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Stadt Peine Der Ton wird rauer: Immer mehr Peiner Polizisten werden beleidigt
Stadt Peine Der Ton wird rauer: Immer mehr Peiner Polizisten werden beleidigt
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21:48 21.08.2019
Polizeioberkommissar Lars Falkenhain vor dem Polizeikommissariat Peine. Quelle: Jan Tiemann
Peine

Aggressives Verhalten und Beleidigungen gegenüber Polizisten nehmen zu. Jüngstes Beispiel ist einVorfall vom Sonntagabend, als ein 34-jähriger Mann in Stederdorf mit geballten Fäusten auf Polizeibeamte losging, sie massiv beleidigte und einem Polizisten sogar auf den Arm schlug. Dabei wollten die Einsatzkräfte nur einen Streit schlichten.

Polizeisprecher Matthias Pintak bestätigt diesen Trend: 2017 gab es im Bereich des Polizeikommissariats Peine 34 Fälle von Beamtenbeleidigungen, 2018 waren es 33 und diesem Jahr sind es jetzt bereits 33 Fälle, den Vorfall vom Sonntag noch nicht eingerechnet.

Dunkelziffer ist viel höher

„Und die Dunkelziffer ist viel höher, weil nicht alle Beleidigungen angezeigt werden“, betont Pintak. Im übrigen betreffe dies aber nicht nur Polizisten, auch Feuerwehrleute und Rettungskräfte seien häufiger Ziel verbaler Attacken.

Das der Ton gegenüber Polizeibeamten im Einsatz durchaus rauer wird, weiß auch Lars Falkenhain. Der Polizeioberkommissar ist seit 15 Jahren im Einsatz. „Wir stehen dem professionell gegenüber“, sagt Falkenhain. „Oftmals befindet sich das Gegenüber in einer Ausnahme-Situation“, schildert der Polizist.

Alkohol und Drogen als Auslöser

Die Beteiligten beispielsweise eines Streits oder einer Schlägerei würden gar nicht mehr realisieren, dass die Beamten nicht Teil des Konflikts sind, sondern unparteiisch schlichten wollen. Auslöser für Beleidigungen seien unter anderem auch Alkohol, Drogen oder eine gewisse Grundaggression.

Amtsträger sind auch Menschen

Dennoch: „Auch wenn wir Amtsträger sind und eine Behörde vertreten, so sind wir in erster Linie doch Menschen“, erklärt Falkenhain. Wenn Beleidigungen zu sehr an die Ehre gehen, sehr verletzend sind oder auch Familienangehörige miteinbeziehen, sei eine Grenze überschritten und dies nicht mehr tolerierbar.

Wer in der Öffentlichkeit in Gegenwart von Unbeteiligten verbal aus den Rahmen falle, müsse ebenfalls mit Konsequenzen rechnen. „Schließlich müssen wir dem subjektiven Sicherheitsempfinden der Bevölkerung Rechnung tragen“, erläutert Falkenhain.

Nicht Spiegelbild der Gesellschaft

„Derartige Situationen sind aber nicht das Spiegelbild der Gesellschaft“, ist der Polizeioberkommissar überzeugt. „Mit den meisten Menschen ist der Umgang vernünftig, höflich und respektvoll.“

Von Jan Tiemann

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