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Stadt Peine Wie der Wilke-Wurst-Skandal eine Peiner Familie zur Weißglut treibt
Stadt Peine Wie der Wilke-Wurst-Skandal eine Peiner Familie zur Weißglut treibt
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15:05 09.12.2019
Die Peiner Wolfgang, Marco und Rolfdieter Wilke (v.l.) blicken in ihren Familienstammbaum, der bis ins Jahr 1680 zurückreicht. Quelle: privat
Peine

Wilke Gammel-Wurst, Klassenlehrer Walter Wilke aus dem Buch „Klassenfoto mit Massenmörder“ sowie Rolfdieter, Marco und Wolfgang Wilke aus Peine. So viele Namensgleichheiten, da kann es schon mal zu Verwirrungen kommen. Eines aber steht fest: Die Peiner Wilkes sind genervt. „Was wir in den letzten Wochen erlebt haben, ist nicht mehr lustig“, sagen sie im Gespräch mit der PAZ.

„Sagen Sie mal, haben Sie was mit der Wilke Wurst zu tun?“

„Sagen Sie mal, haben Sie was mit der Wilke Wurst zu tun?“, so lautende E-Mails findet der selbstständige IT-Berater Wolfgang Wilke aus Stederdorf seit Tagen immer wieder in seinem Postfach. Er ist in der ganzen Bundesrepublik tätig und so stammen die Anfragen – die zwischen den Zeilen schon recht kritisch sind – eben auch aus ganz Deutschland. Seinen Bruder Rolfdieter erreichen ähnliche Anfragen in den Sozialen Netzwerken. Rolfdieters Sohn Marco arbeitet bei einer Krankenkasse und hat ebenfalls bundesweite Kontakte. Auch er wird immer wieder auf eine etwaige Verwandtschaft mit der Wilke-Wurst angesprochen. Hintergrund: Bei der nordhessischen Firma Wilke Wurstwaren wurden gefährliche Listerien entdeckt – sie wurde geschlossen.Laut dem Robert-Koch-Institut steht die Verunreinigung im Zusammenhang mit drei Todesfällen, Dutzende weitere Krankheitsfälle seit 2014 sind bekannt.

Und wie ist das mit dem Massenmörder?

Doch damit nicht genug. Plötzlich wird auch erfragt, ob der Klassenlehrer und Massenmörder Walter Wilke aus dem Buch „Klassenfoto mit Massenmörder“ vom Peiner Autor Jürgen Gückel, das gerade in der PAZ als täglicher Roman veröffentlicht wird, etwas mit der Familiengeschichte zu tun habe. Walter Wilke, der in Wahrheit Artur heißt, nahm die Identität seines gefallenen Bruders an. Artur selber war studierter Theologe und Archäologe, im Dritten Reich der SS beigetreten und nachweislich an Massenerschießungen von Juden beteiligt. Er galt als gefürchteter Partisanen-Jäger und wurde nach dem Krieg dann Volksschullehrer.

„Wir haben mit beiden Familien nichts zu tun!“

Was auf den ersten Blick vielleicht zu belächeln ist, spitzt sich auf den zweiten Blick dramatisch zu. „Plötzlich wird man in direkten Zusammenhang mit Gammelwurst und einem Massenmörder gebracht“, sagen die drei Wilkes genervt und betonen: „Ganz ausdrücklich: wir haben mit beiden Familien nichts zu tun!“

Familienstammbaum reicht bis ins Jahr 1680 zurück

Das können sie auch beweisen, denn eines der Hobbys von Rolfdieter Wilke ist der eigene Familienstammbaum. Er reicht bis ins Jahr 1680 zurück und dokumentiert bis ins kleinste Detail wer, wann, wo mit wem verheiratet ist und wer wen geboren hat. Nahezu lückenlos sei der Stammbaum und eine Verwandtschaft zum Wurst Wilke aus Hessen oder dem Massenmörder tauche nicht auf.

Vielmehr lasse der Stammbaum erahnen, dass der Wilke-Zweig in Peine aus dem Nordischen kommt. „Im 17. Jahrhundert wurde unser Name noch mit ´ck´ geschrieben“, hat Rolfdieter Wilke herausgefunden. Ganz sicher ist, dass die heute in Peine lebende Generation aus dem Cuxhavener Land abstammt. Also recht weit weg von Hessen. Verwechslung ausgeschlossen.

Von Kathrin Bolte

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