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Stadt Peine „Charleys Tante“ bleibt noch lange jung
Stadt Peine „Charleys Tante“ bleibt noch lange jung
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16:07 25.04.2019
Tante in Nöten: Kalle Pohl mit Lukas Leibe (Jack) und David Imper (Charles). Quelle: Ulrich Jaschek
Peine

Obwohl Brandon Thomas seit mehr als 100 Jahren im Autorenhimmel wohnt, schwingt sich „Charleys Tante“ als seine geistige Tochter noch in Zeiten „diverser Geschlechter“ von Publikumserfolg zu Publikumserfolg. So auch in den Festsälen, in denen der Komiker Kalle Pohl als „Charleys Tante“ geradezu euphorisch gefeiert wurde – wobei konsequenterweise der Theaterabend hätte gleich als „Kalle-Pohl-Show“ angekündigt werden sollen. Denn so gut wie alles kreiste in dieser Inszenierung von Regisseur Jan Bodinus um den altgedienten Spaßmacher aus dem Fernsehen.

Gesichtsmuskelprotz: Kalle Pohl als Tante. Quelle: Ulrich Jaschek

Ansprechende Leistung der jungen Garde

Schade eigentlich, denn dass die junge Schauspielgarde der Braunschweiger „Komödie am Altstadtmarkt“ ebenfalls eine sehr ansprechende Leistung abgab, erkannten nur jene Zuschauer im Parkett, denen die Lachtränen den Blick auf die schauspielerischen Fähigkeiten der Nebenrollen nicht komplett verwässert hatten.

Inszenierung war eher dünn

Denn sowohl Vanessa Frankenbach und Ronja Geburzky als heftig umworbene weibliche Süßigkeiten als auch ihre mehr oder weniger geschickt agierenden Bewerber Lukas Leibe und David Imper ließen sich zu Recht vom Fernsehstar nicht einfach an die Wand spielen – was bei der eher löschblattdünnen Inszenierung nicht einfach war.

Pohl als Gesichtsmuskelprotz

Da klappte beispielsweise das wichtige Spiel ohne Worte selbst in dem Bewusstsein, dass das Publikum sowieso eher auf den nächsten Gag vom Gesichtsmuskelprotz Pohl lauerte. Und selbst mimische Basics wirkten bei den jungen Schauspielern wie wirkliche Freude am Auftritt. Pohl wusste, was er seinem Publikum schuldig ist, wenn er es vom Bühnenrand aus erstmal ausgiebig persönlich mit Gags begrüßte und seine Schauspielkollegen an ihrer Arbeitsstelle auf sich warten ließ.

Mit Verve in die Rollen-Show

Aber dann stürzte er sich mit Verve in seine Rollen-Show in Gärtnerkostüm mit Vogelscheuchenhut, in den zu engen Smoking und zum Schluss in die kreischgrelle Damengarderobe mit Netzstrümpfen und Blume im Haar, um als Anstandsdame die Bemühungen der beiden jungen Gentlemen um die Gunst ihrer Damen zu unterstützen. Daniela Eichstaedt hatte die Mimen sehr detailverliebt kostümiert. Gerti Trautwetter und Uli Wolff waren verantwortlich für die Bühnendekoration wie aus dem Malbuch für Erwachsene.

Gruppenbild mit Tante: David Imper (Jack), Lukas Leibe (Charles) mit Ronja Geburtzky (Kitty) und Vanessa Frankenbach (Amy). Quelle: Ulrich Jaschek

Bauchweh vor Lachen

Das Publikum bekam Bauchweh vor Lachen, und um ihm die Erwartung einer angemessenen zeitliche Ausdehnung des Stückes zu erfüllen, wurde auf der Bühne getanzt (alle), Gitarre gespielt (Pohl) und im Parkett mitgeklatscht (fast alle).

Wohltuend: Die „echte“ Tante

Äußerst wohltuend bei dem ganzen Klimbim wirkte kurz vor Ende der Auftritt der „echten“ Tante (Beatrice Fago), die schon allein wegen ihrer außergewöhnlich samtig-rauchigen Sprechstimme und ihrem rollengemäßen Stil fast unwirklich schien.

Publikum applaudierte wild

Trotzdem: Auch aus einer Farce wie dieser Tantengeschichte ließe sich deutlich mehr entwickeln als holzschnittartige, wenn auch zuweilen durchaus witzige Belanglosigkeiten aneinander zu schmieden und mit einem TV-Witzbold zu verketten. Das Publikum applaudierte wie wild, so bleibt Charlys Tante noch lange jung!

Von Ulrich Jaschek

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