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Stadt Peine Arbeiten trotz Rekordhitze: Ein Tag mit Pommes, Eis und Katastrophen
Stadt Peine Arbeiten trotz Rekordhitze: Ein Tag mit Pommes, Eis und Katastrophen
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19:45 24.07.2019
Mittagspause im Freibad – herrlich erfrischend, findet Redakteurin Kathrin Bolte. Quelle: Antje Ehlers
Peine

Der Blick auf die Temperaturanzeige um kurz nach neun lässt einen wirklichen Hitzetag erahnen: 24 Grad. Wohl dem, der eine Klimaanlage im Auto hat oder gar mit dem Rad zur Arbeit fahren kann. Immerhin weht ein laues Lüftchen. Das macht die ersten Anstrengungen des Tages erträglich.

Hitzefrei für Bauarbeiter?

Auf dem Weg zur Redaktion komme ich an einer Baustelle vorbei und frage mich unweigerlich: wie kommen die Bauarbeiter mit diesen Temperaturen zurecht? Gibt es für sie nicht vielleicht hitzefrei? Auf diese Frage sagt Dieter Benkendorf vom gleichnamigen Bauunternehmen: „Hitzefrei gibt es nicht. Unsere Mitarbeiter sind mit Kopfbedeckungen und Sonnencreme ausgestattet und natürlich jeder Menge Wasser.“

Temperaturen in der Backstube? Katastrophe!

Ich denke an andere Berufe, in denen es heute „heiß her geht“. Etwa in der Backstube der Peiner Bäckerei Seidel. Geschäftsführer Andreas Höver gibt auf die Frage, wie warm es denn bei einer solchen Rekordhitze in der Backstube wäre, die klare Antwort: „Es ist eine Katastrophe.“ Wie warm genau – das könne er gar nicht sagen, es wirke wie 50 Grad und mehr. Klimaanlage und Ventilatoren würden zwar teilweise eingesetzt, das ginge aber nicht in allen Bereichen und so „muss man einfach nur zusehen, dass man den Tag irgendwie übersteht und viel trinkt“, sagt er.

Tiefkühlabteilung im Supermarkt hoch frequentiert

Ganz gute Aussichten auf eine Erfrischung hat Marcel Großmann, stellvertretender Marktleiter des Rewe an der Schäferstraße. „Hier bei uns in der Kühlabteilung ist schon mehr los als sonst“, sagt er. Ob er damit nur die verkaufte Ware oder auch die Verweildauer der Kunden an diesem kühlen ort meint – das lässt er charmant offen.

Der Tag geht weiter

Für die Berichterstattung lassen sich derweil einige Dinge telefonisch klären. Hilfreich hierbei ein Thermalspray aus der Apotheke. „Das Spray verhindert einen Hitzestau im Gesicht und ist sehr erfrischend“, weiß Apothekerin Stefanie Follert. Recht hat sie. Es stehen aber auch Termine an, für die ich die Redaktion verlassen muss. Auf dem Weg dorthin beobachte ich neidisch einige Herrschaften, die sich ein kühles Bier schmecken lassen. Da ich im Dienst bin, bleibt es bei den Blicken.

Ein kühles Bier hilft gegen die Hitze. Quelle: Kathrin Bolte

Gut geht es auch der vierjährigen Hanni-Lore, die mit ihren Omas und ihrer Tante ein schattiges Plätzchen an der Jakobikirche gefunden hat. Man war erst gemütlich frühstücken und genieße nun die freie Zeit. An freie Zeit ist bei mir nicht zu denken.

Die vierjährigen Hanni-Lore hat mit ihren Omas und ihrer Tante ein schattiges Plätzchen gefunden. Quelle: Kathrin Bolte

Der Termin ist erledigt und zum ersten Mal an diesem Tag meldet sich der Magen. Hunger! Ich hole mir in der Stadt einen Salat, die kleine Mahlzeit soll die nötige Energie für die weitere Arbeit am Schreibtisch liefern. Die wenigen Menschen die mir in der Innenstadt begegnen habe alle eine Wasserflasche in der Hand – ich auch. Es ist anstrengend bei der Hitze, aber mit ausreichend Wasser geht es.

Leichte Snacks sind bei der Hitze ein guter Energielieferant. Quelle: Kathrin Bolte

Mittagspause im Freibad

Zur Mittagspause zeigt das Thermometer 35,5 Grad an. Ab ins Freibad! Kaum angekommen wabert der Duft von Pommes herüber. Und es ist dieser Geruch, den nur Freibad-Pommes haben.

Ab geht es ins kühle Nass. Aber so richtig kühl ist das eigentlich gar nicht. Die Dusche vorweg hingegen hat Überwindung gekostet. Ein paar Bahnen schwimmen und ein bisschen in der Sonne sitzen macht frisch für den Rest des Arbeitstages. Auf dem Rückweg in die Redaktion gibt es Freibad-Pommes – das muss jetzt einfach sein.

Die zweite Hälfte des Hitzetages kann kommen

Nach der äußerlichen Abkühlung geht es in die zweite Hälfte des Tages. Diese beginnt mit einer innerlichen Abkühlung: Chefredakteurin Stefanie Gollasch gibt ein Eis aus. Das hilft – denn der Tag ist noch lange nicht zu Ende. Fotos wollen noch ausgesucht, Texte geschrieben werden. Und dann bimmelt auch noch dauernd das Telefon. Doch das alles geht erstaunlich gut von der Hand. Was geholfen hat: Das Geburtstagskind aus der Sport-Redaktion hat ebenfalls ein Eis ausgegeben – zudem gab es ausreichend Eistee-Schorle.

Fazit: Mit ein paar Tricks, kann man sich einen Hitzearbeitstag durchaus erträglicher machen. Wichtigste Erkenntnisse: Freibad-Pommes helfen nicht gegen die Hitze, sind aber lecker, Eis hilft – und viel Eis hilft viel.

Und was tun Sie bei der Arbeit gegen die Hitze? Schreiben Sie mir ein Mail an k.bolte@paz-online.de

10 Tipps für erträgliches Arbeiten bei Hitze

1. Früh am Morgen gut durchlüften

2. Fenster abdunkeln um die Sonne „auszusperren“

3. Raumtemperatur bei 23 Grad ist ideal

4. unnötige Wärmequelle wie Drucker oder Kopierer ausschalten

5. Ventilatoren beleben, aber nur wenn sie nicht direkt ins Gesicht gerichtet sind, sondern eher in Richtung Oberkörper

6. viel Trinken

7. schwer Verdauliches und scharfe Speisen meiden

8. auf große Mengen Kaffee verzichten

9. Hände ab und zu unter kaltes Wasser halten

10. Pausen im Freien, an einem schattigen Plätzchen, verbringen

Von Kathrin Bolte

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