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Stadt Peine Getötete Peiner Seniorin: Polizei sucht Fahrer einer Limousine
Stadt Peine

Getötete Peiner Seniorin: Polizei sucht Fahrer einer Limousine

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17:00 15.02.2021
Vor dem Wohnhaus an der Bodenstedtstraße haben Freunde und Mittrauernde Blumen und Kerzen aufgestellt.
Vor dem Wohnhaus an der Bodenstedtstraße haben Freunde und Mittrauernde Blumen und Kerzen aufgestellt. Quelle: Michael Lieb
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Ihre Sportfreunde haben einen Blumenkranz vorm Wohnhaus in der Bodenstedtstraße abgelegt, Kerzen brennen zum Gedenken: Die Peiner nehmen berührend Anteil am tragischen Schicksal der vor einer Woche in ihrer Wohnung von Unbekannten zu Tode geprügelten 83-Jährigen. Und sie versuchen, dabei zu helfen, die zwei Männer zu finden, die das vermutlich getan haben: Alleine bis Montag wurde der erste offizielle Zeugenaufruf der Polizei 2014 mal im Internet im sozialen Netzwerk Facebook geteilt und verbreitet. Die Resonanz: „Es gab bisher eine niedrige zweistellige Anzahl an Hinweisen“, bilanzierte Staatsanwältin Christina Wotschke von der Staatsanwaltschaft Hildesheim.

Zeuge gesucht, er könnte eine dunklen Audi fahren

Die Qualität der Hinweise wollte sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht bewerten. „Wir sind nach wie vor dringend auf Zeugenhinweise angewiesen“, unterstrich aber Polizeisprecher Matthias Pintak am Montag noch einmal. Die Polizei hat eine Mordkommission eingerichtet, die die Hinweise abarbeitet. Im Zuge der Ermittlungen suchen die Beamten nun den Fahrer eines Audis oder einer vergleichbaren Limousine. „Als Zeuge“, betonte Pintak. Das Fahrzeug könne die Farben Anthrazit, Schwarz oder Grau haben.

Das Auto sei im Tatzeitraum des Überfalls auf das Rentner-Ehepaar am Dienstag, 9. Februar, gegen 16.15 Uhr auf einem Garagenhof im Pulverturmwall kurz vor der Kreuzung Bodenstedtstraße in der Nähe des Tatortes abgestellt gewesen. Das Auto soll am Nummernschild eine Braunschweiger Zulassung (BS) getragen haben und mit der Buchstabenfolge „V“ und „B“ versehen gewesen sein. Die Polizei bittet den Fahrer oder Halter dringend, sich als Zeuge unter Telefon 05341/18970 zu melden.

Am Tatabend hatte die Peiner Polizei die Bodenstedtstraße für die Ermittlungsarbeiten abgesperrt. Quelle: Ralf Büchler

Ehemann aus Klinik entlassen

Erfreuliche Nachrichten gibt es vom Ehemann der getöteten Seniorin, der bei dem Überfall schwere Verletzungen erlitt. „Er konnte bereit aus dem Krankenhaus entlassen werden“, bestätigte Staatsanwältin Christina Wotschke. Psychisch wird ihn das Schock-Erlebnis aber wohl noch länger beschäftigen. Die beiden mutmaßlichen Täter sollen brutal auf ihn eingeschlagen haben, als der 87-Jährige ahnungslos die Tür geöffnet hatte, nachdem es geklingelt hatte.

Zu möglichen Motiven des Überfalls und der Frage, ob und was gestohlen wurde, äußern sich die Ermittler bisher auch auf Nachfrage nicht. Allerdings sprechen sie von einem „Raub mit Todesfolge“. Und die Tathandlung eines Raubs ist laut Strafgesetzbuch erfüllt, „wer eine fremde bewegliche Sache mittels Gewalt gegen eine Person oder unter Androhung einer gegenwärtigen Gefahr für Leib und Leben wegnimmt“. Im Klartext: Es wurde wohl etwas gestohlen.

Ehepaar ist stadtbekannt

Viele Peiner sind erschüttert, das Ehepaar ist nicht zuletzt aufgrund ihrer einstigen beruflichen gemeinsamen Tätigkeit stadtbekannt. Die 83-Jährige trieb selbst im hohen Alter noch regelmäßig Sport im Fitness-Studio und erstaunte mit ihrem Fleiß die Jüngeren. „Sie war eine so herzliche Frau, ich mochte ihr verschmitztes Lächeln“, sagt eine Sportfreundin. Elegant, stilvoll, auch mal hohe Schuhe – wer die 83-Jährige durch Peine spazieren sah, konnte kaum glauben, wie alt sie war.

Die Familie hofft, dass die Täter gefunden werden. Auch der Sohn hat mit einem Foto seiner Mutter einen emotionalen Zeugenaufruf im Internet gestartet: „Wir vermissen sie so doll“, heißt es darin. Freunde und Bekannte trösten und kondolieren: „So liebe Menschen, es ist unfassbar.“

Von Christian Meyer