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Stadt Peine Blühwiesen und Bienenweiden gegen das Insektensterben: Jeder kann etwas tun
Stadt Peine Blühwiesen und Bienenweiden gegen das Insektensterben: Jeder kann etwas tun
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11:11 08.07.2019
Ein Beispiel von vielen: Auf dem Friedhof in Hohenhameln (Landkreis Peine) wurde ein Blühstreifen angelegt. Quelle: privat
Peine/Gifhorn/Wolfsburg

Untersuchungen zeigen, dass die Insektenbestände weltweit schwinden. Das ist dramatisch, denn die kleinen Tiere sind für das Gleichgewicht der Ökosysteme unentbehrlich.

Das Thema Insektensterben ist in den letzten Wochen und Monaten immer mehr ins öffentliche Bewusstsein geraten und hat auch in die Diskussionen in den politischen Gremien in der Region Einzug gehalten.

Mit gutem Beispiel voran

So wird in der Stadt Wolfsburg darüber nachgedacht, ob man insektenfeindliche Schottergärten verbieten sollte. In etlichen Gemeinden wie in Ilsede, Hohenhameln und Edemissen im Landkreis Peine gibt es Bestrebungen, vermehrt Blühstreifen beziehungsweise Bienenweiden auf öffentlichen Flächen anzulegen. Und im Landkreis Gifhorn soll es unter anderem an den Kreisstraßen insektenfreundlicher werden.

Es ist gut, wenn die öffentliche Hand mit gutem Beispiel voran geht und selbst dafür sorgt, dass die Lebensbedingungen für Insekten sich verbessern.

Landwirte sind engagiert

Auch die Landwirte reagieren auf die Situation, und an den Feldrändern wachsen immer öfter Kornblumen, Mohn, Ringelblumen und andere Wildpflanzen. „Blühflächen schöpfen farblich besonders jetzt im Sommer aus dem Vollen. Die blühende Vielfalt wird zugleich von Insekten aller Art genutzt“, freut sich Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke.

Unterstützung für Bauern

Die Bauern werden dabei von Agrar-Umweltmaßnahmen unterstützt, es gibt aber auch darüber hinaus viele individuelle Initiativen, die Landwirte in Zusammenarbeit mit Jägerschaft, Stiftung Kulturlandpflege oder Kommunen umgesetzt haben.

Landwirte bieten bereits die Möglichkeit zu Blüh- und Blumenpatenschaften, damit sich Bürger ebenfalls für mehr Artenvielfalt engagieren können. Auf bunten Dorfwiesen, an blühenden Ackerrändern, in Gärten und auf den Balkons in den Innenstädten kann es aber noch deutlich intensiver summen und brummen.

Wildblumenbeet ist einfacher Einstieg

Nicht nur im Großen ist ein Umdenken gefragt, sondern jeder einzelne kann etwas tun: Wer helfen will, kann im eigenen Garten oder auf dem Balkon damit anfangen. Das ist gar nicht schwer. Der einfachste Einstieg in einen schmetterlingsfreundlichen Gartenbau ist laut Magnus Wessel, dem Leiter Naturschutzpolitik und -koordination der Umweltschutzorganisation BUND, ein Wildblumenbeet.

Kräuter sind beliebt

Entsprechende Mischungen bekommt man im Fachhandel, eingesät werden können sie auch in Kübeln und Blumenkästen. Beliebt bei vielen Insekten sind auch Kräuter. „Wenn man diese blühen lässt, duften sie wunderbar und sind gute Futterspender“, weiß Wessel.

Natur ihren Lauf lassen

„Zumindest in Teilbereichen des Gartens sollte man der Natur ihren Lauf lassen. Brennnesseln zum Beispiel sind wichtige Futterpflanzen“, rät der Naturschützer. Gut ist es auch, heimische Sträucher und Laubbäume zu pflanzen. Exotische Pflanzen bieten für unsere Insekten nicht immer das passende Nahrungsangebot. Ähnliches gilt für hochgezüchtete Pflanzenarten.

Kein Gift verwenden

„Auf jeden Fall sollte man die Finger von der Giftspritze lassen. Es gibt gute Alternativen für einen natürlichen Pflanzenschutz“, macht der Experte deutlich. Auch von Blumenerde mit Torfanteil rät er ab. Die Begründung: „Bei der Torfproduktion werden wertvolle Moore zerstört, in denen viele Schmetterlinge und andere Tiere zu Hause sind.“

Rasen seltener Mähen

Auch beim Thema Rasen kann man einiges tun. So sollten nicht alle Flächen gleichzeitig gestutzt werden, um nicht auf einen Schlag den ganzen Lebensraum von Faltern, Raupen und anderem Kleingetier zu zerstören. Eine weitere Möglichkeit ist es, einen Teilbereich des Rasens in eine nicht so häufig gemähte Blumenwiese umzuwandeln oder den Rasen maximal sechsmal im Jahr und mit größerem Bodenabstand zu mähen.

Das sind gute Pflanzen für eine Bienenweide:

Weitere Infos gibt dieses Video:

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