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Stadt Peine „Aus Leid wird Lied“: Gänsehaut-Konzert in Peine
Stadt Peine „Aus Leid wird Lied“: Gänsehaut-Konzert in Peine
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18:00 09.10.2019
Die Lieder von Marie-Luise Gunst sind beeindruckend einfühlsam und authentisch. Quelle: Mara-Ann Meeuw
Peine

Die Peiner Wochen der seelischen Gesundheit haben am Dienstagabend mit einem Konzert von Marie-Luise Gunst begonnen. Die Berliner Sängerin präsentierte ihr Album „Depression: Unplugged“, auf dem sie offen und authentisch über ihr Leben mit Depression und ihrem Weg zur Heilung singt. Die vom Bündnis gegen Depression geplante Veranstaltung lockte interessierte Besucher in die Friedenskirche in Peine.

„Das Album bedeutet mir als Betroffene sehr viel“, verriet Marie-Luise Gunst vor dem Konzert. „Als ich krank wurde, habe ich gemerkt, dass die gesellschaftliche Wahrnehmung sich kaum verändert hat und Betroffene noch immer mit Stigmata und Vorurteilen zu kämpfen haben.“

Mit ihrem Album, in dem sie das ganze Spektrum der Depression behandelt, gibt sie Menschen einen Einblick in ihr Inneres und will damit für mehr Offenheit und Klarheit sorgen und betont: „Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass es normal wird, über psychische Erkrankungen zu sprechen.“

„Aus Leid wird Lied“

Die Indie-Pop-Musik der Sängerin, dargeboten mit dem Gitarristen Johannes Feige und dem Pianisten Jörg Mischke, begeisterte die Zuschauer. Die Lieder selbst beschrieb die Künstlerin als Reise von dunkel nach hell, vom Beginn der Depression über die Behandlung bis hin zur Heilung.

Die noch immer sensible Thematik wurde durch ihre tiefe, rauchige Stimme perfekt in Szene gesetzt. „Ich stelle mich hier hin, mit meinem Namen und meinem Gesicht und gebe der Depression eine Stimme“, sagte die 36-jährige, „denn Musik spricht da, wo Worte versagen. Aus Leid wird Lied – das wurde mein Leitsatz.“

Mit Liedern wie „Tiefsee.Tief.Seele“ oder „Möge die Nacht mit mir sein“ singt sie über die schwere Last von Depressionen und ihren oft lebensbedrohlichen Folgen. „Depression ist eine tödliche Krankheit“, betonte Gunst und gab offen zu, selber schon Suizidgedanken gehabt zu haben. Die Künstlerin hat gekämpft, durch die richtige Behandlung und Therapie einen Weg aus der „Dunkelheit zurück ins Licht“ gefunden und „Ade, Depression“ gesagt. „Ich bin dankbar für mein Leben“, betonte sie mit einem Lachen.

Man kann anderen nur helfen, wenn man sich selber hilft

Auch die Seite von Angehörigen versteht Gunst jetzt besser: „Man kann anderen erst helfen, wenn man sich selber hilft“, erklärte sie, „deswegen ist der Titel vom Lied ,Rette sich wer kann’ ein Mantra für mich geworden.“ In einem Gespräch nach dem Konzert gab es von den Zuschauern hohes Lob, Anerkennung und begeisterten Zuspruch. „Gespräche zu führen ist mein Ziel. Und dieser Ort eignet sich wunderbar, denn als Betroffener muss man Frieden schließen: mit sich, seiner Krankheit und seinem Umfeld.“

Claudia Brasse vom Bündnis gegen Depression bedankte sich bei Pfarrer Markus Lenz, der die Friedenskirche zur Verfügung stellte und bei der Musikerin für ihre berührende Offenheit. Die nächste Veranstaltung in den Peiner Wochen der seelischen Gesundheit ist ein ökumenischer Gottesdienst zum Thema „Einsamkeit“ mit einigen Besonderheiten am Sonntag, 13. Oktober, um 10 Uhr in der Friedenskirche Peine.

Die Wochen der seelischen Gesundheit begannen mit einem Konzert von Marie-Luise Gunst. In ihrem Album „Depression: Unplugged“,singt sie mit viel Mut und Offenheit über ihre Krankheit.

Von Mara-Ann Meeuw

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