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Stadt Peine Gekühlte Wasser-Melone und Kühlmatten helfen Hunden
Stadt Peine Gekühlte Wasser-Melone und Kühlmatten helfen Hunden
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13:00 27.07.2019
Hund „Delhi“ schwimmt im See und apportiert einen Stock. Beim Baden können sich Hunde gut abkühlen, doch Achtung, Tierbesitzer müssen sich die Wasserqualität ganz genau angucken. Über eine erfrischende Wasser-Dusche mit dem Gartenschlauch nach dem Training freuen sich derzeit auch die Pferde beim Reit- und Fahrverein Woltorf. Quelle: Fotos: Felix Kästle/Michelle Mook
Peine

Was für eine Affenhitze! Und damit kämpfen derzeit nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere. Für Hunde wird mancherorts zur Abkühlung sogar Leberwurst-Eis angeboten.

Die Peiner Tierheil-Praktikerin und Hunde-Besitzerin Julia Voiß-Heitmüller hat einen anderen Tipp, der sich einfach auch ohne kreative Eisdielen-Besitzer umsetzen lässt: „Leicht gekühlte Wassermelone mögen sehr viele Hunde zur Abkühlung im Sommer“, sagt sie.

Die Tier-Expertin rät Hunde-Besitzern zum Beispiel dazu, mit ihren Tieren die Mittagshitze und eine zu große Sonneneinstrahlung zu meiden. Das ausgiebige Gassi-Gehen sollte in die frühen Morgenstunden oder späten Abendstunden verlegt werden. Denn, Achtung: Es herrscht Pfoten-Verbrennungs-Gefahr.

Der Asphalt heizt sich tagsüber stark auf, Menschen merken das in ihren Schuhe nicht, Hunde schon: Bei 35 Grad Lufttemperatur kann der Asphalt schon mal 65 Grad heiß sein. Falls ein Spaziergang am Nachmittag dringend notwendig ist, „sollte dieser am besten über schattige Waldwege führen“, empfiehlt die Tierheil-Praktikerin. Waldboden statt Asphalt – das tut der Pfote gut.

Und was derzeit für den Menschen gilt, das gilt auch für Tiere: Trinken, trinken, trinken! Voiß-Heitmüller legt Hundebesitzern ans Herz, eine Flasche Wasser bei Spaziergängen mit sich zu tragen und das Haustier durchgehend mit genügend Flüssigkeit zu versorgen. Im schlimmsten Fall droht ein Hitzeschlag oder ein Kreislaufkollaps. Den können Hundebesitzer an typischen Anzeichen wie zum Beispiel Erbrechen, starkes Hecheln und einem stark beschleunigten Pulsschlag erkennen. Wem das bei seinem Hund auffällt, der muss sofort handeln. „Zuerst ist es wichtig, das Tier schrittweise an den hinteren Pfoten mit leicht kühlem Wasser nass zu machen und den Körper langsam und schrittweise zu übergießen.“ Außerdem sollte weiterhin genug Wasser zum Trinken zur Verfügung stehen und schnellstmöglich ein Tierarzt aufgesucht werden.

Tipp: Die Qualität des Wassers angucken

Einer der häufigsten Fehler bei der Abkühlung der Tiere passiert durch das Baden im See. „Die Tierbesitzer müssen darauf achten, das Baden bei einer grün wirkenden Wasseroberfläche zu meiden. Die Gefahr einer Blaualgenvergiftung ist in diesem Fall zu groß. Wenn zudem zu viel im See gespielt wird, passiert es oft, dass der Hunde-Körper große Wassermengen aufnimmt und eine Wasservergiftung die Folge sein kann“, warnt Voiß-Heitmüller. Grundsätzlich sei das kurze Abkühlen in Seen unter Aufsicht der Besitzer aber nicht schädlich, sondern hilfreich, da Hunde ihre Körpertemperatur auch über die Pfoten regulieren – und die werden mit Wasser gekühlt.

Auch Kühlmatten sind eine beliebte und gute Möglichkeit, den Tieren zu Hause eine Abkühlung zu ermöglichen. „Der Vorteil an solchen Kühlmatten ist, dass der Hund dabei selber entscheiden kann, ob er sich drauflegen möchte oder nicht. So ist das Risiko einer Unterkühlung viel geringer als bei Kühl-Halsbändern oder Kühlwesten, die dem Tier dauerhaft umgebunden sind und die leichter zum Beispiel zu Blasentzündungen führen“, erläutert die Tierheilpraktikerin.

Viel weniger los als sonst ist derzeit auf den Außen-Reitplätzen des Reit- und Fahrvereins Woltorf. Der Reitunterricht ist aus der prallen Sonne in die schattige Reithalle verlegt worden, Pferd und Reiter freuen sich über Abkühlungen. „Pferde trinken bei so einer Hitze das Zwei- oder Dreifache der üblichen Wassermenge“, sagt Reiterin Birgit Lodzig. Nicht nur genügend Wasser, auch viel Schatten benötigen Pferde. Außerdem gilt: Die Mittagssonne und Höchsttemperaturen vermeiden – und die Tiere möglichst nur in den kühlen Morgen- und Abendstunden belasten.

Bei Turnieren ist das nicht immer möglich, deshalb müssen Reiter ganz genau auf die Körpersprache ihres Tieres achten. „Am wichtigsten ist, dass der Reiter auf das Pferd hört“, betont Birgit Lodzig. Um den Körper zu kühlen, gibt es auch für Pferde Kühlmanschetten. Diese werden einfach um die Gliedmaßen des Pferdes gebunden.

Nach dem Training sollten Reiter ihr Pferd im Schritttempo bewegen, um den Puls des Pferdes herabzusetzen und eine normale Ruheatmung wiederherzustellen. Und zum krönenden Abschluss wird das Tier bei einer Ganzkörperdusche gesäubert und abgekühlt. Dabei ist es wichtig zu beachten, mit kühlem Wasser an den Hintergliedmaßen des Pferdes zu beginnen und sich langsam in Richtung des Herzens vorzuarbeiten. Um das überschüssige Wasser aus dem Fell abzuziehen, wird nach dem Abwaschen des Schweißes ein Schweißmesser mit einer Gummilippe benutzt, das einem Duschabzieher ähnelt. „Außerdem mögen es die Pferde, sich nach der Ganzkörperdusche in den trockenen Sand zu legen und sich darin zu wälzen. Einerseits trocknen sie dadurch und andererseits fühlen sie sich wohl“, erläutert die Reiterin.

Von Michelle Mook

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