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Stadt Peine Blutkonserven werden knapp: Spendenbereitschaft geht auch in Peine zurück
Stadt Peine

Blutkonserven werden knapp - Peiner können helfen, dagegen etwas zu tun

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12:02 31.12.2021
Lars Striegler spendet seit mehr als 20 Jahren Blut.
Lars Striegler spendet seit mehr als 20 Jahren Blut. Quelle: Katrin Hoffmann
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Kreis Peine

Ob für Unfallopfer oder für die Behandlung chronisch kranker Menschen: Blutkonserven werden auch in Pandemiezeiten dringend gebraucht, oft kann ein Leben nur durch Spenderblut gerettet werden. „Blut kann nicht künstlich hergestellt werden, und auch das perfekteste medizinische Versorgungssystem ist ohne Blutkonserven nicht funktionsfähig“, sagt Markus Baulke, Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), das einen großen Blutspendedienst unterhält. Doch die Spendenbereitschaft ist jüngst bedenklich zurückgegangen, die Vorräte werden knapp. Die Peiner können helfen, etwas dagegen zu tun: Es gibt zahlreiche Spendetermine.

Zu Beginn der Pandemie war die Spendebereitschaft sehr groß

Doch woran liegt die zurückgehende Spendebereitschaft? Stefan Bettels, für Peine zuständiger Gebietsreferent des DRK, hat eine Vermutung: „Die Menschen können wieder mehr reisen und ihren sonstigen Freizeitaktivitäten nachgehen.“ Zu Beginn der Pandemie und im Lockdown war die Bereitschaft besonders groß. „Wir führen das unter anderem darauf zurück, dass die Menschen helfen und man sonst kaum etwas machen konnte“, sagt Bettels. Doch leider habe der Trend nicht angehalten, sondern sich eher umgekehrt. Dabei werden deutschlandweit täglich zirka 15 000 Blutspenden benötigt. Zu Beginn der Pandemie waren die Blutlager gut gefüllt. Jetzt sieht es ganz anders aus: Bei vier von acht Blutgruppen reicht der Vorrat nur noch für zwei Tage, bei drei weiteren nur für drei Tage.

Warum sind Blutspenden so wichtig?

So erstaunlich es klingt: „Gerade der medizinische Fortschritt hat einen steigenden Bedarf an Blut zur Folge“, sagt der Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Markus Baulke. So seien viele Operationen, Transplantationen und die Behandlung von Patienten mit bösartigen Tumoren nur dank moderner Transfusionsmedizin möglich geworden. Durch den Ausbau des Rettungswesens steigen die Chancen, bei einem schweren Unfall zu überleben. Dazu gehört aber auch, dass immer genug Blutkonserven zur Verfügung stehen – und die müssen zuvor von jemandem gespendet worden sein. Die größte Menge wird zur Behandlung von Krebspatienten benötigt, es folgen Erkrankungen des Herzens, Magen- und Darmerkrankungen, Sport- und Verkehrsunfälle. Bei schweren Unfällen kann es vorkommen, dass wegen bestimmter innerer Verletzungen mindestens zehn Blutkonserven pro Unfallopfer bereitstehen müssen.

Deshalb werden die Peiner zur Blutspende aufgerufen. Im Landkreis gibt es in allen Gemeinden regelmäßig Termine. Unter anderem kommt das Team aus Springe, das die Blutspenden durchführt, alle zwei Monate nach Vechelde. Organisiert werden die Termine dort vom DRK-Ortsverband unter der Leitung von Huber Nolte. Kürzlich war es wieder so weit, und an den Vecheldern scheint die generelle Knappheit nicht zu liegen, denn die Teilnahme war erfreulich: Etwa 130 Menschen kamen an diesem Nachmittag zum Aderlass.

Bei den Blutspenden gelten die 3G-Regeln

Zum Schutz aller Beteiligten gelten die 3G-Regeln, auf ein anschließendes Buffet wird verzichtet. Stattdessen gab es in Vechelde für jeden einen Rewe-Einkaufsgutschein und für jeden zehnten ein kleines Geschenk vom Ortsverband. Die Spender standen draußen im Regen geduldig an, bis sie an der Reihe waren. Die meisten hatten einen Termin, „aber wir sind auch auf spontane Spender vorbereitet“, sagt Nolte.

Die nächsten Blutspendetermine im Landkreis Peine

Hier kann in den ersten Wochen des neuen Jahres im Landkreis Peine Blut gespendet werden, Terminvereinbarungen sind unter https://www.blutspende-leben.de/blutspendetermine/ möglich, aber keine zwingende Voraussetzung. Eine gerade erfolgte Corona-Impfung ist kein Hinderungsgrund. Jeder gesunde Mensch zwischen 18 und 69 Jahren (Erstspender bis zum 61. Geburtstag) kann Blut spenden und damit Leben retten.

  • Donnerstag, 6. Januar, Meerdorf, Mehrzweckhalle, Opferstraße 19, 16 bis 19.30 Uhr.
  • Donnerstag, 13. Januar, Münstedt, Mehrzweckgebäude, Alte Schulstraße 2, 16 bis 19 Uhr.
  • Freitag, 14. Januar, Broistedt, Schule, Wiesenweg, 16 bis 19 Uhr.
  • Montag, 17. Januar, Peine, Forum, Winkel 30, 16 bis 19.30 Uhr.
  • Dienstag, 18. Januar, Ölsburg, Turnhalle, Burgstraße 5, 16.30 bis 20 Uhr.
  • Freitag, 21. Januar, Wendeburg, Aue-Schule, Meierholz 44, 15 bis 19 Uhr.
  • Mittwoch, 26. Januar, Hohenhameln, Dorfgemeinschaftshau, Clauener Straße 1, 15 bis 19.30 Uhr.
  • Mittwoch, 26. Januar, Vöhrum, Dorfgemeinschaftshaus, Hainwaldweg 10, 14.30 bis 19.30 Uhr.
  • Freitag, 28. Januar, Edemissen, Grundschule, Am Mühlenberg 7, 14.30 bis 19 Uhr.
  • Montag, 31. Januar, Dungelbeck, Schule, Festanger 43, 16 bis 19 Uhr.
  • Dienstag, 1. Februar, Vechelde, Bürgerzentrum, Hildesheimer Straße 5, 14.30 bis 19 Uhr.
  • Donnerstag, 3. Februar, Oberg, Gasthof Radtke, Oberger Hauptstraße 1, 15.30 bis 19.30 Uhr.
  • Donnerstag, 10. Februar, Solschen, Gemeindesaal, Pfarrgasse 1, 16 bis 19.30 Uhr.
  • Freitag, 11. Februar, Groß Ilsede, Grundschule, Schulstraße 9, 15 bis 19 Uhr.
  • Freitag, 11. Februar, Stederdorf, Grundschule, Konsumstraße 25, 15 bis 19.30 Uhr.
  • Donnerstag, 17. Februar, Wipshausen, Schule, Ersestraße 17, 16 bis 19.30 Uhr.
  • Montag, 21. Februar, Groß Lafferde, Grundschule, Bernwardstraße 8, 15.30 bis 19.30 Uhr.
  • Montag, 21. Februar, Peine, Forum, Winkel 30, 16 bis 19.30 Uhr.
  • Mittwoch, 23. Februar, Lengede, Grundschule, Hinter der Kippe 1, 15.30 bis 19 Uhr.

Lars Striegler spendet seit 20 Jahren Blut

Für viele ist das Blutspenden zur Routine geworden. Das gilt zum Beispiel für Lars Striegler, der seit seinem 18. Lebensjahr dabei ist: „Das kam mal aus dem Freundeskreis heraus, wir sind einfach gemeinsam zum Blutspenden gegangen“, berichtet der heute 39-Jährige. „Idealerweise sitzt man noch nebeneinander, kann in der Zeit mal in Ruhe quatschen und dabei Gutes tun.“ Er betrachte dies als Zeitspende für den guten Zweck, denn das im Körper fehlende Blut mache sich nicht bemerkbar. Sein Tipp an alle Spender: „Vorher viel trinken, dann fließt es gut.“

Kleiner Bonus: Mit einer Blutspende ist auch immer ein Gesundheitscheck durch einen Arzt und die Blutkontrolle im Labor verbunden. Und man hilft mit einer Spende gleich dreifach: Das Blut wird getrennt in Blutplasma, Erythrozyten (rote Blutkörperchen) und Thrombozyten (Blutplättchen). Letzteres kommt oft bei Krebspatienten während der Chemotherapie zum Einsatz, ist aber nur vier Tage haltbar. Deshalb ist nach der Blutspende auch Tempo angesagt: Noch in der Nacht beginnt in Springe die Auftrennung und gleichzeitige Testung im Labor. Hier werden die Präparate dann auch gelagert, bis die Krankenhäuser die Blutkonserven rund um die Uhr abfordern.

Von Katrin Hoffmann