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Stadt Peine Fulminante Aufführung: Johannespassion in Peiner Kirche
Stadt Peine Fulminante Aufführung: Johannespassion in Peiner Kirche
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12:30 22.04.2019
Die Johannespassion mit der Kirchenkreiskantorei St. Jakobi und dem Göttinger Barockorchester in der Jakobi-Kirche Quelle: Michaela Gebauer
Peine

Am Ende: Stille - und dann hallen die tiefen Glockenschläge aus dem Turm der Peiner St.-Jakobi-Kirche bis ins Kirchenschiff. So endete am Karsamstag die Aufführung der Johannespassion von Johann Sebastian Bach mit der Kirchenkreiskantorei St. Jakobi und dem Göttinger Barockorchester. Stille, die greifbar wurde. Besucherinnen und Besucher, denen Tränen in den Augen stehen. Eine große, dramatische Musik hatte ihre Wirkung entfaltet und war angekommen. Auch deshalb am Ende: Stille.

Vorher aber die ganze Dramatik, Abgründe in Folter und Leiden Jesu Christi, den die Musik mit den Worten des Johannesevangeliums an sein Kreuz und in den Tod begleitet. Dramatik: Die Kirchenkreiskantorei St. Jakobi lässt die aufgewiegelte Volksmenge, die Soldatentruppe und die herrschenden Kaste lebendig werden. Und ebenso die Abgründe einer Gerichtsverhandlung über einen, von dem sogar Pilatus sagen muss: „Ich finde keine Schuld an ihm.“ In den kommentierenden Chören und deutenden Chorälen entfaltet sich der ausgewogene Klang der Kantorei und setzt Ruhepunkte und sogar kleine Hoffnungsschimmer.

Die Besucher waren ergriffen von der fulminanten Aufführung. Quelle: MICHAELA GEBAUER

Die Solisten mit Florian Brauer als lyrischer und dramatischer Evangelist, Henryk Böhm als beeindruckender Christus, Ralph Beims als Petrus und Pilatus, der samtene Alt Nicole Piepers und der helle, klare Sopran Magdalene Harers in den Arien – man merkte ihnen an, wie sehr sie sich dem großen Werk Bachs verpflichtet fühlten: Tiefer Ausdruck, technische Höchstschwierigkeiten in Höhen und Tiefen, Melodieführung, die Spannung aufbaut und hält, klangen bei ihnen selbstverständlich und wiesen sie als wirkliche Künstler aus.

Die Johannespassion in der Jakobi-Kirche Quelle: MICHAELA GEBAUER

Das Göttinger Barockorchester mit Hennig Vater als Spiritus Rector band die ganze Aufführung in Soloparts und der ganzen Bandbreite seiner Besetzung zu einem Gesamtwerk genial zusammen: Spielfreudig, punktgenau auch in schwierigsten Abschnitten, Rhythmus setzend und das Drama entfaltend.

Und dann: Christof Pannes als Leiter der Aufführung. Er führte Kantorei und Orchester zu einer Einheit. Manchmal waren es seine sparsamen Anstöße, dann wieder die Kraft seiner ganzen Bewegung, die seine Interpretation der Passionsmusik lebendig werden ließen und Zuhörerinnen und Zuhörer in das Werk hineinnahmen. Als er sich zwischendurch hinsetzen und den Arien begleitet von wenigen Instrumenten ihren Lauf lassen konnte, zeigte er sich als souveräner Könner auch in dieser Aufführung. So unprätentiös und uneitel sieht man selten einen Leiter und Dirigenten eines solchen Werkes agieren.

Am Ende also: Stille. Und Ergriffenheit. Und dann doch noch der wahrlich verdiente Applaus der Zuhörenden. Ein weiterer Höhepunkt der Musikszene in Peine und darüber hinaus war gesetzt und vollbracht.

Die Johannespassion mit der Kirchenkreiskantorei St. Jakobi und dem Göttinger Barockorchester in der Jakobi-Kirche Quelle: MICHAELA GEBAUER

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