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Stadt Peine Kreis Peine schließt diesjährige Impfberatung an weiterführenden Schulen ab
Stadt Peine Kreis Peine schließt diesjährige Impfberatung an weiterführenden Schulen ab
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15:59 22.10.2019
Kleiner Pieks mit großer Wirkung: Impfen schützt vor Krankheiten. Quelle: dpa
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Kreis Peine

Mit Unterstützung der weiterführenden Schulen hat der Landkreis Peine vor den Herbstferien wieder die Impfausweise der Siebtklässler eingesehen und individuelle Impfempfehlungen ausgesprochen. „Mit 815 Jugendlichen haben 64 Prozent des Jahrgangs das Angebot wahrgenommen, 11 Prozent mehr als im vergangenen Jahr“, erklärt Dr. Bettina Kiessling-Klamka vom Kinder- und Jugendärztlichen Dienst des Gesundheitsamtes.

Erfreulicherweise seien viele dieser Schüler vorbildlich geimpft: 93 bis 97 Prozent hatten einen altersgerecht vollständigen Impfschutz gemäß den aktuellen Empfehlungen der ständigen Impfkommission. Mit 91 Prozent weniger gut angenommen werde derzeit noch die seit 2004 empfohlene Impfung gegen Windpocken.

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HPV-Impfung für Jungen und Mädchen

Neu empfohlen wird seit 2018 für Jungen und Mädchen eine Impfung gegen bestimmte Herpes-Viren (HPV), die Genitalwarzen und Krebsvorstufen auslösen können. Seit 2007 ist diese Impfung bereits für Mädchen empfohlen. Bei 275 der beratenen Jugendlichen war die Impfserie bereits begonnen oder schon abgeschlossen. Dies sind etwa 30 Prozent mehr als im Vorjahr.

33 Jugendlichen fehlte der Schutz gegen Polio, 60 gegen Tetanus und gegen Diphtherie und 26 gegen Masern. Für alle 9- bis 17-Jährigen sind Auffrisch-Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten und Polio empfohlen. Eine gute Gelegenheit sei die Nutzung der Vorsorgeuntersuchung „J1“, die von den Krankenkassen für die Altersgruppe der 12- bis 15-Jährigen finanziert werde, rät Kiessling-Klamka.

Gefahr in Gemeinschaftseinrichtungen

Gerade in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen und Kitas gingen von Infektionskrankheiten besondere Gefahren aus, erläutert Kiessling-Klamka. Das liege an den engen Kontakten der Menschen, wodurch es zu einer raschen Ansteckung und Verbreitung von Krankheitserregern kommen kann. Kenntnisse der Durchimpfungsraten seien wichtig für die Einschätzung der Gefährdung bei Krankheitsausbrüchen, denn dann sind zum Schutz der Bevölkerung weitergehende Maßnahmen durch das Gesundheitsamt erforderlich.

Auch Eltern und Lehrkräfte sind eine wichtige Zielgruppe für die Impfberatung, da sie als Erwachsene bei bestimmten Erkrankungen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe und Komplikationen haben. Zudem können Erwachsene auch Infektionen auf noch ungeschützte Kinder übertragen.

Anleitung zum Impfschutz-Selbstcheck

Jeder sollte zur Förderung der eigenen Gesundheit und zum Erreichen einer hohen Durchimpfungsrate in der Bevölkerung prüfen, ob in den vergangenen zehn Jahren eine Impfung gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten erfolgt ist. Gegen Polio sollten alle Personen mindestens viermal im Leben geimpft sein, die nach 1970 geborenen auch zweimal gegen Masern. Wer keinen Impfausweis mehr besitzt, sollte in jedem Fall den Schutz und Impfbedarf mit dem Hausarzt klären.

Für alle Menschen ist gerade die Herbstzeit eine gute Gelegenheit zur Impfauffrischung und zur Nutzung der jährlich angebotenen Grippeschutzimpfung.

Von Jan Tiemann