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Stadt Peine Peiner Drogen-Prozess: Falsche Beschuldigungen aus Rache?
Stadt Peine Peiner Drogen-Prozess: Falsche Beschuldigungen aus Rache?
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17:18 08.10.2019
Die beiden angeklagten Libanesen aus Peine (gepixelt) mit ihren Verteidigern. Ihnen wird unerlaubter Handel mit Drogen vorgeworfen. Quelle: ebr
Peine/Hildesheim

Im Prozess gegen zwei in Peine lebende Libanesen, die sich wegen Drogenhandels vor dem Landgericht Hildesheim verantworten müssen, stand das Gericht am Dienstag vor der Frage: wie glaubhaft ist die Aussage der Ex-Frau eines Angeklagten und die einer Zeugin?

Die ehemalige Ehefrau hatte den Stein ins Rollen gebracht, indem sie der Polizei von dem angeblichen Drogenhandel der beiden Libanesen berichtete. Die Anklage lautete auf Handel mit einer größeren Menge Marihuana und Kokain. In der unter hohen Sicherheitsvorkehrungen stattfindenden Verhandlung sagte eine kurzfristig geladene Zeugin am sechsten Prozesstag aus – und unterstellte der Ex-Frau Rachegelüste.

Bruder des Angeklagten sagte aus

Vor Gericht kam zunächst der 22-jährige Bruder eines Angeklagten in den Zeugenstand. Er soll regelmäßig Drogen von dem anderen Angeklagten bezogen haben. Alle drei Verteidiger gaben an, dass seine Aussage die Glaubwürdigkeit der Ex-Frau erschüttern werde.

Der Bruder gab an, dass er die Wohnung der Belastungszeugin zum Drogenkauf nie betreten habe. „Ich habe es zwar versucht, wurde jedoch vor der Tür abgewiesen.“ An das Datum konnte der 22-Jährige sich nicht mehr erinnern. Ob sein Bruder oder die Ex-Frau die Tür geöffnet hatte – wie er es bei der Polizei ausgesagte – konnte nicht endgültig geklärt werden. Auf die Frage zu seinem persönlichen Drogenkonsum gab er an: „Ich kann nur sagen, dass ich clean bin. Das habe ich in der Haft gelernt.“

Ferner bestätigte der Zeuge, dass er unter falschem Namen einen Kommentar zum Zeitungsartikel über den Prozessverlauf veröffentlicht hatte. Hier kritisierte er den Polizeischutz für die Belastungszeugin, die er dabei beschimpfte. „Gratulation an die Oberkommissare, habt ihr endlich eine Zeugin gefunden, die die Angeklagten belastet“, war ein weiterer seiner Kommentare. Diese wurden an die Prozessbeteiligten verteilt. „Der Vorwurf, dass ich jemals Kokain weiterverkauft habe, stimmt nicht“, betonte der Zeuge abschließend.

Falsche Aussagen um sich zu rächen?

Kurzfristig wurde noch eine weitere Zeugin geladen. Sie hatte die Belastungszeugin auf deren Wunsch zur Polizei begleitet, um sie bei der Anzeige gegen den Ex-Mann zu unterstützen. „Wir haben uns mal auf einer Geburtstagsfeier getroffen und ein wenig miteinander gesprochen. Weitere Treffen gab es nicht“, äußerte die 23-Jährige und führte weiter aus: „Ich hatte Mitleid und wollte ihr helfen, darum bin ich mitgegangen.“

Nach der Anzeige soll die Ex-Frau zu der Zeugin gesagt haben: „Jetzt habe ich das bekommen, was ich wollte. Rache!“ Darum habe sie bei der Polizei nicht die Wahrheit gesagt.

„Ich habe so etwas ebenfalls schon mit meinem Ex-Freund gemacht und ihn aus Rache wegen angeblicher Vergewaltigung angezeigt. Das flog auf – und ich wurde zu einer Geldstrafe verurteilt“, sagte die Zeugin. Wie glaubhaft diese Aussagen sind, muss nun das Gericht entscheiden.

Der bisherige Prozessverlauf im Überblick:

14.08. Landgericht: Zwei Peiner wegen Drogenhandels angeklagt

22.08. Peiner sollen mit Drogen im Wert von 23.000 Euro gehandelt haben

27.08. Polizisten stufen Aussagen der Ex-Lebensgefährtin als glaubwürdig ein

16.09. Angeklagter im Drogen-Prozess ist schuldfähig

20.09. Drogen-Prozess: Neuer Zeuge soll befragt werden

Von der Redaktion

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