Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Stadt Peine „Einheit Europas ist keine Selbstverständlichkeit“
Stadt Peine „Einheit Europas ist keine Selbstverständlichkeit“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:00 15.08.2019
Von links: Frank Oesterhelweg (MdL), Carsten Müller (MdB), Sinje Rohwedder (Wahlkreisbüro), Anastaija Ore, Lucas Reichel (beide Mitarbeiter in Brüssel), Lena Düpont und Christoph Plett. Quelle: Nicole Laskowski
Peine

Zum Auftakt ihrer dreiwöchigen Sommertour hat die CDU-Europaabgeordnete Lena Düpont aus Gifhorn Station in Peine gemacht. Sie vertritt den Wahlkreis Gifhorn-Peine in Brüssel. In der Geschäftsstelle der CDU berichtete sie der Peiner Allgemeinen Zeitung über ihren Werdegang, ihre Leidenschaft für ein geeintes Europa und ihre Ziele als Vertreterin des Landkreises in Brüssel.

CDU-Treffen (von links): Sinje Rohwedder, Mitarbeiterin im Wahlkreisbüro, Lucas Reichel und Anastasija Ore, Mitarbeiter in Brüssel, Lena Düpont und die Abgeordneten Christoph Plett, Carsten Müller sowie Frank Oesterhelweg. Quelle: Nicole Laskowski

Frühes Interesse an Europa

Europa hat mich schon ziemlich früh interessiert. Ich habe im 11. Jahrgang ein Praktikum in Tschechien gemacht. Das war kurz vor dem Beitritt des Landes zur EU. Damals habe ich Deutschkurse gegeben, und da war Europa ein Riesenthema. Das hat mir gezeigt, dass es in anderen Ländern eben noch keine alltägliche Selbstverständlichkeit ist, die Einheit Europas zu erleben“, bekräftigt Düpont.

Nach Abitur und Studium zog es die Politologin schnell nach Berlin. „Im Studium habe ich bereits angefangen, im Europäischen Parlament zu arbeiten. Das war der Start meiner beruflichen Laufbahn, dann kam der Wechsel in den Bundestag“, erinnert sich Düpont.

Brexit gab den Anstoß

Dort arbeitete sie unter anderem für die damalige CDU-Bundestagsabgeordneten Ewa Klamt und Ingrid Pahlmann. Nach dem Ausscheiden Pahlmanns aus dem Bundestag 2017 zog es Düpont zurück in ihre Heimat Gifhorn. Dort wurde ihre Tochter geboren, und sie sammelte journalistische Erfahrungen beim Stadtmagazin. Doch schon 2016 ließ der Brexit den Entschluss reifen, für das Europaparlament zu kandidieren.

Lena Düpont Quelle: Nicole Laskowski

„Wir stehen vor wahnsinnigen Herausforderungen“

„Damals war Donald Trump gewählt worden, und Großbritannien beschloss den Austritt aus der EU. Da wollte ich nicht mehr nur an der Seitenlinie stehen und diese Entwicklungen bedauern, sondern etwas tun. Wie gesagt, Europa ist keine Selbstverständlichkeit, und wir stehen vor wahnsinnigen Herausforderungen. Meine Aufgaben sehe ich auch mit großem Respekt, denn in den nächsten fünf bis zehn Jahren wird sich entscheiden, ob das vereinte Europa Bestand haben wird oder nicht“, meint die 33-Jährige nachdenklich.

Schwere Stühle im Europaparlament

Ein Jahr später hieß es dann: Wahlkampf in einer großen Region. Als klar war, dass es mit dem Einzug ins Europaparlament geklappt hat, war die Freude groß. Sehr emotional war auch der erste Tag. „Ich habe mit der tollen Unterstützung vieler Mitstreiter ein Jahr lang dafür gekämpft, auf einem der blauen Stühle sitzen zu dürfen, die übrigens furchtbar schwer sind. Als dann am ersten Morgen die Europahymne gespielt wurde, hatte ich schon Tränen in den Augen“, erinnert sich Düpont. Sehr dankbar ist sie für ihre Mitarbeiter in Brüssel und vor Ort in Gifhorn, die ihr den Rücken frei halten und sie unterstützen, wo es geht.

Lena Düpont ist im Gespräch mit dem Peiner Landtagsabgeordneten Christoph Plett. Quelle: Nicole Laskowski

Viele Themen betreffen Peine

Wichtig sei ihr, dass die EU schlagkräftig bleibe. Dafür sei unter anderem eine institutionelle Neuaufstellung unabdingbar. Bei insgesamt 19 CDU-Verbänden in einer großen Region muss Düpont einiges leisten, um alles im Blick zu behalten. „Zeit für die Arbeit in den Wahlkreisen nehme ich mir auf jeden Fall. Die Sitzungspause in Brüssel nutze ich jetzt für meine Sommertour und freue mich, den Landkreis Peine besser kennenzulernen. In meinen Ausschüssen für Agrar und regionale Strukturpolitik bewegen wir sehr viele Themen, die auch Peine betreffen, wie zum Beispiel eine CO2-ärmere Stahlproduktion, die ja wiederum nicht nur für die Salzgitter AG, sondern auch für die Auto-Industrie von Bedeutung ist. Klimaschutz und Industrie müssen zukunftsfähig gestaltet werden – das ist keine leichte Aufgabe“, sagt sie abschließend.

Lena Düpont

Lena Düpont wurde 1986 in Gifhorn geboren und hat dort 2005 Abitur am Humboldt-Gymnasium abgelegt. Es folgte das Studium Politikwissenschaften und christliche Publizistik an der Universität Erlangen-Nürnberg, während dieser Zeit war sie Praktikantin der Gifhorner Europa-Abgeordneten Ewa Klamt. Nach dem Studium begann der Start der beruflichen Laufbahn in Brüssel und Straßburg. Sie war Büroleiterin und wissenschaftliche Mitarbeiterin für die Europa-Abgeordnete Dr. Renate Sommer und ab 2011 wissenschaftliche Mitarbeiterin Ewa Klamts in Berlin.

Es folgte ein zweiter Studienabschluss an der Quadriga Hochschule in Berlin „MBA Public Affairs & Leadership“. Weitere berufliche Stationen gab es im Bundestag bei Eckhard Pols und Ewa Klamts „Nachfolgerin“ Ingrid Pahlmann, sowie beim Deutschen Reiseverband als Referentin für Europa- und Bundespolitik. Ferner übernahm Lena Düpont die Leitung des Wahlkreisbüros von Ingrid Pahlmann in Gifhorn und arbeitet als Redakteurin eines Gifhorner Stadtmagazins.

Von Nicole Laskowski

Millionenprojekt: Eine Seniorenwohnanlage mit einem Wohngruppensystem will die Avitas Entwicklungsgesellschaft für Pflege-Immobilien in Stederdorf bauen. Dort soll es 81 Plätze, inklusive einer Demenzabteilung mit 10 bis 12 Plätzen geben. Außerdem ist ein Café geplant.

15.08.2019

Er fand auf Umwegen zu seinem Beruf – doch lebt er ihn mit voller Leidenschaft: Julian Bergau ist neuer Pastor der Martin-Luther-Gemeinde in der Peiner Südstadt. Und der 36-jährige hat viel vor.

15.08.2019

Ein ungewöhnliches Projekt haben die Teilnehmer der Jugendwerkstatt der Caritas umgesetzt. Mit Unterstützung eines Hannoveraner Künstlers gestalteten sie zwei Wände neu.

15.08.2019