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Stadt Peine Biologe Oelke: „Baumfällungen im Herzberg sind schockierend“
Stadt Peine Biologe Oelke: „Baumfällungen im Herzberg sind schockierend“
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19:00 12.09.2019
Symbolbild: Im Peiner Herzberg müssen 132 Bäume gefällt werden. Quelle: Archiv
Peine

Auf die Mitteilung der Stadt Peine, dass im Herzberg mindestens 132 Bäume gefällt werden müssen (PAZ berichtete) reagiert der Peiner Biologe Professor Dr. Hans Oelke. Er sagt: „Die Baumfällungen im Herzberg sind schockierend.“ Erforderlich werde dieser Eingriff aufgrund von Schäden durch Trockenheit und des Sturms im August. Aber auch Borkenkäfer würden den Bäumen zusetzen, sodass die Fällungen unvermeidbar seien, erklärt die Stadt Peine.

Keine Fachleute um Rat gefragt?

Oelke sieht die geplanten Fällungen als „bisher folgenschwersten Eingriff in den Baumbestand des Herzbergs, der grünen Lunge der Stadt Peine.“ Er kritisiert, dass offensichtlich im Vorfeld keine Umweltverbände, Biologen oder Ökologen zur Bewertung der Schäden hinzugezogen wurden. „So ist offenbar nicht geprüft worden, in welchem Ausmaß Spechtbäume oder Horstbäume von Greifvögeln wie Mäusebussard oder Rotmilan betroffen sind“, so der Biologe.

Ferner kritisiert er, dass keine Hilfsmaßnahmen für die kritisch eingestuften Bäume angegeben werden. Auch das eine Neuanpflanzung ausgeschlossen wird, ist für Oelke unverständlich. „Das Abholzen auch der dicksten und ältesten Buchen im Walde, mit einem Alter von mehr als 120 Jahren und einem Stammdurchmesser von mehr als einem Meter kann nicht akzeptiert werden“, teilt er in einem Schreiben mit und vermutet, dass rein kommerzielle Gründe im Vordergrund stehen. „Unsere Kinder fordern in den ,Fridays-for-future’-Demonstrationen Einsatz für den Klimaschutz. Die Stadt Peine treibt auf dem Herzberg das Spiel in die Gegenrichtung“, so der Umweltschützer.

Das sagt die Stadt Peine zu den Vorwürfen

Zu den Kritikpunkten äußert sich die Stadt Peine in einer Mitteilung und bedauert, dass Professor Dr. Oelke „aus dieser Meldung zum wiederholten Male haltlose Vorwürfe gegen die Stadt konstruiert“. Stadtsprecherin Petra Neumann erklärt, dass Waldbesitzer, Forstverwaltungen sowie Städte und Gemeinden derzeit bundesweit auf die Folgen der trockenen Sommermonate der beiden letzten Jahre aufmerksam machen. Aus Braunschweig beispielsweise würde aktuell gemeldet werden, dass dort in 2018 über 1200 Bäume der Trockenheit zum Opfer gefallen sind. „Mit derartigen Presseberichten möchten wir die Öffentlichkeit über die dramatischen Klimafolgen vor unseren eigenen Haustüren informieren“, heißt es von der Stadt.

Holz auf freiem Markt kaum noch verkäuflich

Zum Vorwurf Oelkes, die Stadt verfolge kommerzielle Absichten durch den Verkauf des Holzes, teilt Neumann mit: „Es entbehrt jeglicher sachlichen Grundlage, dass kommerzielle Interessen und Verkaufserlöse eine Rolle spielen.“ Das erkläre sich schon aus der Tatsache heraus, dass durch Stürme und Baumsterben Holz im Überfluss angeboten und am freien Markt kaum noch verkäuflich wäre. „Wer behauptet, man könne in der aktuellen Marktlage mit dem Holzverkauf Geld erwirtschaften, der ignoriert die Realität. Schade, dass dieser verdiente Naturschützer inzwischen in schablonenhaften Denkmustern und Argumenten gefangen zu sein scheint“, heißt es abschließend.

Von Kathrin Bolte

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