Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Stadt Peine Glätte und Frost: Saisonstart für den Winterdienst in Peine
Stadt Peine

Glätte und Frost: Winterdienst in Peine startklar für ersten Einsatz

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:50 08.12.2021
Auf dem Bauhof der städtischen Betriebe in Telgte: Mitarbeiter Hans-Jügern Denzer macht ein Streufahrzeug startklar.
Auf dem Bauhof der städtischen Betriebe in Telgte: Mitarbeiter Hans-Jügern Denzer macht ein Streufahrzeug startklar. Quelle: Ralf Büchler
Anzeige
Peine

Schieber, Besen und Eimer mit Streusalz stehen schon seit einigen Tagen griffbereit, ebenso die Schneeschilde, die jederzeit an den Räumfahrzeugen montiert werden können. Die Saison für den Winterdienst im Peiner Land hat begonnen. Nachdem es in den vergangenen Tagen mehrfach Frost gegeben hat, sind die ersten morgendlichen Einsätze bereits gefahren.

Zum Räumen der Straßen und zum Schneeschippen an Bushaltestellen, Ampelübergängen sowie auf Gehwegen vor Schulen, Kitas, Rathaus und anderen öffentlichen Liegenschaften stehen bei der Stadt bis März etwa 80 Mitarbeiter mit sieben Fahrzeugen in Winterdienstbereitschaft. Jeweils 20 Beschäftigte arbeiten in einem Team, abwechselnd im Früh- und Spätdienst.

Die glatten Straßen im Kreis Peine werden gestreut. Quelle: Ralf Büchler

Der Landkreis setzt seine 16 Straßenwärter und drei Räumfahrzeuge je nach Witterungslage ein. Im Extremfall ist die Kreisstraßenmeisterin 24 Stunden im Einsatz. In der Regel gibt es eine Früh- und Spätschicht, die je nach Bedarf angesetzt wird, auch am Wochenende. „Erste Kontrollfahrten gibt es im Winter bereits ab 2 Uhr durch den Einsatzleiter“, erklärt der Sprecher der Landkreisverwaltung, Fabian Laaß.

Wer ist für welche Straßen und Bereiche zuständig?

Die Kreisstraßenmeisterei ist zuständig für den Winterdienst auf den 210 Kilometer Kreisstraßen und den daran verlaufenden 115 Kilometer Radwege. Innerhalb der Ortslagen ist grundsätzlich die jeweilige Gemeinde für den Winterdienst verantwortlich. Eine Ausnahme: Die Kreisstraßen in Ortslagen – sie werden ebenfalls vom Kreis-Winterdienst gereinigt, da die Strecken ohnehin befahren werden. „Bei extremen Bedingungen ist jedoch auch Hilfe der Gemeinden erforderlich“, sagt Laaß. Eine Prioritätenliste gebe es für die Kreisstraßen anders als in den Gemeinden und der Stadt nicht, da diese alle der gleichen Kategorie zuzuordnen sind.

Innerhalb geschlossener Ortslagen im Stadtgebiet betreibt die Stadt Peine den Winterdienst auf Straßen, Wegen und Plätzen. Dabei wird den Eigentümern der anliegenden Grundstücke der Winterdienst für die Gehwege sowie gemeinsame Geh- und Radwege übertragen.

Was müssen Anlieger genau beachten?

Ist über Nacht Schnee gefallen, muss im Peiner Stadtgebiet die Reinigung der Gehwege und der Wohnwege werktags bis 7.30 Uhr sowie sonn- und feiertags bis 9 Uhr durchgeführt sein. Bei Bedarf ist das Schneeräumen und Streuen ist bis 20 Uhr zu wiederholen. Darüber hinaus müsse bei Glätte mit Sand oder anderen „abstumpfenden Mitteln“ gestreut werden, sagt der stellvertretende Pressesprecher der Stadt Peine, Moritz Becker. Schädliche Chemikalien dürften dafür nicht verwendet werden, Streusalz nur in Ausnahmefällen, wenn mit anderen Mitteln und zumutbarem Aufwand „die Glätte nicht ausreichen beseitigt werden kann“.

In Silos wird das Salzgemisch gelagert und dann abgefüllt. Quelle: Ralf Büchler

So läuft der Winterdienst

Stellt der Bereitschaftsführer bei seinen nächtlichen Kontrollfahrten, Schneefall oder Glätte fest, werden die übrigen Kollegen per Handy benachrichtigt. Ab 3 Uhr können dann drei mit modernen Streuautomaten ausgerüstete Großfahrzeuge beginnen, zunächst die Straßenzüge mit der Dringlichkeitsstufe 1 zu räumen. Dazu zählen die rund 200 Kilometer Hauptverkehrsstraßen, inklusive besonders gefahrenträchtiger Stellen wie Brücken. Zusätzlich legen im Stadtgebiet dann auch vier Kleinschlepper los. „Diese haben die Aufgabe Radwege, die Fußgängerzone und auch die Gehwege vor den städtischen Grundstücken verkehrssicher zu machen“, erklärt der stellvertretende Pressesprecher der Stadt Peine, Moritz Becker. „So ist das Meiste schon erledigt, wenn die Peiner zur Arbeit starten und somit teilweise gar nicht wahrnehmen, dass Glätte vorhanden war und diese bereits beseitigt wurde.“ Die Kolleginnen und Kollegen des Winterdienstes seien aber natürlich auch an Wochenenden und Feiertagen im Einsatz. „Mit dem Dienstbeginn können dann zusätzliche Mitarbeiter der Städtischen Betriebe zur Unterstützung herangezogen werden“, sagt Becker. Bushaltestellen und Fußgängerüberwege seien dann Schwerpunkte für die sogenannten Handkolonnen. Weitere Unterstützung können die Städtischen Betriebe von einigen Landwirten des Maschinenrings anfordern. Becker: „Wenn die Schneehöhe über zwölf Zentimeter steigt, dann räumen Landwirte aus den Ortschaften, mit denen die Stadt eine Vereinbarung getroffen hat, auch die dortigen Nebenstraßen.

Wichtig auch: Innerhalb der Ortslagen können parkende Autos das Schneeräumen der Räumfahrzeuge massiv beeinträchtigen. Schneemengen von Grundstücken und Gehwegen dürfen nicht auf die Straße gefegt werden. Wenn auf den Gehwegen nicht genug Platz für den Schnee vorhanden ist, muss dieser auf das eigene Grundstück geschaufelt werden. Er gehört nicht auf die Straße, denn das nächste Räumfahrzeug wird den Schnee sonst unweigerlich wieder auf den Gehweg schieben, erklärt Laaß. Moritz ergänzt: „Schnee und Eis dürfen auch nicht dem Nachbarn zugekehrt oder in die Gossen oder Einlaufschächte der Kanalisation gekehrt oder dort hingebracht werden.“

Reicht das eingelagerte Streusalz für einen langen Winter aus?

Der Landkreis Peine hat rund 500 Tonnen Streusalz eingelagert und rund 18 000 Liter Salzlauge vorrätig. „Der Bestand wird rechtzeitig und regelmäßig aufgefüllt, damit ausreichend Salz zur Verfügung steht, und längere Einsatzzeiten überbrückt werden können“, erklärt Laaß. Die Stadt Peine verfügt über 400 Tonnen Streusalz und 150 Tonnen Sand-Salz-Gemisch. Seit dem vergangenen Jahr stellt die Stadt mit einem sogenannten Sole-Erzeuger eigenes Feuchtsalz her.

Von Michael Lieb