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Stadt Peine Erlegter Wolf: Peiner Nabu-Chef befürwortet Abschuss auffälliger Tiere
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Erlegter Wolf: Peiner Nabu-Chef befürwortet Abschuss auffälliger Tiere

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18:10 26.04.2021
Ein Wolf schaut in einem Wildpark hinter einem Baum hervor: Ein Tier aus dem Burgdorfer Rudel wurde getötet
Ein Wolf schaut in einem Wildpark hinter einem Baum hervor: Ein Tier aus dem Burgdorfer Rudel wurde getötet Quelle: Lino Mirgeler
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​Eine Wölfin des Burgdorfer Rudels wurde am Donnerstag getötet. Das Tier ist nach ersten Einschätzungen des Umweltministeriums ein bis zwei Jahre alt. Für die beiden Elterntiere des Rudels galt eine Ausnahmegenehmigung. Dem Rüden GW950m und der Fähe GW1423f werden mehrere Risse von Nutztieren zugeordnet, auch im Landkreis Peine. Die erschossene Wölfin jedoch, davon geht das Umweltministerium aus, ist eines  der acht Jungtiere des Rudels gewesen. Erst Anfang April wurden zwei junge Wölfe im Kreis Cloppenburg und im Kreis Uelzen erlegt – für die Tiere gab es keine Ausnahmegenehmigung. Wie kommt es zu den Fehlabschlüssen? Wir fragten beim Naturschutzbund (Nabu) Peine nach.  

Fehlabschüsse: Das sind die Ursachen

Uwe Schmidt, Vorsitzender der Nabu Peine und selbst Jäger, erklärt: „Die Gründe sind eine schlechte Sicht, es wird überwiegend in der Dämmerung oder nachts gejagt“, so der Vorsitzende, „oder auch die mangelnde Erfahrung der beauftragten Personen“. Für den Vollzug werden nach Angaben des Umweltministeriums „nur geeignete Personen“ eingesetzt. Jäger, so sagt Schmidt, wollen die Entnahme eines Tieres häufig nicht mehr übernehmen. Denn immer wieder komme es zu Androhungen und Anfeindungen durch Wolfsbefürworter. Eine Folge: Hochsitze werden angesteckt. „Zum Abschuss der Tiere sind in der Regel Landesbedienstete im Einsatz“, sagt der Nabu-Vorsitzende.

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Wie können nun Wölfe identifiziert werden, für die eine Ausnahmegenehmigung gilt? „Das ist schwierig“, sagt Schmidt, das Geschlecht eines Tiers beispielsweise lasse sich nur dann bestimmen, wenn das Tier nässe, also das Bein hebe. Geschossen werden die Tiere aus einer Entfernung von 50 bis 100 Metern. Auch das Alter des Tieres lasse sich dabei nicht exakt bestimmen. Allenfalls am Körperbau zwischen eines Jungtieres und eines Elterntieres.  

Abschuss der Wölfe: Ja oder nein? 

Schmidt sieht beim Thema „Wolf“ noch viel Aufklärung. „Der Wolf geht erstmal an die Nutztiere. In unseren landwirtschaftlichen geprägte Gefilden, jagten sie das, was sie leicht bekommen könnten. „Einem Reh müssen sie kilometerweit hinterher laufen“, sagt Schmidt. Andere Tiere seien eingegattert und hätten keine Fluchtmöglichkeit. 

Die „Entnahme“, wie der Abschuss eines Tieres im Bundesnaturschutzgesetz genannt wird, hält Schmidt persönlich für notwendig. „Wir haben in Deutschland die höchste Wolfspopulation in Europa“, sagt er, doch die Lebensräume passten nicht immer. Schmidt hält ein Wolfsmanagement mit allen Beteiligten für sinnvoll: „Staatsforst, Viehhalter, Jäger und anerkannte Naturschutzverbände sollten an einen Tisch“, so Schmidt.