Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Stadt Peine Im Peiner Land gibt es den ersten Spargel
Stadt Peine Im Peiner Land gibt es den ersten Spargel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 03.04.2019
Juliane Almeling und ihre Kinder (Jörn, Moritz, Wilma und Justus) freuen sich auf den ersten Spargel aus dem Peiner Land. Quelle: privat
Anzeige
Schwicheldt

Spargelliebhaber wird es freuen: Zum Osterfest soll es ausreichend Spargel geben. „Die Saison hat begonnen“, sagt Juliana Almeling von Almelings Hof in Schwicheldt. „Es geht jetzt richtig los“, freut sie sich und erzählt Wissenswertes über das beliebte Gewächs.

Die Spargelfelder der Familie befinden sich in Benrode bei Uetze. Die weißen Stangen sind mit schwarz-weißer Folie und zusätzlich mit kleinen Tunneln abgedeckt, um somit die Wachstumsbedingungen zu optimieren. „Das ermöglicht es, den Spargel früh zu ernten, auch dann, wenn die Temperaturen noch schwanken und es in der Nacht richtig kalt wird“, erklärt Almeling. Eine Heizung gebe es unter dem Folientunnel nicht. „Wir bauen den Spargel ganz konventionell an, viele Verbraucher fragen danach“, sagt sie.

Anzeige

32 Erntehelfer sind im Einsatz

Rund 32 Erntehelfer sorgen in den nächsten Wochen dafür, dass beim Verbraucher das Königsgemüse auf dem Teller landet. „Viele unserer Helfer sind schon seit Jahren für uns tätig, da freut man sich richtig auf die gemeinsame Zeit der Ernte“, erklärt Almeling. Zwischen 4 und 4.30 Uhr in der Früh beginnen sie mit der Arbeit und stechen den Spargel bis in den späten Vormittag.

Im Anschluss wird er schockgekühlt, damit er seine Farbe behält. Es erfolgt nun eine maschinelle Sortierung des Spargels nach verschiedenen Qualitäten. Nach dem Waschen passiert er eine Nachkontrolle und verlässt in einwandfreiem Zustand den Hof, erläutert die Landwirtin die vielen einzelnen Schritte von der Ernte bis zum verkaufsfähigen Produkt.

Zu Almelings Kunden zählen neben vielen Menschen aus dem Peiner Land auch Auswärtige aus Braunschweig oder Laatzen. Bei der Frage nach den Preisen für ein Pfund Spargel mag sich Juliana Almeling noch nicht festlegen.

„Die Preise sind Tagespreise und variieren jetzt zu Anfang noch. Wenn wir den reinen Freilandspargel verkaufen können, bin ich sicher, dass sich ein Festpreis einpendeln wird“, erklärt sie. „Ich denke aber, dass wir recht stabile Preise im Vergleich zum Vorjahr anbieten können.“

Rezepte und Tipps von der Fachfrau

Für ihre Kunden hält die leidenschaftliche Landwirtin noch etwas Besonderes bereit: „Ich habe immer einer paar abwechslungsreiche Rezepte für unsere Kunden im Gepäck. Auch wenn ich selbst den Spargel eher traditionell mag, probiere ich in meiner Küche auch gerne mal was Neues. Diese Rezepte sowie Tipps und Anregungen rund um den Spargel gebe ich gerne weiter.“

Wer einmal ganz genau wissen möchte, wie so eine Spargelernte und die Verarbeitung bis zum Verkauf abläuft, kann auf Alemlings Hof gerne eine Betriebsführung mitmachen. „Man muss uns einfach ansprechen, wir zeigen gerne einmal auf, wie lange es dauert und welche Schritte erforderlich sind, bis Spargel auf dem Tisch landet“, sagt Almeling abschließend.

So kommt der Spargel in die Erde

Früher mussten Spargelbauern noch sieben Jahre auf die erste Ernte warten. Heute ist das ein wenig anders, denn es werden im Frühjahr fertige Setzlinge mit Spezialmaschinen circa 20 Zentimeter tief in den aufgelockerten Boden gepflanzt. Im Herbst werden die Stängel abgeschnitten, um einen Befall mit Pilzen und Schädlingen zu vermeiden. Im darauffolgenden Frühjahr wird der Graben mit Erde angefüllt, der im dritten Jahr circa kniehoch ist.

Neu angebaute Felder werfen mit diesem Verfahren meist schon nach einem Jahr die ersten Gewinne ab. Dennoch dauert es oftmals noch zwei weitere Jahre, bis der Spargelbauer über einen Zeitraum von ungefähr acht Wochen hinweg die volle Ernte einfahren kann. Um eine möglichst frühe Ernte zu erreichen, werden die Erdwälle mit schwarz-weißen Folien abgedeckt. Eine schwarze Außenseite erhöht die Temperatur und beschleunigt das Wachstum, mit einer weiße Folie wird das Gegenteil erreicht. 

Abhängig ist dies vom Standort und von der Sorte. Eine Spargelpflanze wirft rund zehn Jahre das Königsgemüse ab. In der Zeit vom Setzling bis dahin ist sie ungefähr 20 Kilogramm schwer und ihre Wurzeln sind bis hinab zum Grundwasser gewachsen.

Bei der Ernte wird der Spargel bis zu 25 Zentimeter ausgegraben und mit einem speziellen Stechmesser abgeschnitten, was in den meisten Fällen in Handarbeit erfolgt. Nach dem sogenannten Stechen wird das Loch mit Erde aufgefüllt und die Oberfläche geglättet. So können neue Triebe besser erkannt werden.

Von Kathrin Bolte

Anzeige