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Stadt Peine Bei Mobbing: Mut zur Kündigung
Stadt Peine Bei Mobbing: Mut zur Kündigung
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09:00 27.11.2019
Das Peiner Bündnis gegen Depression hatte zur Veranstaltung „Mobbing – nicht mit mir" eingeladen Quelle: Bündnis gegen Depression
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Kreis Peine

Mobbing am Arbeitsplatz: Um für die eigene seelische Gesundheit zu sorgen, sei es in dieser Situation oft der richtige Schritt, einen Schlussstrich zu ziehen und sich eine neue Arbeitsstelle zu suchen, anstatt seine Energie damit zu verschwenden, sich gegenüber menschenverachtenden Kollegen oder Vorgesetzten zu wehren. Dies war das Fazit am Ende der Veranstaltung „Mobbing – nicht mit mir?!“ der Arbeitsgruppe „Seelische Gesundheit am Arbeitsplatz“ vom Peiner „Bündnis gegen Depression“.

Oft fehlen Zeugen

Mobbing als Straftatbestand ist nicht gesetzlich verankert“, erklärte der Peiner Joachim Rechtsanwalt Meyer. Außerdem seien die als Mobbing empfundenen Vorfälle oft mangels Zeugen nicht nachweisbar und überdies auch subjektiv empfunden.

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„Die wichtigste Schaltstelle, um Mobbing in der Belegschaft entschlossen etwas entgegen zu setzen, ist es in der Unternehmensführung Flagge zu zeigen, beispielsweise mit einer fairen Unternehmenskultur und Dienstvereinbarungen“, betonte Dr. Uwe Gerecke, Arbeitsmediziner aus Hannover. Denn: „Mobbing ist oft ein strukturelles Problem, Führungskräfte nehmen ihre Fürsorgepflicht nicht wahr.“

Personal- und Betriebsräte in der Pflicht

Dazu sagte die hannoversche Mobbing-Beraterin Nicole Werner-Rinke: „Hier sind auch Personal- beziehungsweise Betriebsräte in der Pflicht. Ein derart konfliktbelastetes Arbeitsumfeld verursacht nicht unerhebliche Kosten für ein Unternehmen, denn oft folgen Langzeit-Krankschreibungen, das Betriebsklima verschlechtert sich und die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter liegt nicht auf der Arbeitsaufgabe.“

Sollte man kündigen, sei es wichtig, diese Entscheidung selbst aktiv zu treffen und keinesfalls als „Flucht“ zu begreifen, erklärte Verdi-Sekretär Axel Reichinger.

Von Jan Tiemann