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Stadt Peine Ende des Turbo-Abis: Auf G9 umschalten geht nicht einfach mal so eben
Stadt Peine Ende des Turbo-Abis: Auf G9 umschalten geht nicht einfach mal so eben
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06:04 22.06.2019
Das Ende des Turbo-Abis: Die Umstellung auf G9 an den Gymnasien ist für Schulen und Kommunen mit Arbeit verbunden. Quelle: dpa
Peine/Gifhorn/Wolfsburg

Das Ende des Turbo-Abis sorgt für Arbeit – bei Schülern, Lehrern und Kommunalverwaltungen. Umschalten auf 13 Jahrgänge geht nur mit Bauarbeiten an Schulgebäuden und Improvisation im Unterricht.

„Diesen Wechsel von G8 auf G9 hat man zu Beginn des Schuljahres deutlich gemerkt, da Lehrer sich immer wieder die Frage stellen mussten, ob der Unterrichtsstoff, den sie gerade unterrichten, im 11. Schuljahr oder doch erst im 12. Schuljahr gelehrt werden muss“, berichtet Tessa Marotz vom Silberkamp-Gymnasium in Peine. Oftmals hätten die Lehrbücher nicht mehr zum Stoff gepasst. Folge: „So haben wir zum Beispiel im Matheunterricht kein wirkliches Buch mehr genutzt, sondern viel mit Kopien aus Lehrbüchern, die dem neuen System angepasst sind, gearbeitet.“

Ähnliche Erfahrungen macht Philip Knotz vom Otto-Hahn-Gymnasium in Gifhorn. „Manchmal verläuft der Unterricht meiner Meinung nach zu schleppend, und einige Lehrerinnen und Lehrer wissen nicht ganz genau, was sie unterrichten sollen, da nicht klar geklärt zu sein scheint, was in Sek 1 drankommt und was in Sek 2“, so der Noch-Zehntklässler. „Dadurch machen wir immer mal wieder Inhalte aus der Oberstufe.“

Außerdem stellen sich die Schüler auf Baumaßnahmen ein: „Unser Schulgebäude fasst keinen weiteren Jahrgang, weswegen ab Sommer bei uns auf dem Gelände für längere Zeit gebaut wird“, sagt Knotz. „Das sind aber ausschließlich Probleme der Übergangsjahrgänge, also in Zukunft ist das kein Problem mehr.“

In einem Jahr mal ganz gemächlich auf das Schulende zuarbeiten, weil kein Abistress herrscht? Die Füße hoch legen können die Lehrer auf keinen Fall, sagt Dr. Wolfram Bartsch, Leiter des Ratsgymnasiums in Peine. „Es gibt so viel, was ansteht, da kommt keine Langeweile auf.“ So hofft Bartsch zum Beispiel, dass dank des Wegfalls des Abis im Sommer 2020 genug Luft bleibt, um wichtige Digitalisierungs-Fortbildungen vornehmen zu können. „Das kann natürlich auch wieder vom Alltag aufgefressen werden. Aber eigentlich müsste die Rechnung aufgehen.“

Von Dirk Reitmeister

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