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Stadt Peine Batterieforschungszentrum kommt nicht nach Peine
Stadt Peine Batterieforschungszentrum kommt nicht nach Peine
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21:02 01.02.2018
So hätte es vielleicht auch in Peine ausgesehen: Entwicklung von Lithium-Ionen-Batterien, hier bei einem Unternehmen in Sachsen. Quelle: Archiv
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Peine

 Insgesamt 20 Grundstücke hat die Fraunhofer-Gesellschaft für die Ansiedlung überprüft, zahlreiche Kommunen der Region hatten sich für das Projekt beworben. Die einzelnen Bewerberstandorte wurden dabei nach 20 Kriterien in drei Kategorien bewertet. Und am Ende fiel die Wahl auf den Standort Forschungsflughafen Braunschweig – vor dem Campus TU Braunschweig und der Stadt Peine auf dem dritten Platz.

Der Peiner SPD-Bundestagsabgeordnete Hubertus Heil, der sich von Anfang an für eine Ansiedlung in seiner Heimat stark gemacht hatte, bedauerte die Entscheidung für Braunschweig. „Peine hat eine exzellente Bewerbung abgegeben, leider reichte es am Ende nicht“, sagte Heil. Doch es gebe noch Hoffnung für die Fuhsestadt. Denn, so Heil: „Der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft hat mir in einem persönlichen Gespräch erklärt, dass zumindest Teile des Projektes in Peine realisiert werden könnten.“

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Und das bestätigte auch die Fraunhofer-Gesellschaft auf PAZ-Anfrage. „Als geeigneter Standort für ein technisches Prototypenlab in Kooperation mit den Stadtwerken Peine wird der Standort Peine erachtet“, erklärte Roman Möhlmann von der Organisation mit Sitz in München. Und wie würde das konkret aussehen? „Die Gespräche starten erst, da das Auswahlverfahren erst ganz frisch abgeschlossen wurde. Dementsprechend können wir aktuell Detailfragen leider noch nicht beantworten.“

Doch auch so freut sich Heil, dass Peine zumindest „ein Stück vom Kuchen“ abbekommen könnte. Zudem habe Fraunhofer-Chef Professor Reimund Neugebauer signalisiert, dass es weitere Forschungsfelder gebe, für die Peine als Standort in Frage kommen könnte. Als Beispiel wurde dabei die Materialforschung genannt.

Der Bundestagsabgeordnete abschließend: „Peine hat eine sehr gute Visitenkarte hinterlegt. Jetzt heißt es: Am Ball bleiben – und nicht lange lamentieren. Ich werde mich auf jeden Fall weiter dafür einsetzen, zukunftsfähige Arbeitsplätze nach Peine zu holen.“

Der Standort-Wettbewerb für das neue Forschungszentrum

Im März 2017 haben die Fraunhofer-Gesellschaft und die Technischen Universität (TU) Braunschweig eine Vereinbarung zum Bau eines Zentrums für Energiespeicherforschung unterzeichnet. Erforscht werden sollen neue Lösungen für Batterien und Brennstoffzellen im Bereich Elektromobilität sowie für stationäre Speicher. Die Vereinbarung umfasst die Zusammenarbeit des Fraunhofer-Instituts für Keramische Technologien und Systeme IKTS, des Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM sowie der Battery LabFactory der TU. In der neuen Einrichtung sollen rund 100 Forscher arbeiten.

In den vergangenen Monaten wurde für das geplante Projektzentrum für Energiespeicher und -systeme im Großraum Braunschweig eine umfangreiche baufachliche Prüfung vorgenommen. Insgesamt wurden 20 angebotene Grundstücke und mögliche Bestandsgebäude nach 20 Kriterien in drei Kategorien bewertet. Auf dem ersten Platz landete der Forschungsflughafen in Braunschweig vor dem Campus TU Braunschweig und der Stadt Peine. „Für die Entscheidung im Hinblick auf den wissenschaftlichen Schwerpunkt war unter anderem die Nähe zur Infrastruktur der TU Braunschweig entscheidend“, sagt Roman Möhlmann von der Fraunhofer-Gesellschaft. Mit Vertretern der ausgewählten Standortkandidaten trete die Fraunhofer-Gesellschaft nun in konkrete Gespräche ein.

Von Tobias Mull

 

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