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Stadt Peine Geschichten, die nur das Freischießen schreiben kann
Stadt Peine Geschichten, die nur das Freischießen schreiben kann
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20:00 04.07.2019
Die Mitarbeiter der Bäckerei Walkling freuten sich stets auf das Brötchenverteilen beim Kattenhägener. Quelle: Kathrin Bolte
Peine

Zum 422. Mal beginnt am Freitag – offiziell aber erst am Sonntag – das Peiner Freischießen. 422 Mal sind Geschichten entstanden, die nur das Peiner Freischießen schreibt. Die zwei Freischießenfreunde Magdalena Asche und Bäcker Adolf Walkling erzählen davon.

Die große Freischießenfamilie

Das Feiern in einer der sieben Korporationen ist wie zu einer großen Freischießenfamilie zu gehören. Zahlreiche Schützen schauen auf eine 50-jährige Mitgliedschaft – und weit darüber hinaus – zurück. Auch wenn das Traditionsfest eine Männerdomäne ist, gibt es viele Frauen, die ebenfalls mit dem Freischießen-Virus infiziert sind. So etwa die 88-jährige Magdalena Asche aus Lengede, die ganz besondere Erinnerungen an „das“ Fest hat.

„Freistunden“ vor dem Arbeitsamt

„Ich war mit meinem Lebensgefährten Gerd Beckmann über 27 Jahre beim Corps der Bürgersöhne CdB dabei. Leider ist mein Gerd letztes Jahr gestorben, aber an die vielen Geschichten rund ums Freischießen erinnere ich mich immer wieder gerne“, erzählt Asche. Man wohnte zusammen in Lengede, was ja bekanntermaßen etwas weiter weg von Peine ist. „Wenn zwischen den Umzügen und dem Ball am Abend ein paar ,Freistunden´ anstanden, haben wir unser Auto immer auf dem Parkplatz des Arbeitsamtes abgestellt und dort ein paar Stunden geschlafen“, erinnert sie sich und lacht. „Einmal sind wir erst mitten in der Nacht wieder aufgewacht, haben uns angeschaut, laut gelacht und sind nach Hause gefahren. Danach mussten wir uns von unserer Clique immer anhören: ,Aber ihr geht nicht wieder zum Arbeitsamt´.“ Man habe sich dann in einem Peiner Hotel einquartiert, damit so ein Fauxpas nicht wieder passieren kann.

Doch auch jetzt nach dem Tod ihres Lebensgefährten ist für Magdalena Asche das Thema Freischießen nicht passé. „Ich wurde eingeladen, zum Seniorencafé und zum Witwencafé des CdB und freue mich sehr darauf. Die Jungs vom Corps sind mir alle so ans Herz gewachsen, und Gerd würde sagen: ,Du machst so weiter wie bisher´.“

Bis zu 300 Brötchen verteilt

Eine besondere Geschichte rund ums Freischießen hat auch Adolf Walkling im Gepäck. Über viele Jahre hinweg betrieb die Familie eine Bäckerei an der Stederdorfer Straße. „Beim Kattenhägener Ausmarsch kam der Zug ja immer bei uns vorbei, und dann haben wir unseren guten Kunden ein Brötchen geschenkt. Mit der Zeit wurden das immer mehr, und so haben wir dann über 300 Brötchen in den paar Minuten verteilt, die der Zug an uns vorbeimarschierte“, erinnert sich Walkling. „Das war schon eine Herausforderung für meine Frau Sigrid und meine Mutter Margarete Walkling sowie die fünf, sechs Mitarbeiter die wir hatten.“ Es sei dann zur Tradition geworden, dass die Adjutanten die Brötchen auf die ausgestreckten Säbel gesteckt haben. „Sie mussten dann zwar eine Strafe in die Vereinskasse zahlen, aber den Spaß konnte uns niemand nehmen“, erinnert der Bäcker in Rente.

2001 die letzten Brötchen verschenkt

Mit dem Verteilen von Brötchen und Gebäck hat er in den 1980er-Jahren begonnen. „2001 haben wir zum letzten Mal die Brötchen verteilt, die inzwischen in kleinen Tüten verpackt und mit einem Band versehen waren, damit man sie um den Hals hängen kann. Schließlich hatten ja beispielsweise die Spielleute die Hände nicht frei“, erklärt Walkling, der auch im diesen Jahr die feierlichen Umzüge zum Freischießen nicht verpassen wird.

Sie haben auch eine Geschichte, die so nur das Freischießen schreibt?

Es sind genau diese Geschichten, die das Fest an der Fuhse ausmacht. Sie können auch eine Geschichte erzählen, die das Peiner Freischießen geschrieben hat? Schicken Sie doch einfach eine E-Mail an k.bolte@paz-online.de.

Von Kathrin Bolte

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