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Stadt Peine Großbrand in Tiefgarage im Hause Klawiter am Peiner Marktplatz
Stadt Peine Großbrand in Tiefgarage im Hause Klawiter am Peiner Marktplatz
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00:21 06.04.2019
Großeinsatz der Feuerwehr bei einem Brand in einem Raum der Tiefgarage im Hause Klawiter. Quelle: Kathrin Bolte
Peine

Um 9.20 Uhr ging am Mittwochmorgen ein Notruf bei der Feuerwehr ein: Aus der Tiefgarage am Windmühlenwall im Klawiter-Gebäude stiegen dicke Rauchwolken gen Himmel. Zwei Personen wurden zunächst vermisst. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Jedoch ist der Sachschaden immens hoch: Ersten Schätzungen von Einsatzleiter Norbert Czyrnik zufolge liegt er bei über 500 000 Euro.

Tilo Klawiter hatte als einer der Ersten das Feuer entdeckt. „Ich war gerade im Geschäft, als es laut krachte. Zunächst dachte ich, ein Mitarbeiter sei gestürzt und ging dem nach. Da sah ich schon aus dem Keller dicken Rauch aufsteigen und rief die Feuerwehr“, erklärt er. Es gingen zu der Zeit sehr viele Notrufe bei der Feuerwehr ein, bestätigte Sven Bössel, Ortsbrandmeister Kernstadt. „Die Rauchentwicklung war immens und so wurde die erste Lage ,Gebäudebrand, verdächtiger Rauch’ schnell in ein ,Großfeuer’ umgewandelt. Später kam auch die Lage ,vermisste Personen’ hinzu, was sich zum Glück als Falschinformation herausstellte. Der Rettungsdienst war mit der Lage ,Massenunfall’ alarmiert.“

Undurchdringlicher Rauch erschwerte die Löscharbeiten

Die Löscharbeiten gestalteten sich nicht einfach. In der gesamten Tiefgarage waberte undurchdringlicher Rauch, der auch die darüber liegenden Verkaufsräume unpassierbar machte. Die Feuerwehrleute konnten nur mit spezieller Atemschutzausrüstung vordringen. Mit Beilen und Spitzhacken ausgestattet, tasteten sich die Teams ins Innere, um die Lage zu sondieren.

In diesem Raum in der Tiefgarage des Klawiter-Gebäudes brach der Brand aus. Quelle: Kathrin Bolte

Schnell stellte sich heraus, dass ein Lagerraum brannte, der sich direkt links hinter dem Eingang der Tiefgarage befindet. Es dauerte einige Stunden, bis Wiesemann bestätigen konnte, dass „jetzt nur noch Nachlöscharbeiten und das Lüften der Verkaufsräume von Lederwaren Lingenberg und Klawiter ansteht.“ Deutlich zu sehen war, dass die Räumlichkeiten, die sich die beiden Unternehmen teilen, sehr stark verraucht und verrußt waren. Die Rauchentwicklung war so stark, dass Feuerwehrleute bis unter das Dach steigen und dort die Fenster gewaltsam öffnen mussten. Der von Tilo Klawiter erwähnte Knall vor Beginn des Feuers, konnte bislang nicht bestätigt werden. „Brandermittler werden die Ursache in den nächsten Tagen klären“, erläuterte Wiesemann. Insgesamt waren 91 Feuerwehrleute der Wehren Kernstadt Peine, Vöhrum, Schwicheldt, Eixe, Berkum, Dungelbeck, Essinghausen, Duttenstedt, Woltorf und Röhrse vor Ort. Hinzu kamen acht Rettungsdienst-Mitarbeiter und einige Polizisten.

91 Feuerwehrkräfte waren auf dem Marktplatz im Einsatz.

Volksbank und umliegende Gebäude wurden evakuiert

Um niemanden zu gefährden, wurden die umliegenden Gebäude evakuiert. Das betraf die Volksbank wie auch alle Geschäfte an der Rosenthaler Straße. Auch das Eiscafé Venezia musste kurzzeitig wegen des starken Rauchs, der aus der Vorderseite des Geschäfts entwich, evakuiert werden. Elias Ereilio vom Eiscafé bot später den Feuerwehrleuten Platz, um sich von den anstrengenden Löscharbeiten auszuruhen.

Peine Marketing zeigte sich spontan als Retter in der Not und bot allen Evakuierten an, sich im „Schwan“ bei einer Tasse Kaffee aufzuwärmen. In der Zwischenzeit wurde der gesamte Marktplatz abgesperrt. Auch von der anderen Seite, Rosenthaler Straße Ecke Luisenstraße, wurden keine Passanten oder Fahrzeuge mehr durchgelassen. Der Marktplatz wurde von den verschiedenen Einsatzfahrzeugen, der Einsatzleitung des Landkreises Peine und dem Gerätewagen Atemschutz in Beschlag genommen.

Bürgermeister Saemann vor Ort

Am frühen Nachmittag traf Peines Bürgermeister Klaus Saemann am Ort des Geschehens ein, um sich ein Bild zu machen. „Ich kann nur den Einsatzkräften für ihre großartige Arbeit danken“, sagte er. Die Feuerwehrleute untersuchten in der Zwischenzeit die Wohnung auf die Kohlenmonoxid-Belastung. Wie Stadtrat Christian Axmann, der zusammen mit Carsten Löhr vom Ordnungsamt ebenfalls vor Ort war, bestätigte, könne eine Familie derzeit nicht zurück in ihre Wohnung. Für sie wurde umgehend mithilfe der Peiner Heimstätte eine Ersatzwohnung gefunden.

Brandermittler nehmen Arbeit auf

Indirekt betroffen war auch Juwelier Westphal. Da im gesamten Haus aus Sicherheitsgründen der Strom abgestellt wurde, ging auch in diesem Geschäft gar nichts mehr. Westphal schloss daraufhin für den Rest des Tages. Erst mehrere Stunden nach der Alarmierung konnten die Einsatzkräfte abziehen. Die Kriminalpolizei sowie Brandermittler werden nun die Arbeit aufnehmen und nach den Ursachen forschen.

Lesen Sie hier den Live-Ticker der Löscharbeiten nach!

Von Kathrin Bolte

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