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Stadt Peine NS-Vergangenheit: „Verdammt lang her – oder doch nah dran?“
Stadt Peine NS-Vergangenheit: „Verdammt lang her – oder doch nah dran?“
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15:00 25.01.2020
Jürgen Gückel. Quelle: Ralf Büchler
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Peine

Wegen einer Erkrankung ist die Diskussion über die Nazi-Zeit in Peine verschoben worden – jetzt gibt es einen neuen Termin und einen neuen Ort: Unter dem Titel „Verdammt lang her – oder doch nah dran?“ wird am Donnerstag, 30. Januar, ab 19.30 Uhr in der Aula des Ratsgymnasiums in Peine darüber gesprochen, ob die NS-Vergangenheit uns auch heute noch etwas angeht.

Getarnter NS-Gewaltverbrecher

Das Buch „Klassenfoto mit Massenmörder“ des ehemaligen PAZ-Redakteurs Jürgen Gückel über dessen Stederdorfer Lehrer, der in Wirklichkeit ein getarnter NS-Gewaltverbrecher war, hat viel aufgewirbelt. Vieles, was in den Archiven durchaus belegt und teils sogar juristisch aufgearbeitet wurde, ist öffentlich nie bekannt geworden. Oft wurde mit Rücksicht auf die Familien der Betroffenen, auf den guten Ruf des Dorfes oder mit starrem Blick auf eine bessere Zukunft auch nur hinter vorgehaltener Hand über die Verstrickung einst angesehener Mitbürger in die Verbrechen der Nazis getuschelt. Und noch heute ist – wenn auch nicht immer öffentlich – die Ansicht zu hören, dass über die NS-Zeit doch besser geschwiegen werde, solange noch Angehörige der Täter leben.

Diskussion im Ratsgymnasium

Bei der Diskussion im Ratsgymnasium werden Buchautor Gückel, Dr. Jens Binner als Vertreter des Kreisheimatbundes und der Stederdorfer Ortsbürgermeister Holger Hahn (SPD) auf dem Podium sitzen. Gemeinsam mit dem Publikum soll darüber diskutiert werden, ob Beschweigen oder Aufarbeiten der richtige Umgang mit den Schatten der nationalsozialistischen Vergangenheit ist. PAZ-Chefredakteurin Stefanie Gollasch moderiert den Abend, der Eintritt ist frei.

Den Schlussstrich unter die Nazi-Zeit, den viele für sich selbst längst gezogen hatten, hat die PAZ-Veröffentlichung des Buches plötzlich wieder in Zweifel gezogen. Jetzt kommt eine neue Diskussion darüber in Gang, ob die Verantwortung für die Gräuel jener Jahre und die Lehren, die daraus zu ziehen sind, nicht doch eine gründlichere Erforschung der Ereignisse in der Region Peine nötig machen.

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