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Stadt Peine „Helden des Alltags“: PAZ-Zusteller sind auch in der Krise zuverlässig
Stadt Peine „Helden des Alltags“: PAZ-Zusteller sind auch in der Krise zuverlässig
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16:11 02.04.2020
Frauke Bauer aus Groß Ilsede stellt auch während der Coronakrise die PAZ und später dann die Citi-Post zu.
Frauke Bauer aus Groß Ilsede stellt auch während der Coronakrise die PAZ und später dann die Citi-Post zu. Quelle: Antje Ehlers
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Gross Ilsede

Für manche beginnt die Nachtruhe erst um Mitternacht oder später – doch dann steht Frauke Bauer aus Groß Ilsede schon wieder auf. Sie ist eine von derzeit rund 220 PAZ-Zustellern, die sich auch während der Coronakrise dafür einsetzen, dass die Leser ihre Zeitung möglichst pünktlich zum Frühstück auf dem Tisch liegen haben und mit aktuellen Informationen versorgt werden. Ihr Einsatz beginnt um 1.15 Uhr, wenn die Zeitungen druckfrisch aus Celle angeliefert werden.

Freude über Anerkennung

„Für alle ist die Coronazeit eine schwierige Situation. Umso wichtiger ist es, dass wir die Zeitungen so schnell wie möglich ausliefern, damit die Leser so schnell wie möglich über Neuigkeiten informiert werden“, erzählt Frauke Bauer. Zum Teil werde sie mit kleinen Aufmerksamkeiten und Notizen dankend bedacht. „Das ist keine Selbstverständlichkeit, aber natürlich freue ich mich sehr über diese Anerkennung.“ Und das Arbeiten sei eine Möglichkeit, „überhaupt raus zu kommen.“

Angst vor Ansteckung mit der tückischen Krankheit hat die Ilsederin nicht. „Schließlich sind wir Zusteller ja in der Regel allein unterwegs und begegnen nachts auch niemandem“, berichtet sie. Aber es sei im Gegensatz zu anderen Zeiten schon ruhiger. Umherziehende Jugendliche, wie sie sonst manchmal gerade an den Wochenenden zu beobachten sind, treffe sie gar nicht. Und bisher habe sie auch nur an einem Haus einen Hinweis gesehen, der auf eine Erkrankungs- oder Quarantänesituation hindeuten könnte. „Außerdem sind die Zeitungsrollen ja oft an der Straße angebracht, sodass wir uns eigentlich keine Gedanken machen müssen“, so Bauer.

Aus Vertretung wurde Job

Sie liefert überwiegend in den Ortschaften Groß Lafferde, Hohenhameln und Ohlum die PAZ aus, „aber natürlich springe ich auch ein, wenn in anderen Orten Kollegen kurzfristig ausfallen“, schildert die Teamleiterin, die seit zwei Jahren die PAZ zustellt. „Eigentlich habe ich die Post ausgeliefert und mal als Vertretung auch die Zeitungszustellung übernommen. Und irgendwie hat sich das dann weiterentwickelt.“ Allerdings hätte sie nie gedacht, dass der Job ihr so viel Spaß mache, da er ihr viele Freiheiten lasse.

Um spätestens 5 Uhr will Frauke Bauer mit ihrer üblichen Runde fertig sein, um notfalls noch als Springerin da zu sein, aber auch, um dann später noch die Citi-Post in Klein Ilsede und Barbecke auszuteilen.

Winken statt Grüßen

„Das läuft erstaunlich gut. Es ist zwar schade, dass die Menschen hinter den Türen und Fenstern warten, bis ich die Post in den Briefkasten geworfen habe, aber so winken wir uns statt eines freundlichen Grußes einfach zu – und das geht vorübergehend auch. Schließlich steht Gesundheit für alle an oberster Stelle“, berichtet Bauer, die aus Klein Ilsede stammt und viele Familien dort kennt.

Veränderungen gibt es nur bei der Sortierung. Da im Verteiler-Depot nur sehr wenig Platz zur Verfügung steht, holen sich die meisten Zusteller die Post nur ab und sortieren sie selbst, erzählt Frauke Bauer. So könne man Kontakte und somit die Gefahr einer Ansteckung vermeiden.

Von Antje Ehlers