgängen in der Peiner AG. Die Historiker untersuchen die Konflikte und Momente der Zusammenarbeit und deren Auswirkung auf die Umsetzung der Neuerungen. Zudem wollen die Forscher erfahren, wie die sozialliberale Koalition in den krisenhaften 1970er-Jahren versuchte, lenkend in die Wirtschaft einzugreifen. Daher würden sie sich über Rückmeldungen aus Peine freuen. Auch Dokumente, Tagebücher und Fotos aus der Zeit sind willkommenen Quellen für die Historiker.

Kontakt

Interessierte können sich melden per E-Mail an arne.schott@zegk.uni-heidelberg.de oder telefonisch zwischen 12 und 16 Uhr unter (0 62 21) 54 39 34.

Von Redaktion

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