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Stadt Peine Arbeitsminister Heil im Peiner Jobcenter: „Arbeit ist nicht nur Broterwerb, sondern Teilhabe“
Stadt Peine Arbeitsminister Heil im Peiner Jobcenter: „Arbeit ist nicht nur Broterwerb, sondern Teilhabe“
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19:10 25.08.2019
Vor dem Peiner Jobcenter: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (l.) und Landrat Franz Einhaus (beide SPD). Quelle: Jan Tiemann
Peine

„Alle Jobcenter sind wichtig, aber dies ist für mich das wichtigste Jobcenter der Welt“, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD), der sich freute, auf seiner Sommertour am Freitag seine Heimatstadt Peine zu besuchen. Der Hintergrund der Visite im Jobcenter des Landkreises Peine war aber ernst: Seit Anfang des Jahres gibt es mit dem Teilhabe-Chancengesetz (Paragraf 16i SGB II ) ein neues Regelinstrument zur Eingliederung von Langzeitarbeitslosen. Das Besondere daran ist, dass erstmals die regulär geförderten Arbeitsplätze nicht ausschließlich wettbewerbsneutral, zusätzlich und gemeinnützig sein müssen.

Heil wollte sich bei Jobcenter-Leiter Dirk Sommer und seiner Stellvertreterin Claudia Geyer vor Ort erkundigen, wie das neue Instrument greift. Das Maßnahmenkarussell falle weg, und als Regelinstrument sei der Bestand dauerhaft gesichert. „Die Wertschätzung durch Lohn und ein richtiges Arbeitsverhältnis ist für die Betroffenen ein ganz anderes Gefühl“, erklärte Sommer.

Herangehensweise geändert

Im Januar/Februar sei man mit 17/18 Vermittlungen gestartet, im März habe es eine Stagnation mit 19 gegeben. „Wir haben dann unsere Herangehensweise geändert und Arbeitnehmer sowie Arbeitgeber direkt zusammengebracht“, schilderte Geyer. Beide Seiten haben sich kennengelernt, und es gab auch Vorstellungsgespräche ohne aufwendige Formalitäten. Und so konnten im Juli 35 und im August bereits 38 Menschen ihre Langzeitarbeitslosigkeit beenden. Hilfreich sind auch Coaches, die sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber beraten und vorgeschaltete Praktika.

„Vier Milliarden Euro stehen zur Verfügung, und bundesweit konnten bislang 25 000 Menschen erreicht werden – das ist ermutigend“, betonte Heil. „Weniger Arbeitslose bedeuten nicht, das weniger Geld gebraucht wird. Wir haben jetzt einen verfestigten Sockel erreicht, der besondere Aufwendungen bedarf“, verdeutlichte Heil. Er betonte: „Arbeit ist nicht nur Broterwerb, sondern Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.“ Auf der anderen Seite würden Arbeitskräfte bei Unternehmen benötigt.

Verweis auf Peiner Stahlkrise

Landrat Einhaus, der 1989 selber maßgeblich am Aufbau der Berufsbildungs- und Beschäftigungsgesellschaft des Landkreises beteiligt war, verwies auf die Stahlkrise. „Im Landkreis Peine gibt es seit Jahrzehnten eine umfangreiche Arbeitsmarktpolitik“, betonte Einhaus. „Wir haben vielfältige Erfahrungen mit unterschiedlichen Programmen.“ Den Anfang mit dem Teilhabe-Chancengesetz bezeichnete er als hoffnungsvoll.

Hoffnungsvoll ist auch Richard Söker. Der 53-jährige alleinerziehende Vater von drei Kindern war langzeitarbeitslos und arbeitet nun in Teilzeit als Hausmeister. „Es läuft gut an und ist sehr gut für mich. Es stimmt menschlich, und ich habe eine Perspektive.“ Später kann Söker die Arbeitszeit aufstocken. Sein Chef Udo Schlaugat beschäftigt mit ihm zurzeit zwei weitere Arbeitnehmer in Teilzeit. „Alles muss sich noch entwickeln, aber grundsätzlich haben wir drei tolle neue Kollegen, die hoffentlich auch uns als Unternehmen zu schätzen wissen.“

Im Anschluss besuchte Heil die 100. Tagung des Arbeitskreises Kommunale Jobcenter im Peiner Forum. Er ging auf die gute Arbeitsmarktlage ein, warnte aber auch vor Konjunktur-Risiken. Mit Dem SGB II gebe es ein sehr kompliziertes Rechtswerk, dass entbürokratisiert werden sollte. „Die Mitarbeiter in den Jobcentern empfinde ich als meine Kollegen, die versuchen, Menschen zu helfen.“

Von Jan Tiemann

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