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Stadt Peine Geschlechtsverkehr auch nach den Vergewaltigungen?
Stadt Peine Geschlechtsverkehr auch nach den Vergewaltigungen?
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09:39 11.05.2019
Vor Prozessbeginn: Dolmetscher Daud Naso (links) im Gespräch mit dem angeklagten Sudanesen und Verteidiger Erhard Hallmann. Quelle: ebr
Hildesheim

Am Freitag wurde der Prozess gegen einen 34-jährigen in Peine wohnenden Sudanesen vor dem Landgericht in Hildesheim mit weiteren Zeugenanhörungen sowie der Fortsetzung der Befragung des mutmaßlichen Opfers fortgeführt. Dem Angeklagten wird Vergewaltigung in drei Fällen und versuchte räuberische Erpressung mit Gewaltandrohung zur Last gelegt (PAZ berichtete). Die Taten sollen sich von März bis Mai 2018 in der Peiner Wohnung der Frau zugetragen haben.

„Das ist ein Racheakt“

Vor der geplanten Zeugenbefragung fragte der Richter den Angeklagten, ob er seine Zuneigung erkennbar in der Öffentlichkeit gezeigt habe? „Nein, das haben wir stets vermieden“, antwortete der Sudanese. Warum erhebt die Geschädigte diese Vergewaltigungsvorwürfe? „Das ist ein Racheakt für die Marihuana-Feststellungen durch die Polizei in ihrer Wohnung“, so der 34-jährige. Gab es Übergriffe oder körperliche Gewalt gegen das Opfer? „Nein, nie“, betonte der Angeklagte. Anschließend wurden den Beteiligten einige Fotos vom 18. Mai 2018 mit der eingeschlagenen Scheibe zur Ansicht vorgelegt.

Wenn es keinen Sex gibt, dann wenigstens Geld

Es folgte die Befragung einer Staatsanwältin, die die Frau vernommen hatte. Sie bestätigte weitestgehend die von der Anklage vorgebrachte Version der Tathergänge. „Wenn ich heute schon keinen Sex bekomme, dann will ich wenigstens Geld haben“, soll der Angeklagte gesagt haben. Auch die Nachbarn sollen sich durch das Verhalten des Sudanesen gestört gefühlt haben, so dass sie die Frau aufgefordert haben sollen, endlich aus der Wohnung auszuziehen.

Frau will nach Thüringen ziehen

Die Aussage eines an Ermittlungen und Vernehmungen beteiligter Peiner Kriminalbeamte ergab keine neuen Erkenntnisse. Anschließend schilderte die Frau, dass sie möglichst zügig einen Wohnortwechsel in Richtung Thüringen plant, um dem weiteren Kontakt zum Angeklagten aus dem Wege zu gehen. „Ich habe Verlustgefühle und bin mit mir selbst nicht im reinen“, sagte sie und fügte an: „Der Angeklagte zeigt immer wieder verschiedene Seiten. Er manipuliert mich.“

Starke Erinnerungslücken

In ihren Darstellungen traten starke Erinnerungslücken auf. Einige Vorkommnisse konnte sie keinem konkreten Datum zuordnen. Sie bestätigte nochmals, dass der Sudanese auf seine Forderungen hin immer wieder Geld von ihr bekommen habe, auch nach den angezeigten Vergewaltigungen. Trotz allem kam es ihrer Angabe nach zu weiterem regelmäßigem Geschlechtsverkehr, der einvernehmlich bis zur Verhaftung des Sudanesen im Dezember 2018 in ihrer Wohnung stattfand. „Ich fand es schlimm, dass er verhaftet wurde. Ich habe für ihn einen Anwalt eingeschaltet und mehrfach Geld ins Gefängnis überwiesen,“ sagte die Frau.

Nächster Prozesstag ist der 15. Mai

Der vierte Prozesstag folgt am Mittwoch, 15. Mai. Nach den geplanten Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung kann mit der Verkündung des Urteils gerechnet werden.

Von ebr

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