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Stadt Peine Deshalb haben Campingplätze in der Region Nachholbedarf
Stadt Peine Deshalb haben Campingplätze in der Region Nachholbedarf
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06:09 19.07.2019
Dauercamper auf dem Campingplatz am Tankumsee: 420 der Stellplätze sind für Dauergäste gedacht, 30 für Touristen. Quelle: privat
Peine/Gifhorn/Wolfsburg

Wenn ich den See seh’, brauch ich kein Meer mehr? Sowohl in Wolfsburg als auch bei Peine und Gifhorn gibt es Campingplätze an größeren Seen. Doch Touristen, die hier ihren Jahresurlaub verbringen, sind bei allen dreien eher die Ausnahme.

Der Campingplatz am Tankumsee zum Beispiel hat 420 Stellplätze für Dauercamper und 30 für Touristen. Die Touristen seien dabei meist Stammgäste, erklärt Bettina Goldbach, die zu einer der beiden Betreiberfamilien gehört. Und: Die 420 Dauerstellplätze sind allesamt belegt. Auch eine Handvoll Zeltplätze gibt es, die größeren Gruppenzeltwiesen und einige Blockhütten liegen aber ein Stück weiter das Seeufer runter und gehören der Tankumsee-Betriebsgesellschaft.

Mehr Zweitwohnung als Urlaubsziel: Der Campingplatz am Tankumsee. Quelle: privat

In Wolfsburg sind immerhin 50 von 100 Stellplätzen für Touristen vorgesehen. Doch die Touris bleiben meist nicht lange: „Viele sind mit dem Fahrrad unterwegs und machen hier mit ihren Wurfzelten für eine Nacht Halt“, weiß Carlos Menendez vom Wolfsburger Ortsverein der „Naturfreunde“, die den Platz betreiben. Die Zeltgäste sind auf drei kleineren Wiesen untergebracht und von Menendez immer gern gesehen: „Sie brauchen Strom für ihre Handys und Navis, sind aber sonst ganz pflegeleicht.“

Wolfsburg: 50 Stellplätze für Dauercamper, 50 für Urlauber. Quelle: Roland Hermstein

Auch Hartwig Lühmann vom Campingplatz am Paradiessee bei Peine weiß: „Wir sind keine Urlaubsregion, hier kommt keiner her, der zwei Wochen Urlaub macht.“ Eher kämen Dänen, Schweden und Holländer, die von der Autobahn abführen, um eine Nacht zu rasten. Und auch am Paradiessee setzt man eher auf Dauercamper: Sie belegen etwa 80 Prozent der Stellplätze.

„Hier kommt keiner her, der zwei Wochen Urlaub macht“: Die Betreiber des Campingplatzes am Paradiessee setzen ebenfalls auf Dauercamper. Quelle: privat

Dabei birgt der aktuelle Tourismustrend Chancen für die Campingplätze: Noch nie sind so viele Deutsche in den Urlaub gefahren wie 2018, das zeigen Zahlen des Deutschen Tourismusverbands. Und das beliebteste Urlaubsziel noch vor Spanien, Italien und Türkei war: Deutschland. Niedersachsen liegt dabei auf Platz vier unter der Bundesländer.

Campingplätze drohen Digitalisierung zu verschlafen

Um heutzutage Touristen anzulocken, müssen die Plätze aber Werbung machen – und mit der Zeit gehen. Am Allersee und am Tankumsee reicht das WLAN noch nicht über den ganzen Platz, und der Campingplatz am Paradiessee hat eine Website mit ein paar Fotos von vor zehn Jahren, arbeitet sonst aber komplett ohne Computer oder Mailadresse. Vielleicht kommt der Platz auch deshalb nur auf 2,86 von fünf Sternen in der Kundenbewertung des Portals www.camping.info. Der Campingplatz am Allersee erreicht dort immerhin 3,86, der am Tankumsee sogar 4,07 Sterne.

PAZ-Info: Camping am Paradiessee

Der Campingplatz am Paradiessee gehört zu Wendeburg, Ortsteil Meerdorf und befindet sich am Kieswerk 1. Online ist er zu finden unter www.camping-paradiessee.de, telefonisch erreicht man ihn unter (0 51 71) 5 58 83 und unter (01 71) 7 99 37 88.

Von Frederike Müller

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