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Stadt Peine Peiner Firmen sollen sich an Tarifverträge halten
Stadt Peine Peiner Firmen sollen sich an Tarifverträge halten
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17:43 15.05.2019
Die Gewerkschaft NGG fordert Win-Win-Situation bei Abschluss von Tarifverträgen. Quelle: NGG
Brauschweig/Peine

Schlechtere Bezahlung, längere Arbeitszeiten, weniger Urlaub: Beschäftigte, die im Landkreis Peine in einem Unternehmen arbeiten, in dem kein Tarifvertrag gilt, sind im Job klar benachteiligt. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hingewiesen. Nach Einschätzung der NGG hält sich nur noch ein Teil der rund 2600 Betriebe im Landkreis an Tarifverträge. Das hat auch Folgen für die Unternehmen selbst, warnt Gewerkschafterin Katja Derer: „Tariflose Firmen haben in puncto Motivation und Produktivität der Mitarbeiter meist schlechtere Karten. Auch die Suche nach Fachkräften fällt ihnen schwerer“, so die Geschäftsführerin der NGG Süd-Ost-Niedersachsen-Harz mit Blick auf aktuelle Studien der Hans-Böckler-Stiftung.

Standards werden aufs Spiel gesetzt

Derer ruft die Firmen in der Region dazu auf, sich zur Sozialpartnerschaft und zur Mitbestimmung zu bekennen. „Gerade beim digitalen Wandel der Arbeitsplätze muss man die Belegschaften mitnehmen. Gewerkschaften und Betriebsräte sichern nicht nur Jobs. Sie helfen auch dabei, die Zukunft zu gestalten – von neuen Arbeitszeitmodellen bis hin zur Weiterbildung der Mitarbeiter.“

Nach Beobachtung der Gewerkschafterin greift die „Tarifflucht“ auch im Kreis Peine um sich: „Immer mehr Betriebe versuchen, sich um Tarifverträge zu drücken. Damit setzen sie bewährte Standards aufs Spiel und bieten ein Einfallstor für Dumping-Konkurrenz.“

NGG fordert Flächentarifverträge

Um diesen Trend zu stoppen, macht sich die NGG insbesondere für Flächentarifverträge stark. So verhandelt die Gewerkschaft etwa für das Gastgewerbe und das Bäckerhandwerk in ganz Niedersachsen.

Zugleich sei die Politik gefordert. Landes- und Bundesregierung sollten sich für eine höhere Tarifbindung einsetzen: „Wer sich um die Zukunft der sozialen Marktwirtschaft sorgt, muss sich darum kümmern, dass die Tarifpartner gestärkt werden“, sagt Derer. Unternehmen, die im Arbeitgeberverband seien, müssten dazu verpflichtet werden, sich an Tarifabschlüsse zu halten. Außerdem müsse es einfacher werden, Tarifverträge für ganze Branchen verpflichtend zu machen. Davon profitiere am Ende auch der Staat – durch höhere Einnahmen etwa bei der Renten-, Kranken- und Sozialversicherung.

Von Antje Ehlers/Pressemitteilung

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