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Stadt Peine Echternplatz: Thomas Budde schließt archäologische Untersuchungen ab
Stadt Peine Echternplatz: Thomas Budde schließt archäologische Untersuchungen ab
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10:49 31.07.2019
Archäologe Thomas Budde fand zahlreiche Hinweise zur Peiner Stadtgeschichte am Echternplatz. Quelle: Thomas Budde
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Peine

An der Dauerbaustelle am Echternplatz - dort, wo Qualivita seniorengerechte Wohnungen erbauen wird - hat Peines Archäologe Thomas Budde umfangreiche Untersuchungen vorgenommen. Diese erstreckten sich auf das teilunterkellerte Vorderhaus, in dem vorher die „Pizzeria Italia“ ansässig war, berichtet Budde in einer Mitteilung.

Brandschutzschichten erzählen die Peiner Stadtgeschichte

Nachdem der Keller herausgebrochen wurde, legte er mehrere Schichten bis in 1,80 Metern Tiefe frei. Hier wurden eine Vielzahl stadtgeschichtlicher Funde, die bis zurück in die Stadtgründungszeit reichen, entdeckt, so Budde. Unter anderem fand er hier eine 30 Zentimeter starke Brandschuttschicht mit zertrümmertem Wandlehm. „Hieraus geht hervor, dass es sich zweifellos um Material der Stadtbrände des 16. Jahrhunderts handelt, die auf einen der verheerenden Brände von 1557 oder 1592 zurückgehen“, so der Fachmann. Folglich ginge das abgerissene Gebäude im Ursprung mindestens auf das 17. Jahrhundert zurück.

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Darunter wurde ein verkohlter Dielenfußboden des abgebrannten Vorgängerhauses sowie ein Stück Ziegelfußboden aus großformatigen Backsteinen gefunden. In einer Tiefe von 1,60 Metern fand Budde den Stadtgründungshorizont, dem sieben Siedlungsschichten folgten. Auch hierbei handele es sich ebenfalls um Brandschichten von früheren Stadtbränden.

Archäologische Funde am Echternplatz

Keramikscherben von Kugeltöpfen sowie Hornfragmete und Eisenteile gefunden

Der Stadtgründungshorizont von 1217/18 zeigte sich hier als circa zehn Zentimeter starke Holzkohleschicht von verkohlten Dielen des ersten hier stehenden Gebäudes. Dabei dürfte es sich um die erste überlieferte Zerstörung der Stadt im Jahre 1256 handeln, so der Archäologe. Die darüber liegenden sechs mittelalterlichen Siedlungsschichten konnten nicht genauer datiert werden. Ferner fand Budde Keramikscherben von Kugeltöpfen sowie Hornfragmete und Eisenteile. Ein Bereich deute darauf hin, dass sich hier einst ein Brunnenschacht befand.

Von Kathrin Bolte

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