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Stadt Peine Erneut Feuer in Peine: Ermittlungen der Polizei gehen in alle Richtungen
Stadt Peine Erneut Feuer in Peine: Ermittlungen der Polizei gehen in alle Richtungen
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09:16 12.09.2019
Pkw-Brand in Peine: Auf der Fontanestraße steht ein BMW in Flammen. Quelle: Polizei Peine
Peine/Stederdorf

Alarm: Wieder mussten die Peiner Feuerwehren in der Nacht zu Mittwoch zu einem Einsatz ausrücken. Diesmal stand auf der Fontanestraße ein Auto in Flammen. Ob hier eine Brandstiftung ursächlich ist, steht noch nicht fest. Die Ermittlungen der Polizei laufen auf vollen Touren. Daneben gehen in Stederdorf immer noch Privatpersonen auf Streife, um die Häuser zu sichern.

Viele ungeklärte Brände in Peine und Stederdorf

In Peine geht die Angst vor einem Serienbrandstifter um. Wie die PAZ berichtete gab es in einem Zeitraum von rund 3 Monaten 23 ungeklärte Brände. Inzwischen sind es 24, denn am Freitagabend war am Moorbeerenweg in Stederdorf aus ebenfalls ungeklärter Ursache ein Böschungsbrand ausgebrochen.

Nun lag der Brandort wieder in Peine. Auf der Fontanestraße brannte ein BMW. Als die Feuerwehr anrückte, stand dieser bereits lichterloh in Flammen. Eine Anwohnerin berichtete der PAZ, dass sie in der Nacht einen sehr lauten Knall wahrgenommen habe und die meterhohen Flammen von ihrer Wohnung aus sehen konnte. „Das war sehr unheimlich, was ist bloß los in Peine?“, fragte sie und zitterte am ganzen Körper.

Polizeiliche Ermittlungen laufen in alle Richtungen

Ob das Auto in Flammen im Zusammenhang mit der Brandserie in Stederdorf und Peine steht, konnte die Polizei nicht sagen. Sprecherin Stephanie Schmidt bestätigte der PAZ lediglich, „dass die Ermittlungen aufgenommen wurden und in alle Richtungen laufen“. Bei dem aktuellen Pkw-Brand werde von technischem Defekt bis hin zu Brandstiftung derzeit nichts ausgeschlossen. Zeugen können sich unter Telefon (0 51 71) 99 90 bei der Wache melden.

Großbrand bei der Verpackungsfirma in Stederdorf: Das Feuer breitete sich schnell aus. Quelle: Feuerwehr Ilsede

Weiter erklärte Schmidt, dass die Polizei auch in Stederdorf aufgrund der Brandserie nun vermehrt Streife fahren würde. Ein Täter konnte bislang nicht ausgemacht werden. Parallel dazu würden immer noch die Vernehmungen derjenigen andauern, die das Feuer gemeldet haben. „Auch die von den Bränden betroffenen Anwohner werden von uns vernommen“, so die Polizeisprecherin weiter.

Stederdorfer Bürgerwehr geht weiter auf Streife

Unterdessen gehen in Stederdorf weiterhin Privatpersonen nachts auf Streife. Sie haben die Hoffnung, etwas oder jemanden zu beobachten und einen etwaigen Brandstifter überführen zu können. Angst habe man, dass mehr passiert, als eine brennende Böschung. „Wie schnell ein Großbrand entstehen kann, habe man ja erst kürzlich bei der EWL-Verpackungen gesehen“, so die Stederdorfer, die anonym bleiben wollen. Ihnen ist klar, dass die Chancen, jemanden auf frischer Tat zu ertappen, gering sind. Jedoch könne es nicht schaden, aufmerksam zu sein, sagen sie.

So hoch ist die Belastung für die Ehrenamtlichen

Große Belastung: In den vergangenen Wochen mussten die Peiner Freiwilligen Feuerwehren zu sehr vielen Einsätzen ausrücken. Besonders die Brände in Stederdorf halten die Freiwilligen auf Trab. Ist das personell überhaupt noch zu schaffen? Die PAZ sprach mit Stadtbrandmeister Timm Wiesemann.

Vor dem Hintergrund, dass es sich um freiwillige Feuerwehren und nicht um eine Berufsfeuerwehr handelt, stellt sich die Frage nach der Belastungsgrenze. Wiesemann meint dazu, dass ein über Monate andauernder erhöhter Einsatz, schon belastend sei. Was derzeit bei den Kameraden in Stederdorf los ist, sei schon viel, aber man sei noch nicht an der Belastungs-Obergrenze angekommen.

Oft ist es schwer wieder zur Ruhe zu finden

Wenn beispielsweise ein Altpapiercontainer brennt, würde der Einsatz ungefähr eine halbe Stunde dauern. Dann sei der Feuerwehrmann wieder im Bett. „Allerdings“, merkt Wiesemann an, „wenn der Notruf über den Pieper rein kommt, weiß man ja nicht, was einen erwartet. Da ist man voller Adrenalin, und manch ein Kamerad kommt dann nicht gleich wieder zur Ruhe.“ Wird man aus dem Tiefschlaf gerissen, sei es noch schwerer, wieder in den Schlaf zu finden.

Freiwilligen Feuerwehrleuten steht Erholungsphase zu

Gemäß dem Brandschutzgesetz steht Freiwilligen Feuerwehrleuten nach einem Einsatz eine Erholungsphase zu – auch wenn sie eigentlich zu ihrer regulären Arbeit müssen. Gerade Atemschutzgeräte-Träger bräuchten einige Zeit, um sich zu erholen. „Die meisten Arbeitgeber in Peine spielen da auch mit“, so der Stadtbrandmeister. Allerdings. Wenn sich die Einsätze in kurzem Zeitraum häufen, könne das auch Schwierigkeiten mit dem Arbeitgeber geben.

Viele Brände der jüngeren Vergangenheit konzentrieren sich auf Stederdorf. „Würde die dortige Ortswehr an ihre Grenzen kommen, könnte theoretisch auch eine andere Wehr gerufen werden“, erklärt Wiesemann. Bislang käme dies aber nicht in Frage.

Organisatorisch ist die Kernstadt Feuerwehr in Bereitschaftsgruppen aufgeteilt. „Diese sind praktisch für alles zuständig“, erklärt Wiesemann. Bei einem Vollalarm erweitere sich der Kreis der Zuständigen. „Die Kameraden wissen also schon im Vorfeld, wann eine etwas stressigere Zeit neben Familie und Beruf auf sie zukommt.“

Von Kathrin Bolte

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