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Stadt Peine Herbe Verluste: Wie geht es weiter mit der SPD?
Stadt Peine Herbe Verluste: Wie geht es weiter mit der SPD?
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00:18 01.06.2019
Die SPD musste eine Niederlage bei den Europawahlen einstecken. Quelle: Daniel Schäfer/dpa
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Peine

Die beiden Volksparteien SPD und CDU haben bei der Europawahl herbe Verluste hinnehmen müssen – und das bei einer deutlich gestiegenen Wahlbeteiligung. Der Vechelder Wahl-Experte Ulrich Menzel bringt es auf den Punkt: „Die SPD ist keine Volkspartei mehr“. Es taucht unweigerliche die Frage auf: steht die SPD vor dem Zusammenbruch? SPD-Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des SPD Unterbezirks Peine, Matthias Möhle, und der ehemalige SPD-Unterbezirksvorsitzende Gerd Meister blicken zuversichtlich in die Zukunft. Beiden ist aber auch klar: wir müssen etwas ändern.

Ruhe bewahren

Matthias Möhle Quelle: christian-bierwagen

SPD-Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des SPD Unterbezirks Peine, Matthias Möhle, rät vor allem eines: „Ruhe bewahren. Das meine ich ernst. Es ist nicht zu empfehlen jetzt hektisch irgendwelche Kandidaten auszutauschen.“ Seiner Meinung nach haben die Grünen dazugewonnen, weil sie den Klimaschutz zu ihrem Wahlkampfthema gemacht haben. „Das haben die SPD und auch die CDU schlichtweg verpennt“, sagte er im Gespräch mit der PAZ.

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Ein Ökologisches und ökonomisches Konzept muss her

Allerdings, so merkt Möhle an, könne man auch nicht nur auf den Klimaschutz setzen. „Das, was die Grünen noch nicht beantwortet haben ist, wie sie den Klimaschutz ökologisch und auch ökonomisch zusammenbringen wollen?“ Man könne jetzt in Deutschland auch nicht alles verbieten, das Autofahren, die Felder zu bewirtschaften oder Tiere zu züchten, um einen klitzekleinen Beitrag zum Klimaschutz beizutragen. Der SPD-Vorsitzende schaut jedoch sehr zuversichtlich in die Zukunft. „Die SPD wird sich darum bemühen müssen, die Versprechen der Grünen fundiert, ökologisch, ökonomisch und auf arbeitsplatzsichernde Weise zu lösen. Wir müssen ein Konzept erarbeiten, mit dem wir in der Öffentlichkeit wahrgenommen und ernstgenommen werden. Wir müssen zusehen, dass wir das Thema Klimaschutz, aber auch die Rente und die Arbeitsplatzsicherung, vernünftig in die Öffentlichkeit transportieren. Dann werden wir auch wieder aufholen“, ist der Politiker sich sicher.

SPD für schwammigen Wahlkampf bestraft

Ähnliche Töne schlägt auch der ehemalige SPD-Unterbezirksvorsitzende Gerd Meister an. „Die SPD wurde für ihren schwammigen Wahlkampf, der nicht gezeigt hat wo unsere Kompetenzen liegen, abgestraft. Wir brauchen jetzt ein ökologisches und ökonomisches Konzept, um wieder attraktiv zu werden“, sagte er. Das müsse auch entsprechen kommuniziert werden. „Wir müssen etwas ändern, müssen vor allem uns ändern. Denn wenn wir so weiter machen, dann rutschen wir auch unter die zehn Prozent“, heißt es weiter. Man müsse sich an der Basis zusammensetzen und miteinander reden, regt er an.

Von Kathrin Bolte

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