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Stadt Peine Ehemaliges Mälzerei-Gelände: Investor baut 120 neue Wohnungen
Stadt Peine Ehemaliges Mälzerei-Gelände: Investor baut 120 neue Wohnungen
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10:00 18.11.2017
Auf dem Gelände der früheren Mälzerei sollen 120 neue Wohnungen und fünf Stadtvillen entstehen.
Auf dem Gelände der früheren Mälzerei sollen 120 neue Wohnungen und fünf Stadtvillen entstehen. Quelle: Stadt Peine
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Peine

Baubeginn könne bestenfalls im zweiten Quartal 2018 sein. In direkter Nachbarschaft gibt es noch zwei weitere Wohnbauprojekte. Das ist geplant: Auf dem ehemaligen Betriebsgrundstück parallel entlang der Theodor-Heuss-Straße sollen zwei mehrgeschossige Häuserzeilen in Form von so genanntem Geschosswohnungsbau entstehen. Auf dem zum ehemaligen Friedhof ausgerichteten Geländeteil sind fünf Stadtvillen vorgesehen. Darüber hinaus sollen eine Tiefgarage mit 80 Stellplätzen und ein großer Spielplatz gebaut werden.

Zudem ist innerhalb der Gebäudestruktur ein Mix aus wohnverträglichem Gewerbe vorgesehen: Als mögliche Beispiele nennt der Projektentwickler Arztpraxen oder Rechtsanwaltskanzleien. Insgesamt will Wenderoths Firma gbd aus Hannover rund 30 Millionen Euro auf dem Mälzerei-Gelände investieren.

Doch bevor gebaut werden kann, müssen zunächst die noch stehenden Gebäudeteile der ehemaligen Mälzerei Heine abgerissen werden. Dabei kommt ein so genannter Longfront-Spezialbagger zum Einsatz, der die fast 40 Meter hohen Silos von oben nach unten „abknabbert“, erklärt Wenderoth. Allein dafür würden mindestens 14 Tage benötigt.

Während der Abbrucharbeiten muss die Theodor-Heuss-Straße ab kommenden Montag halbseitig gesperrt werden. Wie die Stadt Peine auf Anfrage mitteilte, soll die Sperrung in zwei Abschnitte untergliedert werden. Der vordere Bereich der Straße soll von 20. November bis 14. Dezember und der zweite Bereich dann vom 15. Dezember bis zum 15. Januar gesperrt werden.

Aktuell läuft die städtebauliche Planung für das Areal. Neben dem Elmeg-Gelände in Vöhrum ist es derzeit eines der größten Wohnungsbauprojekte in Peine. Demnächst startet das zweite Bürgerbeteiligungsverfahren. „Wir hoffen, dass wir im zweiten Quartal 2018 mit dem Bauen beginnen können“, sagt der Investor.

Die Geschichte der Mälzerei Heine

Die Mälzerei Heine wurde 1845 von Wilhelm Heine gegründet. Anfangs war die Anlieferung der Gerste noch mühsame Handarbeit. Vom Peiner Bahnhof aus wurden die Säcke auf Pferde-Fuhrwerke verladen und zu den Silo-Anlagen gekarrt. Damals betrug die Jahres-Produktion 1500 Tonnen. Um 1980 verarbeitete man die gleiche Menge bereits täglich, die Anlieferung erfolgte dann natürlich per Lkw. 1903 übergab Heine die Firma an seinen gleichnamigen Sohn. Als dieser 1947 starb, traten die Geschwister Friederich-Wilhelm Heine, Marie-Luise Schoknecht und Magdalene Driest seine Nachfolge an. 1971 übernahm Klaus Schoknecht die Firma. 1999 verkauften die am Unternehmen beteiligten Familien die Fabrik an die Rudolf-Meyer-Gruppe aus Edemissen, die 2004 auch die Malzfabrik Langkopf hinzu kaufte und diese 2010 schloss. 2013 erfolgte dann der Verkauf der Mälzerei Heine an die Getreide AG und die endgültige Stilllegung.

Von Michael Lieb