Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Stadt Peine Heil an der Bowi: Gesprächsrunde über Europa, Politik und Privates
Stadt Peine Heil an der Bowi: Gesprächsrunde über Europa, Politik und Privates
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:01 26.05.2018
Hubertus Heil bei seinem Besuch in der Bodenstedt-Wilhelmschule.
Hubertus Heil bei seinem Besuch in der Bodenstedt-Wilhelmschule. Quelle: Michael Lieb
Anzeige
Peine

Die Heranwachsenden interessierten sich auch für den Privatmann Heil – und erfuhren so, dass der 45-Jährige gern bei Aldi einkaufen geht, am liebsten in Italien oder Frankreich urlaubt und früher einmal Journalist werden wollte.

Der Besuch fand im Rahmen des EU-Schulprojekttages sowie des Bürgerdialogs zur Zukunft Europas der Bundesregierung statt. Heil erklärte dazu: „Der französische Präsident Emmanuel Macron hat vor etwa einem Jahr eine große Rede gehalten, aus der heraus die Idee entstand, dass Politiker mit Bürgern über Europa sprechen sollen.“

Die EU ist bedroht

Und das, so Heil, sei heute wichtiger denn je. Denn die EU, die über Jahrzehnte Frieden und Wohlstand in Europa gesichert habe, drohe auseinanderzubrechen. Als prominentes Beispiel nannte er den Brexit. Die EU als Wertegemeinschaft mit demokratisch regierten Ländern, in denen es freie Wahlen gibt, gelte es zu schützen.

Welche die wichtigen Themen sind, die Heil in Berlin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel bespricht, wollte ein Schüler wissen. „Als Minister sind meine Themen Arbeit und Soziales“, erklärte er. Arbeitslosigkeit, Mindestlohn, Rente oder Veränderungen der Arbeitswelt durch die Digitalisierung sind unter anderem seine Bereiche, in denen er sich mit der Kanzlerin oft einig sei, manchmal aber eben auch nicht.

In lockerer Gesprächsatmosphäre zeigte sich Heil offen für alle Fragen. So erläuterte er etwa, dass die mittwochs stattfindenden Kabinettssitzungen mit den übrigen Mitgliedern der Bundesregierung zwischen einer und mehreren Stunden dauern, seine Motivation, Politik zu betreiben, ist, „etwas an den Dingen verändern zu können“, und er bei seinem neuen Job als Bundesminister natürlich auch Personenschutz bekommt.

Kochen und segeln in der Freizeit

Seine Freizeit verbringt er am liebsten mit seiner Familie, er kocht gern – am liebsten isst er Pasta mit Pesto und Schnitzel mit Pommes – und schaut zur Entspannung auch mal gerne Filme auf Netflix. An dieser Stelle sammelte er viele Sympathiepunkte bei den Schülern, die ihm spontan zunickten. Darüber hinaus geht er gelegentlich segeln. „Da kriegt man den Kopf frei“, sagte Heil, dessen Spitzname (aber nur für alte Bekannte) „Hubi“ ist.

Moderiert wurde die etwa einstündige Diskussionsrunde von dem Schüler Riyad Darwish, der aus Syrien stammt und seit zweieinhalb Jahren in Peine lebt. Am Ende war die Klasse ganz angetan von dem Politiker-Besuch. „Der war ganz locker, nicht abgehoben, eben wie ein ganz normaler Mensch“, befand Schülerin Laura Kanter. Roxana Rutkowska resümierte: „Er hat sehr verständlich über die Themen gesprochen“. Hamed Al Johmeni sagte knapp: „Prima Veranstaltung.“

Von Michael Lieb