Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Stadt Peine Archäologe entdeckt 700 Jahre alten Weg
Stadt Peine Archäologe entdeckt 700 Jahre alten Weg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:03 28.12.2018
Tierknochenfragmete und Keramikscherben der grauen Irdenware des 13. bis 14. Jahrhunderts aus dem Feldsteinpflaster. Die in den Fingern gehaltene Kugeltopfrandscherbe gehört nach Material- und Form-Merkmalen noch in das 13. Jahrhundert, vermutlich sogar in die erste Jahrhunderthälfte. Quelle: thomas budde
Peine

In Peine gibt es neue archäologische Erkenntnisse: Vollblut-Archäologe Thomas Budde hat einen frühstädtischer Weg unter der Bahnhofstraße entdeckt – und zwar in einer Baugrube der Stadtwerke.

Archäologe: Thomas Budde. Quelle: Archiv

Erinnerung an Bahnübergang

Das Ganze wirft „ein neues Licht auf den Bereich südlich der Peiner Altstadt“, betont Budde. Die Stelle liegt unter dem Bürgersteig nördlich der Bahnlinie, direkt neben der Fußgängerbrücke. Ältere Peiner wissen, dass sich dort bis zur Eröffnung der Fußgängerzone Mitte der 1970er-Jahre noch der Verkehr von der Stadt in Richtung Süden durchzwängte und bei geschlossener Schranke regelmäßig zu lästigen Staus führte.

Ausschnitt der Deichmannkarte von 1787 mit der Fundstelle (oranges Symbol). Quelle: Stadtarchiv Peine

Bahnhofstraße hatte einen Vorgänger

Historische Flurkarten, vor allem die bekannten Deichmann-Pläne von 1787, zeigen, dass die Bahnhofstraße einen alten Vorgänger hatte, der sich südlich der späteren Bahnlinie in drei Richtungen teilte. Nach Westen zum alten Friedhof mit der Totenkirche St. Georg, nach Osten auf die Heerstraße, die nach Braunschweig führte.

Ein Dorf, das es nicht mehr gibt

Geradeaus führte die Straße auf den wohl noch viel älteren Hohen Weg, der auf das um 1500 untergegangene Dorf Alrum zuführte, und weiter über die Pisser-Niederung ins Ilseder Gebiet. Neben dieser Straße, südwestlich des heutigen Friedrich-Ebert-Platzes, in der Worth, wird bekanntlich der Vorgänger der Stadt Peine vermutet, das 1218/19 erwähnte „Alte Dorf Peine“.

Normalerweise sind alle Überreste beseitigt

Die Tatsache, dass dort ein alter Weg entlanggegangen sein muss, muss aber nicht zwingend zu archäologischen Funden führen. „Zumal außerhalb der gewachsenen historischen Altstadt, die ja Fundtiefen bis über zwei Metern aufweist“, erklärt Budde. Wenn es sich nicht gerade um Feuchtgebiete handelt, die nur auf Bohlenwegen überquert werden konnten, hat an solchen Stellen normalerweise der moderne Straßenbau alle Überreste beseitigt.

Blick in die Baugrube Richtung Norden: Zu sehen ist der Profilausschnitt im Südwesteck (markiert durch Meterstäbe, oben verdeckt), der Sohle mit angeschnittenem Feldsteinpflaster des 13. Jahrhunderts in 1,70 Meter Tiefe zeigt. Quelle: thomas budde

Kleinteiliges Feldsteinpflaster gefunden

Umso überraschender war der Befund in einem noch ungestörten Eck der Baugrube: In 1,70 Meter Tiefe, direkt über dem anstehenden Sand, wurde als älteste Straßenoberfläche ein kleinteiliges Feldsteinpflaster festgestellt. Dieses kann durch eingebettete Keramikscherben in das 13. bis 14. Jahrhundert datiert werden, also in die Gründungszeit Peines.

„Pflaster gleicht anderen Grabungen“

„Das Pflaster gleicht vollkommen den bei Grabungen festgestellten ältesten Wegoberflächen in Querstraße, Breiter Straße und Winkel sowie dem stadtgründungszeitlichen Pflaster des Marktplatzes“, berichtet Budde und erklärt: „Es spricht alles dafür, dass dieser Weg schon in Zusammenhang mit der Stadtgründung so aufwendig ausgebaut worden ist.“

Keramik und Schlachtviehknochen

Die Befestigung mit dem kleinteiligen Feldsteinmaterial war offenbar mit großen Mühen verbunden gewesen. Darüber folgten Anschüttungen mit grauem und dunklem Erdreich sowie Spuren dreier jüngerer Wegoberflächen mit Steinpflasterungen bis hin zum Unterbau der kopfsteingepflasterten Bahnhofstraße. Darin enthalten: Keramik und Schlachtviehknochen.

Budde bleibt dran

Budde: „Diese Entdeckung spiegelt einmal mehr die Bedeutung der Stadt Peine seit frühester Zeit wieder und zeigt wie schon die Grabungen in der Schützen- und Glockenstraße, dass auch außerhalb der Grenzen der Altstadt mit wichtigen neuen Ergebnissen zu rechnen ist.“ Der Archäologe wird dranbleiben – das ist sicher.

Von Alex Leppert

Weihnachtsfeier für die Senioren in Schmedenstedt. Mit dabei war auch ein bekannter Politiker, der nicht nur Gitarre spielte, sondern auch eine lustige Weihnachtsgeschichte vortrug.

28.12.2018

Auch ein verregneter Tag im Ökogarten kann viel Freude machen. Der Verein Familien für Familien besuchte die Einrichtung – und stellte fest, dass so manche Kinder noch Berührungsängste mit den Tieren hatten.

28.12.2018
Stadt Peine Viele Gutscheine, wenig Umtausch - Volle Innenstadt in Peine zwischen den Jahren

Das Weihnachtsgeschäft ist vorbei, doch die Geschäfte in der Peiner Innenstadt sind gut besucht. Der Grund: Viele Peiner möchten sich mit Gutscheinen Wünsche erfüllen oder Geschenke umtauschen.

28.12.2018