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Stadt Peine Experte: Die Geschichte der Peiner Krankenhäuser
Stadt Peine Experte: Die Geschichte der Peiner Krankenhäuser
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14:53 10.12.2019
Das alte Peiner Krankenhaus an der Sundernstraße, das von 1917 bis 1971 existierte. Quelle: Privat
Peine

Die Geschichte der Peiner Krankenhäuser gleicht einem komplizierter Krankenbericht mit unterschiedlich ausgeprägten finanziellen Fieberkurven, Phasen guter Entwicklungen, Rückschlägen und absehbar heftigen politischen Infektionen inklusive. Mit einer aufschlussreichen Präsentation hat Adolf Stöhr, Vorsitzender des Fördervereins des Peiner Klinikums, die Geschichte der Peiner Krankenhäuser seit 1887 vor der Kreishandwerkerschaft zum Leben erweckt. Der Vortrag fand am Montag im Friedrich-Spee-Haus statt.

Haben und nicht brauchen

Adolf Stöhr. Quelle: Privat

„Haben und nicht brauchen“ ist für die meisten Menschen in Bezug auf ein Krankenhaus mit gutem Ruf in ihrer direkten Nachbarschaft der Begriff für ein gutes Gefühl. Gesundheitlich weniger Privilegierte, die hingegen auf Heilung und Pflege angewiesen sind, zeigen sich dankbar für solch eine nahe gelegene Einrichtung.

Nachdem die Stadtväter Jahrelang um den Bau eines Krankenhauses in der Fuhsestadt gestritten hatten, war es 1887 endlich auch in Peine soweit: „In der Sedanstraße, auf dem Gelände eines heute dort ansässigen Supermarktes, wurde für 45 000 Goldmark eine Einrichtung mit 10 Betten geschaffen,“ berichtete Stöhr.

Vier Krankenhäuser

Adolf Stöhr gab vor der Kreishandwerkerschaft eine Präsentation. Quelle: Ulrich Jaschek

Und es ging weiter: Angefangen mit der 10-Betten-Einrichtung in der Sedanstraße über die 1917 eröffnete Klinik an der Sundernstraße und ihren immerhin neun Filialen in den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges. Und wem aus den folgenden Generationen ist schon bewusst, dass sich ausgerechnet im verträumten Bülten auf dem Gelände des Schachtes Emilie 1945 ein Kreiskrankenhaus etabliert hatte. Dort hat man beispielsweise verwundete Soldaten aufgenommen, die aus Lazaretten evakuiert wurden und von der Roten Armee bedroht waren. Erst 1959 sei diese Einrichtung geschlossen worden, sehr zum Leidwesen der männlichen Bevölkerung des Ortes, wie Stöhr im Hinblick auf die „enorme Krankenschwestern-Dichte“ süffisant bemerkte.

Das Krankenhaus an der Sedanstraße war von 1887 bis 1917 Peines erstes Krankenhaus. Quelle: privat

Stöhrs Herz gehört sehr offensichtlich der Historie der vier Peiner Krankenhäuser, die er aus unterschiedlichen Wahrnehmungen und Sichtweisen mit interessanten und humorigen Anekdoten dem Publik näher brachte.Teils verblüfft, teils zustimmend nickend wurde aufmerksam gelauscht, bis die Gegenwart erreicht wurde: Die Inbetriebnahme des Peiner Kreiskrankenhauses, beziehungsweise Klinikums, am Rande der Stadt 1971 für 48 Millionen Mark war die Erfüllung des Herzenswunsches der einstigen Peiner Landrätin Hertha Peters.

Gesundheitsversorgung in der Zukunft

Knapp 50 Jahre später hängt die Zukunft dieses Klinikums an der Virchowstraße am Tropf finanzieller Entwicklungen, will aber seine unbestreitbare Erfolgsgeschichte nicht kampflos aufgeben.

„Haben und nicht brauchen“ sagt indessen der noch gesunde Bürger Stöhr und hofft inständig, dass ihm und jenen, die auf eine erfolgreiche Behandlung dort angewiesen sind, das Klinikum dauerhaft und auf sicherem finanziellen Fundament erhalten bleibe.

Wer den interessanten und bebilderten Vortrag verpasst hat, muss sich nicht ärgern. Stöhr hat seine Erkenntnisse in einem Buch zusammengefasst. Demnächst soll es unter dem Titel „Von der Gummizelle zum Herzkatheter“ erhältlich sein.

Das Klinikum Peine an der Virchowstraße hat eine ungewisse Zukunft. Quelle: Archiv

Von Ulrich Jaschek

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