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Stadt Peine Fahrräder auf Bahngleisen – Ermittlungen laufen auf Hochtouren
Stadt Peine Fahrräder auf Bahngleisen – Ermittlungen laufen auf Hochtouren
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20:00 25.03.2019
Tatort Bahngleise: An dieser Stelle im Bereich der Rosenthaler Landstraße hatten die Unbekannten ein Fahrrad auf die Schienen gelegt.
Tatort Bahngleise: An dieser Stelle im Bereich der Rosenthaler Landstraße hatten die Unbekannten ein Fahrrad auf die Schienen gelegt. Quelle: Tobias Mull
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Häufiger als sonst kreist dieser Tage ein Hubschrauber über dem Peiner Stadtgebiet. Was ist passiert? PAZ ist dem nachgegangen. Das Hubschrauberkreisen sei eine Ermittlungsmaßnahme. „Wir suchen Hinweise auf den oder die Täter, die nun schon dreimal Räder auf die Gleise gelegt haben“, erklärt Jörg Ristow, Pressesprecher der Bundespolizeidirektion Hannover.

Keine Sach- oder Personenschäden – aber Verspätungen

Am 1. Februar hieß es in einem Polizeibericht, dass bei der Brücke im Verlauf der B444 ein Rad im Gleisbett entdeckt wurde. Zwei Tage später wurde in der Nähe ebenfalls ein Rad im Gleisbett aufgefunden. Ebenso am 15. Februar. Zu Schäden sei es bisher nicht gekommen. Allerdings zu Verspätungen, wie André Rahmer, Unternehmenssprecher der Westfalenbahn, bestätigte. „An allen drei Tagen hatten die Vorfälle Verspätungen von mehr als einer Stunde auf vier Verbindungen zur Folge.“

Hubschrauber mit Wärmebildkamera ausgestattet

Polizeistreifen würden durch den Hubschrauber, der mit einer Wärmekamera ausgestattet ist, unterstützt, hieß es weiter. Detlef Lenger, ebenfalls Pressesprecher der Bundespolizeidirektion Hannover unterstrich, dass es sich bei einer solchen Tat nicht um den berühmten „Dumme-Jungen-Streich“ handelt. „Im schlimmsten Fall kann durch ein Hindernis ein Zug entgleisen.“ Die Unbekannten würden mit ihren Taten Menschenleben riskieren. „Deshalb kann ein gefährlicher Eingriff in den Schienenverkehr auch mit einer Haftstrafe geahndet werden“, so Lenger weiter. Zudem sei mit Schadensersatzklagen der Bahn zu rechnen.

Eine Einzäunung von Bahngleisen sei unmöglich

Auf die Frage, ob man Bahnstrecken besser schützen könne, erklärt der Betreiber, die Deutsche Bahn Netz AG: „Grundsätzlich ist die Deutsche Bahn nicht verpflichtet, Bahnanlagen einzufrieden. Das unbefugte Betreten von Bahnanlagen ist untersagt, ein Verstoß eine Ordnungswidrigkeit. Da die Bahn bundesweit über knapp 34000 Kilometer Streckennetz verfügt, wäre ein Zaun erforderlich, der zweimal um den Äquator reicht. Die Vergangenheit hat auch gezeigt, dass ein Zaun – egal wie hoch - Menschen nicht vom Betreten der Gleise abhält.“ Daher appelliert die Bahn wie auch die Polizei an die Bevölkerung, Bahnschienen nicht zu betreten, es besteht Lebensgefahr!

Direkt an die Bahngleise zu gelangen ist vielerorts, wie hier auf dem Radweg mit Unterführung vom Madamenweg in Richtung Rosenthaler Landstraße, nicht schwer. Eine Einzäunung jedoch sei völlig utopisch, sagte eine Bahnsprecherin. Quelle: Kathrin Bolte

Polizei sucht Zeugen

Weiterhin bittet die Polizei um Hilfe aus der Bevölkerung. Wer etwas gesehen hat oder Hinweise auf den oder die Täter geben kann, der möge sich bitte unter der Telefonnummer 05171/9990 mit der Polizei in Verbindung setzen.

Von Kathrin Bolte